Vor dem Spiel #5

von Annette Zerpner 29. März 2026

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Was war da los? Unsere KHO-Mitglieder erzählen, wie es zu einem Schnappschuss vor dem Konzert kam – dieses Mal mit Solo-Tubist im Probejahr Yuki Takebayashi, Solo-Bassposaunist Jörg Gerhardt und Humor auf der Bühne.

Das Foto ist vor einer Probe entstanden. Wisst Ihr noch, worüber Ihr gemeinsam gelacht habt?

Jörg: Keine Ahnung (lacht). Vielleicht habe ich da grade einen Spruch gebracht? (Yuki grinst.) Wir verstehen uns sehr gut in der Gruppe, also Posaunen und Tuba. Die Tuba ergänzt zwar von der Bauart her die Hörner in der Tiefe, aber im Orchester sitzt sie bei uns.

Was ist ein gutes Beispiel für musikalischen Humor?

Jörg: Bei Ottorino Respighi gibt es eine Passage, in der die Solo-Posaune einen Betrunkenen darstellt. Aber ob wir vor solchen Stellen lachen können, kommt sehr drauf an. Wir müssen sie ja perfekt umsetzen. Und humorvolle Passagen sind nicht unbedingt einfach zu spielen.

Yuki: Mir fällt Gershwins „An American in Paris“ ein. Darin gibt es viele witzige Stellen, zum Beispiel für Solo-Posaune und Solo-Trompete, die von amerikanischem Jazz beeinflusst sind.

Du hast schon als Schneemann verkleidet gespielt. Wie kam das?

Yuki: Das war im Familienkonzert im letzten Dezember, bei dem Schnee ein großes Thema war. Wir sollten uns alle ein bisschen weihnachtlich anziehen. Manche hatten Rentiergeweihe auf dem Kopf, oder Weihnachtsmannmützen. Die Kollegen haben ein paar Tage vorher gesagt, es wäre schön, wenn Du mal in so einem Schneemannkostüm spielst. Ich habe gedacht, für die Kinder ist das gut und habe eines bestellt. Das kann man zu Weihnachten gut machen.

Kommt die Tuba im Orchester vor allem ins Spiel, wenn es lustig wird?

Yuki: Die Tuba kann schon ein Instrument des Humors sein. In Carl Orffs „Carmina Burana“ gibt es diese Szene in einer Taverne, also einer Kneipe, mit einer berühmten Stelle. Da spielt die Tuba allein einen Ton. Was das sein soll, kann man leicht erraten (lacht). Mit unseren Blechbläsern habe ich übrigens auch schon ein Kammermusikstück gespielt, das „Frosty the Snowman“ heißt. Es ist wie ein kleines Tuba-Konzert geschrieben, die Melodie war meistens bei mir. Das ist auch ein gutes Beispiel für Humor mit der Tuba.

Jörg: Was wir aber keinesfalls möchten, ist, dass ein Instrument veralbert wird. Die Tuba ist vielfältig und kann das Ernsthafte genauso ausdrücken wie das Aggressive oder das Gemütliche. Und die Posaune kann nicht nur den Betrunkenen darstellen, sondern auch Respekt, Würde oder die Posaunen von Jericho. Letztlich kann jedes Instrument jede Emotion wiedergeben.

Welche Werke machen Euch in der Gruppe besondere Freude?

Yuki: Es ist immer eine große Freude für mich, gemeinsam Bruckner zu spielen. Auch bei „Pini di Roma“ neulich hat mich unser Zusammenspiel begeistert. Für Tuba ist nicht so viel zu tun, aber was Respighi in diesem Stück für sie geschrieben hat, ist sehr wirksam. Das war ein tolles Konzert.

Jörg: Wenn man bedenkt, wieviel Zeit wir mit den Kollegen verbringen, ist wichtig, dass wir uns richtig gut verstehen. Und dann macht es einfach Spaß, zusammen zu spielen!

Bruckner spielt das Konzerthausorchester das nächste Mal im Juni unter Leitung von Iván Fischer – auf dem Programm steht Sinfonie Nr. 7. Und natürlich gibt es auch ein „Mittendrin“-Konzert.

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