14.00 Uhr
Espresso-Konzert
Was war da los? Unsere KHO-Mitglieder erzählen, wie es zu einem Schnappschuss vor dem Konzert kam – dieses Mal mit Kontrabassist Hans-Christoph Spree und Trompeter Stephan Stadtfeld auf Rädern.
Hans-Christoph: Zuerst habe ich nur etwas gesucht, um mich von der Bahn unabhängiger zu machen. Dabei bin ich irgendwann aufs Faltrad – das ist der korrekte Name – gekommen. Damit begann dann die Leidenschaft. Man fällt schon auf, wenn man es vor oder nach dem Dienst auf- und zusammen„klappt“, und die Kollegen sprechen einen an. Und je mehr Leute selber eines haben, desto mehr fachsimpelt man.
Stephan: Es hat etwas sehr Verbindendes, wenn man morgens am Konzerthaus ankommt, und jemand anderes steigt auch von seinem kleinen Rad. Bei mir ist es nur leider so, dass ich zu Recht oft ein bisschen Ärger von Hans bekomme. Sein Rad ist immer astrein gepflegt, aber bei mir steht es manchmal draußen, es regnet drauf – und das sieht man. (Betrachtet sein Rad) Ich sollte mir ein bisschen mehr Mühe geben, das stimmt schon. (Beide lachen)
Stephan: Für mich ist es ein Gebrauchsgegenstand, kein „Kultobjekt“, aber ich mag es schon auch gern und freue mich an der Mechanik und am Design. Diese Räder sehen schön aus und die Idee, dass man sie zusammenfalten kann, finde ich super.
Stephan: Zur Probe oder zum Konzert, aber ich laufe auch richtig gern zum Konzerthaus und zurück.
Hans-Christoph: Im Alltag, aber ich nehme es auch mit in den Urlaub oder auf Tournee. Ich finde es sehr angenehm, wenn ich mich vor einem Konzert noch aufs Rad setzen und irgendwohin fahren kann, wo es schön ist. Als Kontrabassist muss ich mein Instrument nicht selber transportieren, also kann ich das Rad mitzunehmen.
... aber es gibt strenge Bestimmungen für den Inhalt. Das Rad darf nicht mit rein, oder?
Hans-Christoph: Nein. Beim Fliegen müsste man es sogar separat als Sperrgepäck aufgeben. Der Kasten ist sowieso voll, wenn das Instrument drin ist – also keine Chance. Aber wenn wir zum Beispiel in der Philharmonie spielen und er steht leer hinter der Bühne, schließe ich es manchmal während der Probe darin ein, weil es draußen doch vielleicht etwas diebstahlsgefährdet wäre.
Hans-Christoph: Mit dem Bus! Ein Zug ist schon noch störungsanfälliger. Und im Bus werde ich auch sehr schnell ein bisschen dösig und kann oft schlafen.
Stephan: Ich fahre auch lieber Bus, aber bleibe insgesamt auf einer Tour eher im aktiven Modus. Nach einer Mahler-Sinfonie bin ich zum Beispiel nicht sofort müde, sondern noch sehr aktiviert und aufgedreht durch die Musik und das Adrenalin, das kommt, wenn wir unsere Stellen spielen. Dann brauche ich bestimmt manchmal noch 2, 3 Stunden, bis ich wirklich schlafen kann. Ich bin überhaupt wahnsinnig gerne auf Reisen, aber der Aspekt, den ich ganz besonders schön finde, ist, dass das Orchester nochmal mehr zusammenwächst und man dazu kommt, sich mit wirklich vielen Kollegen und Kolleginnen zu unterhalten.