Willkommen an der Kurt-Sanderling-Akademie

von Annette Zerpner 19. Dezember 2023

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Konzert der Akademist*innen © Simon Pauly

Wir stellen Euch die Kurt-Sanderling-Akademie 23/24 vor

Seit Saisonbeginn haben sich unsere vier „Neuen“ schon komplett eingelebt. Im Rahmen der „Mostly Mallwitz“-Woche Ende November haben alle neun aktuellen Akademieglieder ein Espresso-Konzert gestaltet. Hans Henning Ernst, Elena Cotrone, Phoebe White sowie Ulrike Petersen als Gast an den Geigen, Mao Konishi und Barok Bostanci an den Bratschen sowie Hyejin Kim und Sofía Ogas am Cello spielten zum Schluss Mendelssohns Streichoktett Es-Dur op. 20, bei dem unser Titelfoto entstanden ist.

Unsere vier „Neuen“

Beim ersten Berlinbesuch hat sich Geigerin Elena Cotrone in die Hackeschen Höfe verliebt: „Außerdem mag ich, dass es in Berlin neben jeder großen Straße ruhige, schöne, fast geheime Orte gibt. Ich verlaufe mich gern in der Stadt!“ Zur Geige fand sie am Tag der offenen Tür der Musikschule: „Ich habe den Unterricht des Lehrers total gern gemocht.“ Da war das Klavier, das sie eigentlich lernen wollte, schnell vergessen.

Wie sähe ihr Leben aus, wenn sie nicht professionell Geige spielen würde? „Dann würde ich eine Buchhandlung mit Café eröffnen und dort auf einer kleinen Bühne Konzerte organisieren.“

Neben Literatur liebt Elena Malerei und hat eine Sammelleidenschaft: „Jedes Mal, wenn ich ins Museum gehe, kaufen ich hinterher einen Beutel mit dem Motiv eines Malers, den ich mag.“ Das Lieblingsessen der Französin sind „pâtes à l'ail“ nach dem Rezept ihrer Großmutter: „Für die Sauce braucht man frische Tomaten, Knoblauch, Basilikum und Olivenöl, mit Pasta und Parmigiano. Sehr lecker!“

„Außerdem mag ich, dass es in Berlin neben jeder großen Straße ruhige, schöne, fast geheime Orte gibt. Ich verlaufe mich gern in der Stadt!“

Hyejin Kim beginnt das Wochenende am liebsten mit einer Tasse handgefiltertem Kaffee. Dann ist das Cello für eine kurze Übesession dran – ihr Instrument hat sie sich als kleines Mädchen ausgesucht, weil es größer ist als eine Geige. Die spielte nämlich ihre Schwester!

Nach dem Üben trifft sie sich mit Freunden, um Restaurants und Cafés auszuprobieren, Galerien zu entdecken – kurz gesagt, die schönen Seiten der Großstadt zu genießen. Und wenn das Wetter mal nicht gut ist? Dann bleibt sie gern im Schlafanzug daheim! Hyejin, die aus Seoul stammt, sammelt Kühlschrankmagneten von allen Orten, die sie besucht.

„Vor der Pandemie habe ich in meinem Leben nur Geige gespielt, obwohl ich mich immer für Bratsche interessiert habe. Nach ein paar Versuchen habe ich mich in ihren warmen Klang verliebt und sofort entschieden, komplett zu wechseln“, erzählt Mao Konishi. Schumann, Bartók und Hindemith sind ihre Lieblingskomponisten – von allen gibt es übrigens tolle Stücke für Bratsche. Klavier wäre ebenfalls ein Instrument für sie.

Wenn die Japanerin aus Kyoto keine Musikerin wäre, würde sie als zoologische Wissenschaftlerin arbeiten – kein Wunder, dass Maos Lieblingsorte in Berlin der Zoo und der Tierpark sind. Und was isst sie gern? „Scharfe Gerichte!“

„Nach ein paar Versuchen habe ich mich in den warmen Klang der Bratsche verliebt und sofort entschieden, komplett zu wechseln“

Wenn man neu in Berlin ist, ist es gut, wenn man Freunde hat, die einem die besten Orte zeigen: Unsere Cellistin Sofía Ogas lernt auf diese Weise gerade an Wochenenden die Stadt kennen. Ihr Instrument verdankt die Argentinierin ihren Eltern, die es ihr ans Herz gelegt haben – und dem Cellolehrer an der Musikschule, denn der „war sehr cool“.

Bei Orchesterwerken ist Gustav Mahler ihre „Nr. 1“. Wenn sie Zeit hätte, würde sie sich „sehr gern wieder ans Klavier setzen. Der Unterricht im Studium war total schön“. Alternativinstrument im Orchester? „Unbedingt Kontrabass!“

In einer Parallelwelt würde Sofía sich als Sozialarbeiterin engagieren. Ihr Lieblingsessen, selbstgemachte Gnocchi, gehört für sie zu allen besonderen Gelegenheiten in ihrer Familie.

Wenn man neu in Berlin ist, ist es gut, wenn man Freunde hat, die einem die besten Orte zeigen

... und fünf, die schon länger dabei sind

Mit Flötistin Yeseul Bahngs Antwort auf die Frage nach ihrem Lieblingsplatz können sich viele identifizieren: Zu Hause! Dort erholt sie sich am Wochenende vom Großstadttrubel, liest und hört Musik. Das e-Moll-Flötenkonzert von Mercadante brachte Yeseul als 12-Jährige zu ihrem Instrument. Ihr heutiges Lieblingstück ist Schuberts einzige Flötenkomposition: Introduktion und Variationen über sein Lied „Trockne Blumen“. Die Oboe und deren Klangfarbe haben es ihr ebenfalls angetan. In einer alternativen Welt wäre die Koreanerin wohl Musiktherapeutin. Auch hier in Berlin isst sie am liebsten Gerichte aus ihrer Heimat Korea.

Weil eine gute Körperhaltung fürs Musizieren sehr wichtig ist, reserviert unser aus Ankara stammender Bratscher Barok Bostanci vor allem am Wochenende neben dem Üben so viel Zeit wie möglich für Sport, Am liebsten geht er dafür in den Tempelhofer Franckepark. Für sein Instrument hat ihn zunächst ein guter Lehrer am Konservatorium begeistert. Barok ist außerdem E-Gitarren-Fan – da favorisiert er die Gibson Les Paul Traditional. Wäre er kein Bratscher, würde er beruflich am liebsten Streichinstrumente bauen. Sein Lieblingsessen: Shrimps-Kasserolle!

Geiger Hans Henning Ernst geht an Berliner Wochenenden oft in Ausstellungen, von Antike bis zeitgenössische Fotografie. Ein Lieblingsplatz ist das alte Funkhaus Nalepastraße. Als Dreijähriger war er von „einem Open-Air-Konzert mit Suiten von Händel und opulentem Feuerwerk so euphorisiert“, dass er zunächst Trompete lernen wollte. Heute wünscht sich der Geiger, „so gut Klavier zu spielen, dass ich große Partituren vom Blatt spielen könnte“. In einer anderen Welt wäre Hans vielleicht Journalist, Stadtplaner oder würde zu evolutionärer Anthropologie forschen. Zur aktuellen Jahreszeit liebt der Rostocker Nudelsuppen, außerdem Fisch und „alles mit Stampfkartoffeln und grünen Bohnen“.

Schlagzeuger Christoph Lindner ist in seiner Freizeit sportlich unterwegs: Beachvolleyball, Fußball, Joggen. Das kann er sehr gut an seinem Lieblingsort in der Stadt, dem Tiergarten. Über sein Instrument erzählt er: „Als ich 7 war, fand ich Drumset sehr cool und wollte es gerne lernen. Später habe ich dann jemanden Marimba spielen sehen und war von dem Klang so fasziniert, dass ich wiederum das gerne beherrschen wollte. So bin ich Stück für Stück zum klassischen Orchester-Schlagzeug gekommen.“ Bei Christophs Lieblingskomponist Dmitri Schostakowitsch hat das Schlagwerk oft ordentlich zu tun. Er könnte sich übrigens auch vorstellen, Posaune zu spielen. Wäre der Berliner kein Musiker, würde er als Mathe- und Sportlehrer vor einer Klasse oder auf dem Sportplatz stehen. Während Sammeln bei vielen ein Hobby ist, sind Schlagzeuger sozusagen dazu verpflichtet: Christoph hat sehr, sehr viele Schlägel. Ach, und sein Lieblingsessen ist Spinatlasagne!

„Als ich 7 war, fand ich Drumset sehr cool und wollte es gerne lernen. Später habe ich dann jemanden Marimba spielen sehen und war von dem Klang so fasziniert, dass ich wiederum das gerne beherrschen wollte. So bin ich Stück für Stück zum klassischen Orchester-Schlagzeug gekommen.“

Wenn Geigerin Phoebe White mal ein Wochenende frei hat, tanzt sie gern in Berliner Clubs. Zum ihrem Instrument kam sie durch ihre ältere Schwester. Die spielte schon Geige, als Phoebe auf die Welt kam. „Ich war vollkommen fasziniert, wenn sie geübt hat und habe irgendwann begonnen, sie nachzuahmen.“ Reizvolle Berufsalternativen hätte die Irin aus Dublin in anderen Kunstsparten gefunden – als Malerin oder Filmemacherin.

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