13.00 Uhr
Rundgang
Ich hoffe, dass sich die Menschen, die zu meinen Konzerten gekommen sind, der Orgel nun näher fühlen als vorher.
Ich hatte vorher Karate gemacht und der athletische Teil gefiel mir sehr gut. Ich fühlte mich dort wie ein Fisch im Wasser.
In einem Profiorchester hat man zum Beispiel nur eine sehr kurze Probenzeit, in Jugendorchestern gibt es vorher Arbeitsphasen, und auf Tournee ist man auch mal mehrere Tage an einem Ort.
Und natürlich gibt es auch ein „Mittendrin“-Konzert.
JM: Das ist nicht so einfach zu beantworten, denn ich habe vorher noch nie so viel experimentiert wie hier.
Ich glaube, es gibt vor allem viele Gemeinsamkeiten. Man muss offen sein. Das ist in der Musik genauso wie mit Information. Wir alle können über das Wetter reden, das geht immer.
Auf andere Weise machen wir das, wenn wir gemeinsam eine Sinfonie spielen - es gibt Regeln und es gibt Freiheiten.“ Heute ist das zu hören, wenn wir Brahms‘ erste Sinfonie in Fukuoka spielen.
Und es hilft, vorher ein paar leise Töne anzuspielen, damit der Ton anspricht, wenn man auf der Bühne sitzt.
„Ich habe schon einige Aufführungen dieses Ensembles um Nicola Hümpel erlebt und jedes Mal wusste ich vorher nicht genau, was auf mich zukommt.
Selbst wenn man vorher alles ganz genau überprüft hat – ein Restrisiko bleibt Fotos: Tobias Kruse/OSTKREUZ (Titel); privat
Wichtig ist, dass man dem Orchester vorher ansagt, dass es stärker auf sich gestellt ist. Das hat sehr gut geklappt.
Was würdest Du antworten, wenn jemand Dich fragt, wieso Du als Dirigentin dem Publikum vorher etwas über das Konzert erzählen möchtest?
Wenn jemand vorhat, diesen Beruf zu ergreifen, ist es gut, vorher einen Eindruck zu bekommen, wie der Alltag in einem Orchester aussieht.
Da gibt es einen springlebendigen Kopfsatz, der ebenso virtuos die Motive durch die Luft jongliert wie er uns dann mit Dudelsackklängen zurück auf den Boden einer Dorfschenke holt; da gibt es ein freundliches Menuett, in dem Haydn – anders als er es sonst so
Er hat vorher in Buenos Aires bei Alberto Ginastera studiert und war ganz bestrebt, ein guter Sinfonie- und Sonatenkomponist zu werden, dafür kam mit einem Stipendium und einem ganzen Koffer voller Noten nach Paris.
Vorher teste ich in jedem Saal die Gegebenheiten. In Schuberts C-Dur-Sinfonie ist der Ton c ein ganz wichtiger, gerade in den Soli. Das leidige Problem bei der Oboe ist nun aber, dass sich hartnäckig Wasser im c-Tonloch ansammelt.
Aber vermutlich sollten wir vorher schon noch darüber reden, wie wir noch mehr queere, inklusive Räume innerhalb der traditionellen klassischen Strukturen öffnen können.
In der Geschichte der Menschheit gab und gibt es immer wieder Zeiten, die sich dem Ende nah anfühlen. Unfassbar erdrückend. Jetzt gerade in der Ukraine, im Iran. Wie viele Enden kann der Mensch noch aushalten?
Stevie Wonder liefert zumindest die Möglichkeit einer Erwiderung, einen Track vorher auf demselben Album: „Have a Talk With God“. Die Flucht in die Religion, die Möglichkeit einer Heimat außerhalb eines unsicheren Zuhauses.
„ES GIBT AUCH EINE GOTISCHE KUNST DER TÖNE, UND J. S.