Kunst ist die Schönste aller Täuschungen

von Meike Pfister 24. April 2026

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Inhalt

Konzerthausorchester Berlin
Berliner Singakademie

Joana Mallwitz  Dirigentin
Florian Groß  Musikalische Assistenz

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)
Sinfonie Nr. 6 F-Dur op. 68 („Pastorale“)
Allegro ma non troppo („Angenehme, heitere Empfindungen, welche bei der Ankunft auf dem Lande im Menschen erwachen“)
Andante molto moto („Szene am Bach“)
Allegro („Lustiges Zusammensein der Landleute“)
Allegro („Donner, Sturm“)
Allegretto („Hirtengesang. Wohltätige, mit Dank an die Gottheit verbundene Gefühle nach dem Sturm“)

 

PAUSE
 

Maurice Ravel (1875 – 1937)
„Daphnis et Chloë“ – Ballett in drei Teilen für Orchester und Chor

Kunst ist die schönste aller Täuschungen

Nein, gute Musik ist nicht immer schön und möchte das auch nicht immer sein. Neben Arnold Schönberg ließe sich hier zum Beispiel auch Claudio Monteverdi anbringen, der mit expressiven Dissonanzen und Regelbrüchen schon um 1600 seine Zeitgenossen verschreckte. Was Beethovens Sechste Sinfonie und Ravels Ballettmusik „Daphnis et Chloë“ angeht, liegen die Dinge jedoch ziemlich eindeutig: Diese Musik war und ist einfach wunderschön!

Aber was heißt schon „schön“? Das von unzähligen Generationen erforschte Phänomen der Schönheit ist heute wahrscheinlich komplexer denn je. Nicht nur haben wir das Wort bereits viel zu oft und unbedacht verwendet; offenbar lässt sich auch nicht verallgemeinern, was der Mensch denn nun genau schön findet – vor allem in unserer nach immer größerer Individualität strebenden Zeit, in der gefälligst jede und jeder selber entscheiden möchte, was ihm oder ihr gefällt.

Wollte man versuchen zu beweisen, warum die Pastorale und „Daphnis et Chloë“ schön sind, kann das also nur scheitern. Aber die Beschäftigung mit diesem Wort bringt uns die Musik des heutigen Programms vielleicht etwas näher. Im Zusammenhang mit Beethoven lohnt sich ein Blick in die Schriften des Philosophen Immanuel Kant. Er definiert das Schöne in Abgrenzung vom Erhabenen: „Das Erhabene muß jederzeit groß, das Schöne kann klein sein“, führt er aus.“ Schön seien die „Aussicht auf blumenreiche Wiesen“ oder „Täler mit schlängelnden Bächen, bedeckt von weidenden Herden“. Im Gegensatz dazu erzeuge erhabene Natur ein „Wohlgefallen, aber mit Grausen“, etwa beim „Anblick eines Gebirges, dessen beschneite Gipfel sich über Wolken erheben“ oder bei der „Beschreibung eines rasenden Sturmes“.

Diese Beschreibungen scheinen wie gemacht für Beethovens Pastoral-Sinfonie: Die kurze Sturmszene im 4. Satz wäre im Sinne Kants als erhaben, die anderen mit „Erwachen heiterer Empfindungen bei der Ankunft auf dem Lande“ oder „Szene am Bach“ überschriebenen Sätze primär als schön zu bezeichnen. Innerhalb der neun Sinfonien Beethovens sticht die Pastorale als auffällig „schön“ hervor. „Man möchte fürchten, das Haus fiele ein“, schrieb Goethe etwa über Beethovens gewaltige – „erhabene“ – 5. Sinfonie, die zeitgleich mit der Sechsten entstand und so viel besser in das bekannte Beethovenbild passt. Der oft unrasierte, pockennarbige Komponist nannte nämlich keineswegs Schönheit als seinen Zweck „in der Kunstwelt, wie in der ganzen großen schöpfung“, sondern: „allein Freyheit, weiter gehn“. Jetzt könnte man noch Schiller zitieren, der sagt, dass „es die Schönheit ist, durch welche man zu der Freiheit wandert“, aber vielleicht führt das dann auch zu tief in die Schönheits-Debatte…

Ludwig van Beethoven. Strich nach der Zeichnung von J. P. Lyser

Kants Definitionen des Schönen und des Erhabenen besagen im Übrigen auch, dass Männer, Engländer und Spanier erhaben, Frauen und Franzosen hingegen schön seien. Wie erhellend diese Zuschreibungen sind, sei dahingestellt. Dass Schönheit in Frankreich traditionell eine andere Rolle spielt als in Deutschland, lässt sich aber kaum leugnen. Maurice Ravels Zeitgenosse Claude Debussy sparte um die Jahrhundertwende nicht damit, gegen die Deutschen mit ihrem unverbesserlichen Wahrheitsstreben zu wettern, gegen ihren Drang, die Dinge immer „mit dem Holzhammer“ zu benennen. Er hingegen vertrat die Ansicht, dass die Kunst „die schönste aller Täuschungen“ sei, wörtlich übersetzt sogar „die schönste aller Lügen“.  Auch für das Ballett „Daphnis et Chloë“ seines Kollegen Maurice Ravel scheint dieses Statement zuzutreffen. Ein betörender Farbzauber vernebelt in der 1912 uraufgeführten Ballettmusik die Sinne der Hörerschaft wie in kaum einem anderen Werk des 1875 geborenen Komponisten.

Der junge Maurice Ravel

Kants Unterscheidung in schön und erhaben greift im Falle dieser Musik aber weniger als bei Beethoven. Das Stück zeichnet sich neben seiner Klangschönheit schon allein aufgrund des riesigen Orchesterapparates gleichermaßen durch erhabene Größe aus. Besser erfassen lässt sich die Einzigartigkeit dieser Musik vielleicht mit dem antiken Schönheitsbegriff. Qualitäten wie Harmonie, Proportion und Perfektion waren damals eng mit der Vorstellung von Schönheit verknüpft – Attribute, die auf Ravel in besonderer Weise ebenso zutreffen. Nichts überließ der Pariser Dandy dem Zufall, alles war kalkuliert und auf kunstvolle Weise geradezu maskiert – sowohl was seine Musik als auch was seine Erscheinung anging. Mit Rüschenhemden, schrillen Krawatten, mit dem (auch auf Reisen) immer passenden Paar Schuhe zum jeweiligen Anzug sowie mit einem stets perfekt gestutzten Backenbart trat der nur 1,54 m große Mann entweder ans Klavier, aufs Dirigentenpodest oder in seine Komponierstube. Wo Komponisten wie Debussy Freiheit und Inspiration proklamierten, sprach Ravel von Handwerk und unterwarf sich strengen ästhetischen Regeln. An ihrem Widerstand erst entfaltete er seine ganze Phantasie und Meisterschaft. „Mein Ziel ist daher technische Perfektion“, sagte er selbst. „Zweifellos hat die Kunst andere Wirkungen, aber der Künstler (meiner Meinung nach) kein anderes Ziel.“

Das ideale Sujet für seine Musik fand Ravel im Hirtenidyll „Daphnis et Chloë“ des antiken Dichters Longos. Kein geringerer als Johann Wolfgang von Goethe rühmte sie als eine der schönsten Liebesgeschichten überhaupt und empfahl: „Man tut wohl, ,Daphnis und Chloe’ alle Jahr einmal zu lesen“.

„Mehr Ausdruck der Empfindung als Malerei"

Beethovens Pastorale

Beethovens sechste Sinfonie beruht auf keinem Hirtenroman, ist aber dennoch eindeutig in der Hirtensphäre verankert. Über den letzten Satz schreibt Beethoven explizit „Hirtengesang“ – aber auch schon in den vorherigen Sätzen entführt er durch die Wahl seiner musikalischen Mittel eindeutig in dieses Idyll: Die Tonart F-Dur (zahlreiche Komponisten wie etwa J. S. Bach in seiner Pastorale BWV 660 verwendeten sie bereits in diesem Zusammenhang), die Sonderstellung der Holzbläser (vor allem Flöte, Klarinette und Oboe), eine einfache, dissonanzarme Harmonik, wiegende Dreierrhythmen sowie die häufig auf Dreiklängen beruhende Melodik waren schon lange vor Beethoven typisch in diesem Kontext. Gelassen verströmt sich die Musik, gleich dem organischen Wachstum der Natur, kein Drängen und Zwängen wie in so vielen anderen Werken Beethovens, ist hier zu spüren. Die Mühen und Ängste der Landbevölkerung spart Beethoven, der doch sonst so gerne heftige musikalische Diskurse führt, fast gänzlich aus. Nicht einmal der Sturm des 4. Satzes vermag die Stimmung zu trüben – er verstärkt die „frohen und dankbaren Gefühle“ im Nachhinein sogar.

Mit so viel Glückseligkeit, mit den programmatisch anmutenden Überschriften sowie den lautmalerischen Elementen des Stückes (Wasserplätschern und Vogelgezwitscher am Ende des 2. Satzes, holprige Bauerngesänge im 3. Satz, Windesrauschen und Blitzeinschläge im 4.) rief Beethoven – der Titan, der Misanthrop, der Meister der absoluten Musik! – verständlicherweise Misstrauen hervor. Beinah rechtfertigend scheint es, wenn er die Sinfonie mit dem Untertitel „Mehr Ausdruck der Empfindung als Malerei“ versah. Es ging ihm nämlich nicht um eine Eins-zu-Eins-Darstellung des Landlebens, sondern darum, seine eigene, beinah religiöse Auffassung der Natur in Töne zu verwandeln. „Mein unglückseliges Gehör plagt mich hier nicht“, schrieb er wenige Jahre nach der Entstehung der Pastorale auf ein Skizzenblatt. „Ist es doch, als ob jeder Baum zu mir spräche auf dem Lande: heilig, heilig! Im Walde Entzücken! Wer kann alles ausdrücken?“

Pure Farbe

Ravels Ballett „Daphnis et Chloë“

Was Beethoven im Jahr 1808 in Wien in einem Untertitel formulierte – „Mehr Ausdruck der Empfindung als Malerei“ –, sollte gegen Ende des Jahrhunderts in Paris zum Programm erhoben werden und eine neue Modernität kennzeichnen: den Impressionismus. Noch viel stärker als in der Pastorale trat hier der konkrete Gegenstand – oft ein ganz banaler wie Wasser oder Wolken – hinter dem subjektiven Blick der Künstlerinnen und Künstler, der persönlich erlebten Atmosphäre zurück. Für die Impressionisten der Bildenden Kunst, die der Musik (wie so oft) vorausgingen, spielte dabei vor allem das Licht eine zentrale Rolle. Anstatt arrangierte Objekte im Atelier abzumalen, arbeiteten sie erstmals in der freien Natur und versuchten, die jeweilige, unwiederholbare Lichtstimmung auf die Leinwand zu bannen.

Das Etikett „Impressionist“ war zu Beginn keineswegs ein Kompliment. Verschwommene Formgrenzen, teilweise nur fragmentarische Darstellungen, keine klare Abtrennung von Vordergrund und Hintergrund – all das entsprach so gar nicht der traditionellen Malerei und stieß auf Widerstand. Ohnehin sind Etikettierungen in der Kunst ja immer schwierig. Bestes Beispiel dafür ist Maurice Ravel, der ebenso sehr vom Neoklassizismus oder auch der zweiten Wiener Schule beeinflusst war wie vom Impressionismus. Im Falle von Daphnis et Chloë ist er aber Impressionist mit Haut und Haaren. Neblige Klangflächen, oft fragmentarische Melodien und eine schillernde Palette an Klangfarben in allen Schattierungen und Mischungen kennzeichnen die einstündige Ballettmusik. Vor allem sind die instrumentalen Farben hier nicht mehr austauschbar, sondern ein mit Rhythmus, Melodik und Harmonik ebenbürtiges Gestaltungsmittel. Das riesige Orchester mit allein 15 verschiedenen Schlaginstrumenten wie Tamtam, Kastagnetten und Crotales bot ihm hier paradiesische Möglichkeiten. Und als sei das nicht genug, setzte Ravel noch ein weiteres „Instrument“ ein: einen ohne Worte, nur auf a singenden Chor – pure Farbe.

Ein Klangspektakel für die Hörerschaft – ein finanzieller und logistischer Problemfall für Veranstalter und Bühnentechnik. In London sollte deswegen eine abgespeckte Version ohne Chor aufgeführt werden, sehr zum Unwillen des Komponisten. Ravel wandte sich persönlich an die Londoner Presse und kommentierte trocken: „Mein wichtigstes Werk, Daphnis und Chloë, wird am Dienstag, 9. Juni, im Drury Lane Theatre aufgeführt. Dieses Ereignis sollte für mich eine außerordentliche Freude bedeuten, eine der größten Auszeichnungen meiner Laufbahn. Ich höre allerdings, dass das, was jetzt dem Londoner Publikum angeboten wird, nicht mein Werk in seiner ursprünglichen Gestalt sein wird, sondern ein verändertes Arrangement, das ich auf Bitten Diaghilews geschrieben habe, um die Aufführungen in bestimmten Orten zweiter Wahl zu erleichtern. Wahrscheinlich betrachtet Diaghilew London als einen Ort zweiter Wahl.“

Dass das Verhältnis zwischen Ravel und dem Ballettimpresario Sergej Diaghilew nicht ganz spannungsfrei war, geht nicht nur aus dieser Äußerung Ravels hervor. Diaghilew hatte Ravel im Jahr 1909 (als ersten französischen Komponisten!) angefragt, eine Ballettmusik für ihn und sein berühmtes Ensemble Ballet Russe zu schreiben. Mit knapp zwei Jahren Verzögerung, im Jahr 1912, lieferte Ravel dann auch das gewünschte Werk. Korrekturen am Libretto, die überaus aufwändige Instrumentierung und nicht zuletzt Ravels Perfektionismus hatten zwischenzeitlich viel Zeit und Nerven gekostet. Für zusätzlichen Unmut sorgte das in Ravels Augen unangemessene Honorar, das er sich mit der Ballettdirektorin sowie dem Choreographen Michail Fokin teilen sollte. „Wir (ich sage wir, denn ich habe auch daran mitgewirkt) haben uns mehrere Nächte um die Ohren geschlagen, um das Libretto zu schreiben, an dem ich selbst seither so manches redigiert habe, ganz abgesehen von den langen Monaten, die ich jetzt schon über der Musik brüte. Ich fände es eine schreiende Ungerechtigkeit, mit einem Drittel abgespeist zu werden.“

Wie profan und anstrengend erscheinen all diese Streitereien neben der Liebesgeschichte von „Daphnis et Chloë“! Im idyllischen Arkadien entdecken die beiden Hirtenkinder ihre Liebe füreinander. Konkurrent Dorcon und Konkurrentin Lyceion entpuppen sich als chancenlos. Nymphen beleben das Geschehen. Die unerwartete Entführung Chloës durch eine Horde an Piraten ist ebenfalls schnell wieder bereinigt – Gott Pan persönlich rettet Chloë, die soeben vom Anführer Bryaxis zum Tanzen gezwungen wurde. Am Ende sind die Liebenden wieder vereint. Voller Dankbarkeit ihrem Retter gegenüber spielen sie die Verführungsszene von Pan und Syrinx nach. Die Idylle ist perfekter denn je.

Wäre es doch immer so einfach… Die Entstehungsgeschichte des Werkes beweist zumindest, dass auch bei größten Widerständen am Ende doch noch alles gut – und vor allem schön! – werden kann. „Es ist sicherlich nicht nur eines der besten Werke Ravels“, erkannte der Komponist und Ballettexperte Igor Strawinsky an, „sondern auch eines der schönsten Erzeugnisse der französischen Musik überhaupt.“

Das Konzerthausorchester Berlin spielt seit der Saison 2023/24 unter Leitung von Chefdirigentin Joana Mallwitz. Sie folgt damit Christoph Eschenbach, der diese Position ab 2019 vier Spielzeiten innehatte. Als Ehrendirigent ist Iván Fischer, Chefdirigent von 2012 bis 2018, dem Orchester weiterhin sehr verbunden.

1952 als Berliner Sinfonie-Orchester (BSO) gegründet, erfuhr das heutige Konzerthausorchester Berlin von 1960 bis 1977 unter Chefdirigent Kurt Sanderling seine entscheidende Profilierung und internationale Anerkennung. Seine eigene Spielstätte erhielt es 1984 mit Wiedereröffnung des restaurierten Schauspielhauses am Gendarmenmarkt. Zehn Jahre später wurde das BSO offizielles Hausorchester am nun umgetauften Konzerthaus Berlin und trägt seit 2006 dazu passend seinen heutigen Namen. Dort spielt es pro Saison mehr als 100 Konzerte. Außerdem ist es regelmäßig auf Tourneen und Festivals im In- und Ausland zu erleben. An der 2010 gegründeten Kurt-Sanderling-Akademie bilden die Musiker*innen hochbegabten Orchesternachwuchs aus.

 Einem breiten Publikum auf höchstem Niveau gespielte Musik nah zu bringen, ist dem Konzerthausorchester wesentliches Anliegen. Dafür engagieren sich die Musiker*innen etwa bei „Mittendrin“, wobei das Publikum im Konzert direkt neben Orchestermitgliedern sitzt, als Mitwirkende in Clipserien im Web wie dem mehrfach preisgekrönten #klangberlins oder in den Streams „Spielzeit“ auf der Webplattform „twitch“. Die Verbundenheit mit Berlin zeigt sich im vielfältigen pädagogischen und sozialen Engagement des Orchesters mit diversen Partnern in der Stadt.

Joana Mallwitz ist seit Beginn der Saison 2023/24 Chefdirigentin und künstlerische Leiterin des Konzerthausorchesters Berlin. Auf internationaler Bühne zählt sie spätestens seit ihrem umjubelten Debüt bei den Salzburger Festspielen 2020 mit Mozarts „Cosí fan tutte“ zu den herausragenden Dirigenten ihrer Generation. Große Erfolge feierte die Dirigentin auch an der Metropolitan Opera New York, der Bayerischen Staatsoper, der Semperoper Dresden, am Royal Opera House Covent Garden, der Oper Frankfurt und dem Königlichen Opernhaus Kopenhagen. Regelmäßig wird sie auch weltweit von den großen Orchestern eingeladen. In der Saison 2025/26 wird sie zu Beginn einer mehrjährigen Zusammenarbeit mit dem Mahler Chamber Orchestra die Osterfestspiele Baden-Baden mit einer Neuproduktion von Wagners „Lohengrin“ eröffnen. Zur Saisoneröffnung am Opernhaus Zürich kehrt sie mit einer Premiere von Richard Strauss‘ „Rosenkavalier“ zurück.

Joana Mallwitz ist Exklusivkünstlerin der Deutschen Grammophon. Für ihre CD „The Kurt Weill Album“ mit dem Konzerthausorchester Berlin wurde sie als Dirigentin des Jahres mit dem OPUS Klassik ausgezeichnet. In der aktuellen Saison stehen mit dem Konzerthausorchester neben vielen Abonnementkonzerten eine Aufnahme der „Schöpfung“ von Haydn und eine Tournee auf dem Programm, die unter anderem nach Hamburg, Linz und Köln führt.

Mit ihrem Antritt am Theater Erfurt 2014/15 war Joana Mallwitz die jüngste Generalmusikdirektorin in Europa. 2018 wechselte sie in gleicher Funktion ans Staatstheater Nürnberg. Dort brachte sie zahlreiche Produktionen, Konzerte und Formate zu großer überregionaler Aufmerksamkeit und wurde bereits nach der ersten gemeinsamen Saison 2019 in der Kritikerumfrage der „Opernwelt“ als „Dirigentin des Jahres“ ausgezeichnet. Die von ihr ins Leben gerufenen „Expeditionskonzerte“ sowie die Gründungen der Orchesterakademie in Erfurt und der Jungen Staatsphilharmonie in Nürnberg sind anhaltende Erfolgsgeschichten. Die Staatsphilharmonie Nürnberg ernannte Joana Mallwitz im April 2024 zur Ehrendirigentin.

In Hildesheim geboren, studierte Joana Mallwitz an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Sie ist Trägerin des Bayerischen Verfassungsordens. Für ihre langjährige Arbeit im Bereich Vermittlung klassischer Musik und Nachwuchsförderung wurde ihr 2023 das Bundesverdienstkreuz verliehen. Der im Frühjahr 2024 erschienene Dokumentarfilm „Joana Mallwitz – Momentum“ von Günter Atteln stieß bei Publikum und Medien auf großes Interesse.

Joana Mallwitz lebt mit ihrer Familie in Berlin.

Berliner Singakademie

Die Berliner Singakademie wurde 1963 gegründet. Hans Pischner, der 1963 Intendant der Deutschen Staatsoper geworden war, ermöglichte es, dass ein Bündnis der Singakademie mit diesem Opernhaus zustande kam und holte Helmut Koch als künstlerischen Leiter. Dessen Nachfolger wurde Dietrich Knothe. 1989 wurde Achim Zimmermann zum Direktor der Berliner Singakademie berufen.

Seit 1984 finden die meisten Konzerte der Berliner Singakademie im Konzerthaus Berlin statt. Aufführungsorte sind aber auch die Berliner Philharmonie und ihr Kammermusiksaal, die Nikolaikirche in Berlin-Mitte, die Gethsemanekirche in Berlin-Prenzlauer Berg und andere.

Neben Werken von Komponisten wie Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und vor allem Felix Mendelssohn Bartholdy nehmen auch Werke von Honegger, Eisler, Martinů, Martin, Britten oder Theodorakis sowie zeitgenössische Musik ihren Platz in der Proben- und Konzertarbeit ein. 2002 kam das Oratorium „Medea in Korinth“ von Georg Katzer nach einem Libretto von Christa und Gerhard Wolf zur Uraufführung. 2014 wurde „Das Glück“ von Helmut Zapf nach dem gleichnamigen Gedicht von Friedrich Schiller uraufgeführt. Beides sind Auftragswerke der Berliner Singakademie.

Hinsichtlich der Pflege der Alten Musik arbeitet die Berliner Singakademie immer häufiger mit Spezialensembles, etwa dem Ensemble wunderkammer, zusammen. Neben der Aufführung chorsinfonischer Werke führt der Chor mindestens einmal im Jahr ein A-cappella-Konzert auf.

Die Berliner Singakademie gastierte bereits in vielen Ländern, zuletzt 2015 in Südafrika, 2017 in Lettland und 2019 in Südkoreas Hauptstadt Seoul.

In Berlin arbeitet der Chor mit herausragenden Gesangssolistinnen und -solisten und nahezu allen großen Orchestern der Stadt zusammen. Ständige Partner sind das Konzerthausorchester, das Orchester der Komischen Oper Berlin sowie die Kammerakademie Potsdam. Engagements erfolgten durch das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und durch die Berliner Philharmoniker. Dabei arbeitete der Chor mit Dirigenten wie Claudio Abbado, Marek Janowski, Kristjan Järvi, Vladimir Jurowski, Yakov Kreizberg, Paul Mc Creesh, Kirill Petrenko, Markus Poschner, Helmuth Rilling, Heinz Rögner, Ainārs Rubiķis, Kurt Sanderling, Peter Schreier und Ottmar Suitner zusammen. Im November 2019 wurde ihm die Geschwister-Mendelssohn-Medaille des Berliner Chorverbandes verliehen.

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