16.00 Uhr
Konzerthausorchester Berlin, RIAS Kammerchor, Joana Mallwitz
Cappella Gabetta
Sol Gabetta Violoncello
Dmitry Smirnov Konzertmeister
Irina Zahharenkova Klavier
Das Programm
Gioacchino Rossini (1792 – 1868)
„Une Larme“ (Eine Träne) aus „Péchés de vieillesse“
Adrien-François Servais (1807 – 1866)
„Souvenir de Spa“ – Fantaisie op. 2
Gioacchino Rossini
Sonate für Streichorchester Nr. 6 D-Dur, 3. Satz (La Tempesta. Allegro)
Gaetano Donizetti (1816 – 1848)
„Una furtiva lagrima“ – Romanze aus der Oper „Der Liebestrank“, für Violoncello und Klavier bearbeitet von Alexander Batta
George Onslow (1784 – 1853)
Klavierquintett h-Moll op. 70, 3. Satz (Finale. Allegretto molto moderato)
PAUSE
George Onslow
Streichquintett Nr. 19 c-Moll op. 44, 4. Satz (Vivace ed agitato)
Jacques Offenbach (1819 – 1880)
Prière et Boléro op. 22
Franz Schubert
„Ave Maria“ D 839, für Violoncello und Klavier bearbeitet von Alexander Batta
Adrien-François Servais
Fantaisie sur deux airs russes op. 13
Lise Cristiani, Lithographie von H. J. J., nach Thomas Couture, ca. 1860
So hieß es 1847 anerkennend in einem Konzertbericht aus Königsberg, und weiter: „Man kann nicht unterlassen, auch ihre äußere Fertigkeit zu bewundern, denn wie der Falke aus der Höhe so schießt ihre geflügelte Hand von den obersten Tongriffen zur Applikatur und zurück; und haarscharf ist ihr Ziel erreicht, höchste Reinheit und Klarheit lächelt dem Hörer stets entgegen.“
Am 4. Dezember 2025 jährte sich der Geburtstag der ersten Berufs-Cellistin der Welt zum 200. Mal. Lise Cristianis Lebensumstände waren in jeder Hinsicht außergewöhnlich: geheimnisvoll und skandalumwittert, von ungeheurem Mut und Selbstbewusstsein getragen, aufsehenerregend in den intellektuellen und künstlerischen Hochburgen Europas – ausgehend von Cristianis Geburtsstadt Paris – und durch Russland bis nach Sibirien. Sie wurde nur 27 Jahre alt, starb in Nowotscherkassk entkräftet an der Cholera.
Die zitierte Kritik war eine rühmliche Ausnahme, denn viele durchaus ernstzunehmende Rezensenten erregten sich über ihren Tabubruch. In der Allgemeinen Wiener Musikzeitung war 1844 zu lesen: „Eine Violoncellistin !!! soll sich in einem Pariser Salon producieren mit Namen Christiani-Barbier und zwar mit großem Beifall – Das sind die Früchte der Frauen-Emanzipation!“ Sie verstieß gegen ein ungeschriebenes Gesetz ihrer Zeit: Damals noch ohne Stachel gespielt, musste das Cello zwischen die Beine geklemmt werden, undenkbar für eine Frau. Insofern gehörten zu den vielen Konzertbesuchern der jungen Musikerin, die zuerst in Frankreich, Deutschland und Skandinavien zum Kassenschlager wurde, viele Voyeure, die in den hinteren Reihen ungeniert auf die Stühle kletterten, um Cristiani und ihr Cello besser sehen zu können.
Lise Cristiani kam als uneheliches Kind zur Welt und wuchs bei den Großeltern auf. Ihre Biographie gab der Musikgeschichtsschreibung lange Rätsel auf. Inzwischen haben sich neben einer Familienchronik auch die von ihr selbst zusammengestellten Konzertprogramme gefunden, anhand derer Sol Gabetta ihr Projekt konzipieren konnte.
Im Haus der Großeltern bekam Cristiani eine sehr kulturorientierte Bildung, und es soll die Idee des Großvaters gewesen sein, das hochmusikalische Mädchen zur Berufs-Cellistin ausbilden zu lassen. Nachdem ihre ersten Auftritte auf viel Ablehnung stießen, setzten sich wichtige Komponisten und Musiker der Stadt, allen voran ihr Lehrer Bernard Benazet, für die 18-Jährige ein – mit großem Erfolg.
Gioacchino Rossini. Fotografie von Étienne Carjat, 1865
Den Auftakt des Abends macht eine kleine „Péché de vieillesse“ – eine „Sünde des Alters“ – von Gioacchino Rossini. Der Italiener aus dem Städtchen Pesaro am Golf von Venedig ist untrennbar mit der Gattung Oper verbunden. Bekanntermaßen zog er sich sehr früh, mit nicht einmal 40 Jahren, von der Bühne zurück. Aber in dieser knappen Schaffenszeit sind 39 Opern entstanden. Er war und blieb eine allseits geschätzte Instanz im italienischen wie auch später im französischen Musikleben, hielt einmal wöchentlich Salon und schrieb für diese Zusammentreffen kleine Stücke, tituliert als „Sünden des Alters“. Neben den Vokalstücken enthält die 14-teilige Sammlung auch Instrumentales, darunter das melancholische Stück „Une larme“, Teil 10 aus dem neunten Band, eine Originalkomposition für Cello und Klavier.
Rossini galt als Wunderkind, und sicher war sein kometenhafter Aufstieg auch der kompositorischen Frühreife geschuldet. Die sechs Streichersonaten sollen das Werk des 12-Jährigen sein, angeblich in der Sommerfrische entstanden. Es sind unbestreitbar kleine Meisterwerke, die dem großen Maestro alle Ehre machen. Ein Zeichen dafür, dass er sich dessen durchaus bewusst war, ist, dass er die Sonaten zwanzig Jahre später in Druck gab. Möglicherweise hat er die unterhaltsamen Erstlinge später überarbeitet und bei der Entstehungslegende bezüglich seines Alters etwas gemogelt, aber es sind in jedem Fall seine frühesten erhaltenen Kompositionen. Als kleines Beispiel erklingt der dritte Satz der sechsten Sonate.
Adrien-François Servais, Lithographie von Josef Kriehuber, 1842
Adrien-François Servais, geboren in der Nähe von Brüssel, entdeckte schon als Halbwüchsiger die Liebe zum Cello. Und er – auch als Komponist aktiv – faszinierte Publikum und Kollegen so sehr, dass er hochachtungsvoll der „Paganini des Violoncellos“ genannt wurde. Servais war vermutlich einer der Ersten, der ab etwa 1845 beim Spiel einen Cellostachel nutzte, lange, bevor diese Spielerleichterung sich bei Solisten und Orchestermusikern generell durchsetzen konnte. Damit wurden ein freieres Spiel, eine andere Bogenführung möglich, weil das Cello so nicht mehr von den Waden gehalten werden musste. Schnellere Tempi, Doppelgriffe, Trillerketten in allen Lagen, ein erweiterter Tonumfang – Servais’ „Souvenir de Spa“ von 1844 und die neun Jahre später komponierte „Fantaisie sur deux airs russes“ op. 13 stellen das Können des Belgiers eindrucksvoll unter Beweis.
Er war als reisender Virtuose unterwegs und entzückte auch gekrönte Häupter, so dass er genau wie Lise Cristiani in den Besitz eines Stradivari-Cellos kam, bei ihm das Geschenk eines russischen Prinzen. In Kiew gab es eine Begegnung der beiden Cello-Zauberer, und ein Zuhörer wird mit den Worten zitiert: „Wenn man dem belgischen Cellisten zuhört, spitzt man die Ohren, aber bei der kleinen Französin hört man mit dem Herzen.“
Alexander Batta. Gemälde von Ernest Meissonier, 1859
Der komponierende Cellist Alexander Batta – Bearbeiter der Stücke von Donizetti und Schubert – wurde 1816 in Maastricht geboren, aber die Familie siedelte 1821 nach Brüssel und in den 1830er Jahren nach Paris über. Schon Battas Vater strich das Cello und war Instrumentallehrer, alle drei Söhne wurden Instrumentalisten.
Nachdem Batta 1837 die Pariser in vier Beethoven-Kammerkonzerten mit Franz Liszt am Klavier und dem Geiger Chrétien Urban auf sich aufmerksam gemacht hatte, fand er schnell Zugang zu den künstlerisch-intellektuellen Kreisen der Stadt: Man kannte einander, begegnete sich regelmäßig, war befreundet. Neben Liszt zählten Rossini und Donizetti, Gounod und Berlioz, aber auch Balzac oder Dumas zum engeren Bekanntenkreis. Batta reüssierte in den angesagten Salons, wobei er – ein großer Freund der Oper – vielfach bekannte Opernmelodien paraphrasierte und für Cello und Klavier transkribierte. Dazu gehört auch die Romanze des Nemorino „Una furtiva lagrima“ aus Gaetano Donizettis komischer Oper „Der Liebestrank“, 1832 in Mailand uraufgeführt. Das Cello übernimmt den sehnsüchtig-flehenden Gesang des Tenors sehr überzeugend. Ebenso hingebungsvoll gelingt das in Schuberts „Ave Maria“, eigentlich „Ellens dritter Gesang“ D 839, aus einem Heft mit sechs Lieder-Bearbeitungen von Franz Schubert.
Übrigens war Batta einer der ersten gewesen, die Cristiani unterstützten, auch indem er ihr bisher unveröffentlichte eigene Werke zur Aufführung anbot. In den Salons rühmte man Cristianis Spiel: Es sei „sanft wie das von Batta”.
George Onslow. Zeichnung
Das Hauptaugenmerk von George Onslow lag auf der Kammermusik, wobei er sich – untypisch für einen französischen Komponisten der Zeit, in der die Opéra Comique von Donizetti und Rossini ebenso wie romantische Klavierschöpfungen von Liszt und Chopin sehr beliebt waren – an der Wiener Klassik orientierte. Wegen des streng klassischen Stils und nicht zuletzt wegen des großen Kammermusik-Œuvres – darunter 36 Streichquartette und 34 Streichquintette – nannte man ihn auch den „französischen Beethoven“.
Onslow war der Sohn eines nach Frankreich ausgewanderten englischen Adligen und wuchs in sehr begüterten Verhältnissen in Clermont-Ferrand auf, was eine weitgefächerte kulturelle Bildung einschloss. Während der Revolutionswirren ging er mit dem Vater nach Hamburg, später dann nach London und ließ sich 1808 schließlich in Paris nieder, wo er jeweils bei berühmten Kollegen Komposition studierte. In London begann er zudem, sich im Cellospiel ausbilden zu lassen.
Viele der Quintette Onslows sind für zwei Celli komponiert, wahlweise auch für Kontrabass anstelle des zweiten Cellos. Das Klavierquintett h-Moll op. 70 entstand 1846, das 19. Streichquintett op. 44 bereits zwölf Jahre vorher. Es erklingt jeweils der Schlusssatz.
Jacques Offenbach, Fotografie von Félix Nadar
Als siebentes von zehn Kindern eines dichtenden und komponierenden jüdischen Kantors erblickte Jakob das Licht der Welt in Köln, verließ aber schon als Vierzehnjähriger 1833 gemeinsam mit dem Vater und einem älteren Bruder die Stadt Richtung Paris. Dem Kantor lag die musikalische Ausbildung aller Kinder am Herzen, und besonders Jakob zeigte sein unübersehbares Talent an der Geige und vor allem dem Violoncello. Und wirklich bekam er einen Platz am renommierten Conservatoire und studierte Cello und Komposition.
1841 siedelte Jacques Offenbach dann ganz in die französische Metropole über. Dem Konservatorium hatte er bald den Rücken gekehrt, aber er tauchte in das musikalische Leben der Stadt ein, wurde einige Zeit Leiter des Chores der Synagoge und später Mitglied im Orchester der Opéra Comique. Als Cello-Virtuose bezauberte er in den angesagten Salons der Stadt. Den Weg dazu hatte Friedrich von Flotow geebnet – Kollege und Landsmann –, der durch seinen Adelsstand überall Zugang hatte. Sein Rat war, hier „Ruf und Lebensunterhalt zu erringen“.
Vor dem Siegeszug als „Erfinder der Operette“ wurde Offenbach in ganz Europa als Cellist bejubelt und galt in den zeitgenössischen Blättern als „Liszt des Cellos“. 75 Cellokompositionen sind neben mehr als einhundert Bühnenwerken überliefert, darunter ein hochvirtuoses Cellokonzert und viele kleinere Stücke, wie Prière et Boléro op. 22 von 1840. Es wurde zu einem Paradestück, das ihn als gefeierten Virtuosen durch viele Auftritte begleitete – bei einem in Köln war Franz Liszt Offenbachs Klavierpartner. Meditative Innerlichkeit und fulminante Virtuosität – aus jedem Ton hört man die genaue Kenntnis des tiefen Streichinstrumentes. Vorher jedoch – so beschreibt Waldemar Kamer in seiner neuen Biographie von Lise Cristiani – hatte Offenbach dieser sein noch unveröffentlichtes Stück zur Verfügung gestellt. Sie spielte es bei ihrem öffentlichen Debüt am 14. Februar 1845 in der Pariser Salle Herz. Spätestens nun war der Durchbruch gelungen. Hector Berlioz sah eines der größten Talente der Stadt in der jungen Frau, Virtuosin und Instrument würden „perfekt harmonieren”.
Überall, wo Cristiani auftrat, wurde sie von den ortsansässigen Künstlern empfangen und unterstützt. Anlässlich mehrerer Konzerte im Leipziger Gewandhaus etwa faszinierte sie Felix Mendelssohn Bartholdy so mit ihrem Spiel, dass er ihr eine Romanze widmete, sein einziges Lied ohne Worte nicht für Klavier allein, sondern mit Cello und Klavier.
Offenbar beherrschte die Cellistin nicht nur ihr Instrument meisterhaft, sie war eine kluge und gebildete Frau. Ihre Briefe beweisen, dass sie sich auf eine brillante Konversation verstand, das einzige überlieferte Bildnis zeigt eine attraktive und selbstsichere junge Frau. Dank einer großen Auswahl schöner Kleider mit weit geschnittenen Röcken stellte sie zudem in jedem Konzert unter Beweis, dass eine Frau am Cello für niemanden ein Problem ist.
Es war ihr nicht genug, vor gebildeten Schichten und gekrönten Häuptern aufzutreten, deshalb reiste sie 1849 durch Sibirien, um auch für Menschen zu spielen, die nie ein Cello gehört hatten. Als sie und ihr Cello im folgenden Jahr nach Moskau zurückkehrten, war die Künstlerin gesundheitlich stark angeschlagen. Trotzdem brach sie 1852 in den Kaukasus auf, um an der Front vor Soldaten zu musizieren – es wurde ihre letzte Reise.
Das Projekt rund um Lise Cristiani, eine Hommage an eine vergessene Pionierin, steht 2025/26 im Zentrum von Sol Gabettas Arbeit. Die Saison ist zudem geprägt von drei bedeutenden Residenzen: Als Focus Artist des Tonhalle-Orchesters Zürich kehrt die Künstlerin an eine Institution zurück, an der sie vor genau zwanzig Jahren ihr Debüt gab; als Curation Artist gestaltet sie eine Festivalwoche im Konzerthaus Dortmund; beim Bozar in Brüssel ist sie diese Saison Portrait Artist und tritt dort gemeinsam mit dem Concertgebouworkest auf. Große Tourneen unternimmt sie mit dem Tonhalle-Orchester Zürich und der Tschechischen Philharmonie, mit der sie im April 2026 auch in Hamburg und Köln zu erleben ist. Zudem ist Kammermusik ein zentraler Bestandteil ihrer Arbeit. Gabetta erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter der European Culture Award in Anerkennung ihrer außergewöhnlichen künstlerischen Leistungen, die einen bedeutenden Beitrag zum kulturellen Leben Europas geleistet haben. Sol Gabetta spielt mehrere italienische Meisterinstrumente aus dem frühen 18. Jahrhundert, darunter ein Cello von Matteo Goffriller aus dem Jahr 1730, bereitgestellt vom Atelier Cels Paris, und von 2020 bis 2025 das berühmte „Bonamy Dobrée-Suggia“ von Antonio Stradivari aus dem Jahr 1717. Seit 2005 lehrt sie an der Musik-Akademie Basel.
Mit der Cappella Gabetta erfüllte sich die Cellistin Sol Gabetta einst einen ihrer großen musikalischen Träume: ein eigenes Ensemble, das Virtuosität, Stilkenntnis und Leidenschaft für Klang vereint. Gemeinsam mit ihrem Bruder, dem Geiger Andrés Gabetta, gründete sie 2010 eine Formation, die sich rasch einen Namen machte – mit feinfühliger historischer Aufführungspraxis und einer mitreißenden Energie, die Publikum wie Kritik gleichermaßen begeistert. Von Anfang an stand die Cappella Gabetta für außergewöhnliche Barock- und Frühklassikprogramme, die auf historischen Instrumenten zum Leben erweckt werden. Internationale Erfolge in renommierten Sälen wie dem Théâtre des Champs-Élysées, dem Musikverein Wien, der Philharmonie Berlin oder dem Festspielhaus Baden-Baden belegen den Rang des Ensembles ebenso wie Einladungen zu bedeutenden Festivals in ganz Europa. Nach gefeierten Projekten mit Künstlerpersönlichkeiten wie Cecilia Bartoli schlägt Sol Gabetta nun ein neues Kapitel in der Geschichte der Cappella Gabetta auf. An der Spitze steht diesmal Konzertmeister Dmitry Smirnov, der mit seiner künstlerischen Präzision und feinen Klangkultur neue Impulse in das Ensemble bringt. Gemeinsam entfalten Sol und die Cappella Gabetta ein spannungsreiches Panorama zwischen Vergangenheit und Gegenwart – eine Hommage an künstlerische Neugier, Mut und grenzenlose Musikalität.
Solistin
Sol Gabetta
Erste Geigen
Dmitry Smirnov, Brandon Garbot, Sophie Williams
Zweite Geigen
Jae-Won Lee, Semion Gurevich, Marija Strapcāne
Viola
Noémie Bialobroda, Sophie Kiening
Violoncello
Luca Magariello
Kontrabass
Uxía Martínez-Botana
Klavier
Irina Zahharenkova
Dmitry Smirnov kann trotz seines jungen Alters bereits auf eine beeindruckende Karriere zurückblicken. Der Zweitplatzierte des ARD-Musikwettbewerbs 2021 tritt als Solist mit führenden Orchestern und in großen Konzertsälen weltweit auf. Er begeistert mit Gestaltungswillen und herausragender Virtuosität, unter anderem in historisch informierten Interpretationen von traditionellem Repertoire. Als gefragter Kammermusiker konzertiert er regelmäßig mit Partner*innen wie Sol Gabetta und Ilya Gringolts und wirkt als Konzertmeister und Solist für Giovanni Antoninis Projekt Haydn2032. In der Saison 2025/26 debütiert er mit Oslo-Filharmonien und den Stuttgarter Philharmonikern. Im März 2026 wird er im Tschaikowsky-Saal Moskau die Uraufführung des verschollen geglaubten Violinkonzerts des russischen Komponisten Gavriil Popov präsentieren. Solistische und kammermusikalische Engagements führen ihn zu renommierten Festivals, darunter die Salzburger Festspiele, das Gstaad Menuhin Festival oder das Rheingau Musik Festival. Als Solist arbeitete er mit Dirigent*innen wie Giovanni Antonini, Heinz Holliger oder Delyana Lazarova zusammen. Im Kontext von Barockmusik konzertiert Dmitry Smirnov auch als Bratschist, Cellist und Cembalist. Seine Hauptinstrumente sind eine Violine von Philipp Bonhoeffer (2018) sowie eine Vuillaume der Maggini-Stiftung.
Irina Zahharenkova zählt heute zu den herausragenden Tasteninstrumentalistinnen ihrer Generation. Die estnische Pianistin hat zahlreiche Erste Preise bei internationalen Klavierwettbewerben gewonnen. Irina Zahharenkova schloss ihr Masterstudium an der Estnischen Musik- und Theaterakademie bei Lilian Semper sowie an der Sibelius-Akademie in Helsinki ab. Neben dem Klavier widmete sie sich historischen Tasteninstrumenten und studierte Cembalo bei Maris Valk-Falk. Zahharenkova spielt regelmäßig Klavier- und Cembalorezitale in Europa und Asien und ist bei internationalen Festivals zu Gast, darunter das Klavier-Festival Ruhr, das International Mendelssohn Festival und das Bergen International Festival. Als Solistin trat sie mit Orchestern wie dem Ulster Orchestra und dem Orchestre de la Suisse Romande auf. Als begeisterte Kammermusikerin spielte Irina Zahharenkova unter anderem mit Klaus Mäkelä, Daniel Müller-Schott und Vladimir Mendelssohn. Ihr Repertoire umfasst ein breites Spektrum vom Barock bis hin zu zeitgenössischer Musik. Neben ihrer Konzerttätigkeit arbeitet Irina Zahharenkova als Dozentin für Klavier an der Sibelius-Akademie sowie an der Estnischen Musik- und Theaterakademie.