Ferne Zeitgenossen

von Dr. Dietmar Hiller 13. März 2026

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Inhalt

Konzerthausorchester Berlin
Bertrand de Billy Dirigent
Olivier Latry Orgel
 

Programm

Claude Debussy (1862 – 1918)
„Petite Suite“ für Klavier zu vier Händen, für Orchester bearbeitet von Henri Busser
„En bateau“. Andantino
Cortège. Moderatio
Menuet. Moderato
Ballet. Allegro giusto

 

Francis Poulenc (1899 – 1963)
Konzert für Orgel, Streichorchester und Pauken


Pause
 

Camille Saint-Saëns (1835 – 1921)
Sinfonie Nr. 3 c-Moll op. 78 („Orgelsinfonie“)
Adagio – Allegro moderato
Poco adagio
Allegro moderato – Presto
Maestoso – Allegro

„Saint-Saëns ist der seltene Ruhm zuteil geworden, bereits zu Lebzeiten als Klassiker zu gelten.“ Romain Rolland, „Camille Saint-Saëns“, 1901

Ferne Zeitgenossen

Im Mittelpunkt dieses Programms mit französischer Musik des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts steht zunächst die Orgel – als Solist in Francis Poulencs Konzert für Orgel, Streichorchester und Pauken aus dem Jahre 1938 sowie als Orchesterinstrument in Saint-Saëns bekannter „Orgelsinfonie“ aus den Jahren 1885/86. Ergänzt wird dieses Programms durch Claude Debussys entzückende „Petite Suite“ für Klavier zu vier Händen in der aparten Orchestrierung von Henri Busser. Mit Olivier Latry, Titularorganist der Pariser Kathedrale Notre-Dame, konnte einer der weltweit bedeutendsten Organisten für das Konzerthausorchester verpflichtet werden.

Claude Debussy und Camille Saint-Saëns waren Zeitgenossen – und doch trennen sie stilistisch Generationen. Unter seinen Kollegen wirkte der weltgewandte und weitgereiste Saint-Saëns mit seinen Sinfonien, Streichquartetten und Klaviertrios, Klavierwerken und Opern wie ein formvollendeter Klassizist, während Debussy mit seiner frappant neuen Tonsprache viele seiner Zuhörer zunächst irritierte und verstörte. Der weitere Verlauf der Musikgeschichte hat jedoch Debussy zu einem der wirkmächtigsten Meister am Beginn des 20. Jahrhunderts werden lassen.

Sowohl Debussy als auch Saint-Saëns waren nicht nur als Komponisten, sondern auch als Musikkritiker tätig und äußerten sich mit spitzer oder breiter Feder über Musik und Musiker, Zeitgenossen und „Fossilien“. Bei Saint-Saëns kann man – zumindest in den einschlägigen Auswahlausgaben – kaum etwas über Debussy lesen, der Jüngere kam aber am Schatten des Älteren nicht vorbei. Debussys Kommentare zu Werk und Person Saint-Saëns‘ waren zumeist respektvoll, aber keinesfalls unkritisch. So bemerkte Debussy am 15.5.1901 in der „Revue blanche“ über eine neue Oper Saint-Saëns‘, „Saint-Saëns schrieb Opern mit dem Herzen eines verstockten Symphonikers. Wird ihm die Zukunft gerade deswegen ihre Bewunderung erhalten?“ Zwei Jahre später fand Debussy Worte der Bewunderung über ein älteres Werk von Saint-Saëns, nämlich die bekannte „Danse macabre“ op. 40, nicht ohne anzumerken: „Rhythmus und Klangfarben bewahren eine Frische und Lebendigkeit, und Saint-Saëns wird mir nicht gram sein, wenn ich zu sagen wage, dass er hier die Hoffnung auf einen großen Komponisten weckte.“

Und wie hätte sich Debussy zu Francis Poulenc geäußert, wenn er dessen Werke aus den 1920er und 1930er Jahren noch hätte erleben können? Sicherlich wäre er von ihrem Grundton – weg von der schwülen Spätromantik hin zu kecken Jazzklängen, Varieté, Zirkus – begeistert gewesen!

„Petite Suite“

Claude Debussy

Am Pariser Conservatoire war Claude Debussy als Klavierstudent eher ein Enfant terrible denn ein Musterschüler. Im Alter von sechs Jahren hatte Debussy ersten Klavierunterricht erhalten und seit 1870 durch das pädagogische Geschick der Chopin-Schülerin Mauté de Fleurville solche Fortschritte gemacht, dass seine Eltern ihn 1872 als Zehnjährigen aufs Konservatorium schickten, damit er zu einem pianistischen Wunderkind ausgebildet würde. Die Studienzeit an diesem ehrwürdigen Institut war jedoch eher ein Leidensweg, da viele der Lehrer (allen voran der Klavierlehrer Antoine Marmontel) Debussys extravaganten Musizierstil und unkonventionelles Klavierspiel nicht akzeptieren wollten und ihm stattdessen mit sanfter Gewalt oder pädagogischer Zucht auf die Tradition des Institutes zu verpflichten suchten.

1880 gab Debussy zum Ärger seiner Eltern die Virtuosenlaufbahn endgültig auf und konzentrierte sich als Pianist auf Kammermusik und Liedbegleitung. Mehrere Jahre war er Hauspianist der als Tschaikowsky-Förderin in die Musikgeschichte eingegangenen Nadeshda von Meck. 1880/81 startete Debussy einen erneuten Versuch am Pariser Conservatoire, diesmal in der Kompositionsklasse von Ernest Guiraud. 1884 erhielt er schließlich den Rompreis, ein mehrjähriges Stipendium, mit dem ein Studienaufenthalt in Rom zu finanzieren war. 1888/89 setzte sich Debussy in Bayreuth dem Einfluss von Richard Wagner und dessen Alterswerk „Parsifal“ aus. Der Einfluss Wagners sollte seine Ästhetik und sein kompositorisches Denken schwer erschüttern. In den 1880er Jahren entstanden erste Klavierwerke, Kammermusik, Lieder, die häufig noch Ausdruck des stilistischen Suchens sind. 1894 sollte Debussy mit der Orchesterfantasie „Prélude à l'après-midi d'un faune“ sein erstes überaus charakteristisches und stilsicheres Meisterwerk gelingen.

Dieser charakteristisch „eigene“ Tonfall ist in der „Petite Suite“ zunächst nur in Ansätzen zu spüren. Debussy komponierte dieses Werk in den Jahren 1888/89 für Klavier zu vier Händen. Ihre vier Sätze sind entzückende Genrebilder, die pianistische Umsetzung der musikalischen Ideen aber durchaus raffiniert.

Eine fast noch weitere Verbreitung erfuhr die Petite Suite durch Bearbeitungen für kleines oder großes Orchester im Konzertsaal. Die Einrichtung von Henri Busser wurde 1907 in Paris uraufgeführt und fand auch Debussys Wohlgefallen, der sich persönlich bei dem gewandten Arrangeur bedankte.

Henri Busser (1872-1973), französischer Komponist und Pädagoge Schweizer Herkunft, studierte an der Pariser École Niedermayer sowie am dortigen Konservatorium, unter anderem bei César Franck und Charles-Marie Widor. Ab 1921 hatte er eine Kompositionsprofessur am Pariser Konservatorium inne, sein später prominentester Schüler dort war sicherlich Henri Dutilleux (1916-2013).

Konzert für Orgel, Streichorchester und Pauken g-Moll

Francis Poulenc

Nach erster musikalischer Unterweisung im Elternhaus studierte Francis Poulenc am Konservatorium seiner Heimatstadt Paris Klavier sowie Komposition bei Charles Koechlin. Er gehörte der „Groupe des Six“ an, jene erfrischend aufmüpfige, anti-akademische und anti-romantische Verbindung junger französischer Komponisten – ohne sich aber durch die ästhetischen Ideale der Gruppe auf Dauer einengen zu lassen. Aber angeregt durch Erik Satie und die anderen „Six“-Komponisten wandte Poulenc sein Interesse auch dem Jazz zu und komponierte für Zirkus und Ballett. Er lebte als freier Komponist in Paris, einzig gelegentlich durch Konzertreisen als Pianist bzw. Klavierbegleiter unterbrochen. Der Kritiker Claude Rostand brachte Poulencs kompositorisches Naturell in treffender Weise zum Ausdruck: „In Poulenc wohnen zwei Seelen: die eines Mönches und die eines Lausbuben.“ Religiöse Ernsthaftigkeit einerseits, französischer Witz und Charme andererseits charakterisieren die Werke des 1963 in Paris Verstorbenen.

Groupe de Six: Darius Milhaud, Georges Auric, Arthur Honegger, Germaine Tailleferre, Francis Poulenc und Louis Durey

Francis Poulencs Konzert für Orgel, Streichorchester und Pauken aus dem Jahre 1938 ging auf einen Kompositionsauftrag seiner Mäzenin, der Prinzessin Edmond de Polignac (die als Winaretta Singer Erbin der riesigen Nähmaschinen-Firma geworden war) und erklang zum ersten Mal am 16.12.1938 in deren Pariser Salon. Eigentlich hatte die Prinzessin, die dort über eine stattliche Hausorgel verfügte, wohl sich selbst in der Rolle der Solistin gesehen, doch hatte Poulenc darauf wohl zu wenig Rücksicht genommen. Maurice Duruflé, der den Nicht-Organisten Poulenc fachlich beraten hatte, übernahm stattdessen den Solopart – auch bei der öffentlichen Uraufführung ein halbes Jahr später in der Salle Gaveau in Paris. Von Duruflé stammen auch die in der Orgelstimme abgedruckten Registriervorschläge.

Poulenc stellt dem Soloinstrument einen differenziert ausgestalteten Orchestersatz gegenüber, in dem die Pauken stellenweise zu einem zweiten Soloinstrument erhoben werden. Alle Partner werden in lebhafte Formen des Zusammenspiels einbezogen, auch die Orgel kann ihre Klangmöglichkeiten vom zarten Pianissimo bis zum brausenden Tutti voll zur Geltung bringen. Das Konzert ist einsätzig aufgebaut, aber mehrteilig gegliedert, wobei die Großform Elemente des Sonatengrundrisses aufnimmt. Ruhige, gesangvolle Abschnitte werden von anderen mit drängender Motorik abgelöst, wobei sich Orgel und Orchester vielfach zu delikaten Klangwirkungen verbinden. Ein Grundthema, zu Beginn von der Orgel kraftvoll intoniert, bestimmt in verschiedener Gestalt das musikalische Geschehen und durchzieht das Werk wie ein roter Faden.

Sinfonie Nr. 3 c-Moll op. 78 („Orgelsinfonie“)

Camille Saint-Saëns

Camille Saint-Saëns' umfangreiches Orgelschaffen weist neben Präludien und Fugen mehrere Rhapsodien und Fantasien auf, in denen auch seine vielgerühmte Improvisationskunst ihren Niederschlag gefunden hat. Sein bekanntestes „Orgelwerk“ (im weitesten Sinne) ist jedoch die Sinfonie Nr. 3 c-Moll aus den Jahren 1885/86, mit deren Komposition er einen Auftrag der Londoner Philharmonic Society erfüllte. Widmungsträger des Werkes war kein Geringerer als Franz Liszt, dessen große Orgelwerke dem Jüngeren häufig als Vorbild für eigene Kompositionen dienten.

Neben dem solistischen Orgelpart weist die mit dreifachem Holz und vollem Blech, Pauken und Schlagzeug besetzte Partitur noch weitere Besonderheiten auf: Der Einsatz des Klaviers (sowohl zu zwei als auch zu vier Händen verlangt) ist in einer Sinfonie ebenso ungewöhnlich wie eben ein herausgehobener Orgelpart. Allerdings ist die Orgel nicht solistisch hervorgehoben, sondern ein Orchesterinstrument wie andere auch. Trotzdem wird der Name des Organisten stets genannt, und auch prominente Organisten setzen sich gern ins Orchester, um den Orgelpart dieser Sinfonie darzubieten – häufig in Verbindung mit einem „echten“ Konzert für Orgel und Orchester. (Die Kombination der 3. Sinfonie von Saint-Saëns mit Poulencs Orgelkonzert wird gern und häufig gewählt, kann sich der Organist doch in diesem Konzert sowohl als Virtuose als auch als Klangpoet präsentieren.)

 

Mit seiner 3. Sinfonie gelang Saint-Saëns erstmals eine sinfonische Großform, die trotz ihrer Mannigfaltigkeit aus einer motivisch-thematischen Gestalt entwickelt wurde – César Franck konnte in seiner kurze Zeit später entstandenen Sinfonie d-Moll unmittelbar daran anknüpfen. Doch trotz der Attacca-Brücken zwischen 1. und 2. Satz sowie zwischen Scherzo und Finale ist die traditionelle Viersätzigkeit in Saint-Saëns‘ Orgel-Sinfonie immer noch klar erkennbar. Nicht zuletzt unterstreichen die Einsätze der Orgel die formale Großgliederung und geben dem 2. und dem 4. Satz die charakteristische „Einfärbung“: Im 1. Satz mit langsamer Einleitung und Allegro-Hauptsatz schweigt nämlich die Orgel und überlässt das musikalische Geschehen den intensiv konzertierenden Streichern und Bläsern. Das Adagio aber bekommt durch den Orgeleinsatz im Pianissimo geradezu eine Aura verliehen – in der Folge geben die Orgel-Akkorde wunderschönen Melodien der Streicher eine satte Grundierung. Das anschließende lebhafte Scherzo muss wieder ohne den Orgelklang auskommen, der virtuos geführte Klavierpart ersetzt stattdessen die Orgel. Das Maestoso mit vollem Werk der Orgel einsetzende Finale ist eine einzige großangelegte Apotheose, in deren Schluss neben der nun Plenum strahlenden Orgel das vollstimmige, von lautem Beckenschall umglänzte Orchester einstimmt.

Das Konzerthausorchester Berlin spielt seit der Saison 2023/24 unter Leitung von Chefdirigentin Joana Mallwitz. Sie folgt damit Christoph Eschenbach, der diese Position ab 2019 vier Spielzeiten innehatte. Als Ehrendirigent ist Iván Fischer, Chefdirigent von 2012 bis 2018, dem Orchester weiterhin sehr verbunden.

1952 als Berliner Sinfonie-Orchester (BSO) gegründet, erfuhr das heutige Konzerthausorchester Berlin von 1960 bis 1977 unter Chefdirigent Kurt Sanderling seine entscheidende Profilierung und internationale Anerkennung. Seine eigene Spielstätte erhielt es 1984 mit Wiedereröffnung des restaurierten Schauspielhauses am Gendarmenmarkt. Zehn Jahre später wurde das BSO offizielles Hausorchester am nun umgetauften Konzerthaus Berlin und trägt seit 2006 dazu passend seinen heutigen Namen. Dort spielt es pro Saison mehr als 100 Konzerte. Außerdem ist es regelmäßig auf Tourneen und Festivals im In- und Ausland zu erleben. An der 2010 gegründeten Kurt-Sanderling-Akademie bilden die Musiker*innen hochbegabten Orchesternachwuchs aus.

 Einem breiten Publikum auf höchstem Niveau gespielte Musik nah zu bringen, ist dem Konzerthausorchester wesentliches Anliegen. Dafür engagieren sich die Musiker*innen etwa bei „Mittendrin“, wobei das Publikum im Konzert direkt neben Orchestermitgliedern sitzt, als Mitwirkende in Clipserien im Web wie dem mehrfach preisgekrönten #klangberlins oder in den Streams „Spielzeit“ auf der Webplattform „twitch“. Die Verbundenheit mit Berlin zeigt sich im vielfältigen pädagogischen und sozialen Engagement des Orchesters mit diversen Partnern in der Stadt.

Bertrand de Billy

Bertrand de Billy

Der französisch-schweizerische Dirigent zählt zu den bedeutendsten Künstlern sowohl auf der Opernbühne als auch auf dem Konzertpodium. Er gastiert regelmäßig an der Wiener Staatsoper, wo er in dieser Saison die Wiederaufnahmen von „Otello“, „Le nozze di Figaro“ (im Rahmen eines Japan-Gastspiels), „Manon“, „Idomeneo“ und „Der fliegende Holländer“ leitet. Darüber hinaus kehrt er an die Staatsoper Unter den Linden mit einer Neuproduktion von „Hoffmanns Erzählungen“ (Regie: Lydia Steier) zurück. Auf dem Konzertpodium dirigiert er in der laufenden Saison renommierte Orchester wie das Orchestre de Chambre de Lausanne, die Filarmonica TRT in Turin, die Staatskapelle Weimar, das Orchestre National de Lyon, die Grazer Philharmoniker und das Orchestre Philharmonique de Monte-Carlo.

Engagements führten ihn an bedeutende Opernhäuser und Orchester weltweit, darunter die Staatsopern in Wien, Berlin, Hamburg und München, das Royal Opera House Covent Garden, La Monnaie in Brüssel, die Opéra National de Paris sowie die Opernhäuser in Washington und Los Angeles. Seit 1997 ist er regelmäßiger Gast an der Metropolitan Opera in New York und seit 2002 bei den Salzburger Festspielen.

De Billy dirigiert ein breites Repertoire von Bach bis hin zu zahlreichen Ur- und Erstaufführungen. Eine enge Zusammenarbeit verbindet ihn mit der Wiener Staatsoper, dem Theater an der Wien, dem Wiener Musikverein und dem Wiener Konzerthaus sowie mit der Bayerischen Staatsoper.

Geboren in Paris, erhielt de Billy seine Ausbildung in seiner Heimatstadt und trat hier zunächst als Orchestermusiker auf, bevor er sehr bald auch als Dirigent in Erscheinung trat. Von 1993 bis 1995 war er Erster Kapellmeister und Stellvertretender Generalmusikdirektor am Anhaltischen Theater in Dessau, von 1996 bis 1998 in gleicher Position an der Wiener Volksoper. Zwischen 1999 und 2004 war er Chefdirigent des Gran Teatro del Liceu in Barcelona und von 2002 bis 2010 Chefdirigent des Radio-Symphonieorchesters Wien. 

Zahlreiche CD- und DVD-Aufnahmen dokumentieren sein künstlerisches Schaffen. Bertrand de Billy ist Träger mehrerer hoher Auszeichnungen in Frankreich und Österreich, darunter die Ehrenmitgliedschaft der Wiener Staatsoper.

Olivier Latry

Der französische Organist, der sich als führender Botschafter seines Instruments etabliert hat, konzertierte in den renommiertesten Konzerthäusern der Welt, war Gast bei Spitzenorchestern unter namhaften Dirigenten, nahm mit großen Plattenfirmen auf und brachte eine beeindruckende Anzahl von Werken zur Uraufführung. Bereits mit 23 Jahren wurde er zum Titularorganisten an Notre-Dame in Paris ernannt und ist seit 2012 Ehrenorganist des Orchestre National de Montréal. 2023 brachte Latry Esa-Pekka Salonens Sinfonia Concertante für Orgel und Orchester mit den Berliner Philharmonikern, dem Orchestre de Paris und dem Finnischen Radio-Sinfonieorchester unter der Leitung von Esa-Pekka Salonen selbst zur Uraufführung. Zu seinen jüngsten Höhepunkten zählen die Schweizer, französische und nordamerikanische Erstaufführung von Pascal Dusapins „Waves“ für Orgel und Orchester mit dem Orchestre Philharmonique de Radio France, dem Orchestre de la Suisse Romande und dem Orchestre symphonique de Montréal. Messiaens sämtliche Orgelwerke spielte er für die Deutsche Grammophon ein und führte sie in Konzerten in Paris, London und New York auf. 2019 begann er eine Zusammenarbeit mit dem Label La Dolce Volta für das Album „Bach to the Future“. Auf der berühmten Orgel von Notre-Dame aufgenommen, enthält das Album Bachs Transkriptionen und Originalwerke, die speziell für dieses außergewöhnliche Instrument bearbeitet wurden. Sein neuestes Album „Inspirations“ (La Dolce Volta LISZT) wurde an der Orgel der Philharmonie de Paris aufgenommen und 2021 veröffentlicht.

Olivier Latry, ein ehemaliger Schüler von Gaston Litaize, lehrte bis 2024 am Conservatoire National Supérieur de Paris und erhielt zahlreiche internationale Auszeichnungen und Preise, darunter den Prix de la Fondation Cino et Simone Del Duca (Institut de France – Académie des Beaux-Arts) 2000 sowie Ehrendoktorwürden der North and Midlands School of Music (UK) 2006 und des Royal College of Organists (UK) 2007. 2009 wurde er von der American Guild of Organists zum „International Performer of the Year“ ernannt und erhielt 2010 die Ehrendoktorwürde der Musik von der McGill University in Montreal.

Vor dem Spiel #4

Was war da los? Unsere KHO-Mitglieder erzählen, wie es zu einem Schnappschuss vor dem Konzert kam – dieses Mal mit Solo-Cellist Friedemann Ludwig und Konzentration zwischen Kisten.

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