20.00 Uhr
Konzerthausorchester Berlin, Rundfunkchor Berlin, Duncan Ward
AKADEMIE FÜR ALTE MUSIK BERLIN
Bernhard Forck Konzertmeister
Jiayu Jin Sopran
Xenia Löffler Oboe
PROGRAMM
Georg Friedrich Händel (1685–1759)
Suite aus der Oper „Alcina“ HWV 34
Ouverture
Musette
Gavotte
Sarabande
Gavotte da capo
Arie der Alcina „Di’, cor mio“
Tamburino
Sinfonia
Entrée des songes funestes
Arie der Alcina „Ma quando tornerai“
Oboenkonzert Nr. 3 g-Moll HWV 287
Grave
Allegro
Sarabande. Largo
Allegro
Gigue und Passacaille aus der Oper „Radamisto“ HWV 12a
PAUSE
"Il delirio amoroso" Kantate HWV 99
Sonata
Recitativo: „Da quel giorno fatale"
Aria: „Un pensiero voli in ciel"
Recitativo: „Ma fermati, pensier"
Aria: „Per te lasciai la luce"
Recitativo: „Non ti bastava, ingrato"
Aria: „Lascia omai le brune vele"
Recitativo: „Ma siamo giunti in Lete"
Entrée
Minuet
Aria: „Pietà valore"
Recitativo: „Sì disse Clori" Minuet da capo
„Händels Gestalt war die eines großen und sehr stattlichen Mannes. Sein Gang war immer schlendernd und recht schwerfällig, denn er wiegte sich dabei ein wenig wie ein Mann mit O-Beinen. Seine Gesichtszüge waren fein und sein Ausdruck im Allgemeinen friedlich, er sprach von Würde und Wohlwollen und jeder Eigenschaft des Herzens, die Vertrauen und Hochschätzung weckt. Nur wenige der Bilder, die von ihm existieren, ähneln ihm auch nur annähernd.“
Diese detaillierte Beschreibung Händels aus der Feder von Sir John Hawkins, niedergeschrieben 1776 in „A General History of the Science and Practice of Music“, dürfen wir ernst nehmen: Hawkins, umtriebiger Londoner Musikhistoriograph, war seit den 1740er Jahren gut dem Komponisten bekannt und besuchte regelmäßig dessen Aufführungen. Kann man vom Äußeren auf den Charakter der Persönlichkeit oder gar auf die Wirkung seiner Musik schließen?
Die Akademie für Alte Musik Berlin stellt in ihrem ersten Abo-Konzert der neuen Spielzeit vier Werke von Händel aus ganz unterschiedlichen Lebensphasen vor – ein jugendliches Oboenkonzert aus Hamburg, eine römische Kantate und Auszüge aus zwei Londoner Opern.
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„Alcina“ HWV 34
Als Georg Friedrich Händel Ende des Jahres 1710 zum ersten Mal englischen Boden betrat, setzte er sich zum Ziel, das dortige Publikum mit italienischen Opern zu begeistern. Die Voraussetzungen dafür waren alles andere als gut: Noch 1706 bekannte der Musikschriftsteller John Dennis: „Die Oper in Italien ist zwar ein Ungeheuer, jedoch ein wunderschön harmonisches; hier in England hingegen ist sie ein hässliches, heulendes Ungeheuer.“ Zu groß waren die Vorbehalte gegen die in fremder Sprache verfassten, langatmigen und von unzähligen Da-capo-Arien dominierten Opern. Doch Händel ließ sich nicht beirren und führte schon im Februar 1711 mit „Rinaldo“ seine erste italienische Oper auf, die trotz einzelner Nörgeleien Londoner Kritiker zu einem großen Publikumserfolg wurde. Die Erfolgsgeschichte der Oper setzte sich in den darauffolgenden Jahren fort. Händel gründete die „Royal Academy of Music“, warb prominente Sänger an und wurde regelmäßig für seine dramatische Musik gefeiert.
So rasch jedoch wie die italienische Oper an Ansehen gewonnen hatte, nahm ihr Ruhm rund zwei Jahrzehnte später wieder ab. Schon 1728 ging die „Royal Academy of Music“ bankrott, der von Händel gegründeten Nachfolgeeinrichtung war ebenfalls keine dauerhafte Existenz beschieden. Das Londoner Publikum verlangte nach Abwechslung. Händel – inzwischen längst zum „businessman“ geworden – wendete sich daraufhin ab Mitte der 1730er Jahre schrittweise einer neuen Gattung zu, dem englischen Oratorium.
Als eine der letzten italienischen Bühnenwerke Händels wurde 1735 im Covent Garden Theatre die Oper „Alcina“ uraufgeführt. Die Handlung stammt aus dem Versepos „Orlando furioso“ des Renaissancedichters Ludovico Ariosto und führt in die Märchenwelt der Alcina: Auf ihrer Insel hat diese Zauberin eine gewaltige Herrschaft aufgebaut und lockt immer wieder Ritter an, die sie in wilde Tiere verwandelt. Auch Ruggiero ist ein Gefangener der Alcina geworden, allerdings hat sich die Zauberin in ihn verliebt und ihn daher bislang verschont. Indessen hat es Ruggieros Verlobte – Bradamante – auf der Suche nach ihm auf die Insel verschlagen. In einer Handlung voller Wirrungen und überraschender Wendungen gelingt es Bradamante schließlich, den Zauber Alcinas zu bannen, ihr Reich zu zerstören und Ruggiero sowie weitere verzauberte Ritter zu befreien.
In ihrer ersten Arie „Di‘, cor mio“ fordert Alcina ihren Gefangenen Ruggiero auf, über ihre gemeinsame Liebe zu sprechen. Händel wählt für diese Arie einen sehr zärtlichen und liebevollen Ausdruck. Dabei griff er hinsichtlich des musikalischen Materials auf eine Arie zurück, die er rund 20 Jahre zuvor bereits in einer kurzen italienischen Kantate verwendet hatte („Dolce pur d’amor l’affanno“ HWV 109a). Bei der Umarbeitung verfeinerte er die Gesangsstimme und fügte der ursprünglich nur von einem Continuo begleiteten Arie noch Instrumentalstimmen hinzu.
Wesentlich dramatischer geht es in der Arie „Ma quando tornerai“ aus dem 3. Akt der Oper zu: Ruggiero hat inzwischen seine Braut Bradamante erkannt und möchte mit ihr gemeinsam die Insel verlassen. Entsprechend wütend äußert Alcina daraufhin ihre Gefühle. Auch das Thema dieser Arie findet sich bereits in einer frühen italienischen Kantate („Mentre il tutto è in furore“ HWV 130).
Zwischen den einzelnen Gesangsszenen enthält „Alcina“ darüber hinaus etliche Tanzsätze, zu denen bei der Uraufführung eine französische Ballettgruppe auftrat. Ouverture und Musette erklingen zu Beginn der Oper als instrumentales Vorspiel. Im 1. Akt, direkt vor der Auftrittsarie der Alcina, folgen dann Gavotte und Sarabande. Der 3. Akt setzt mit einer kurzen, bewegten Sinfonia ein, Entrée und Tamburino stehen am Schluss der Oper.
Mit der Gründung der „Royal Academy of Music“ hatte sich Händel 1719 als erfolgreicher Geschäftsmann bewiesen: Es war ihm gelungen, zahlreiche wohlhabende Londoner Persönlichkeiten und sogar König Georg I. persönlich zu überzeugen, privates Kapital in ein Opernunternehmen zu investieren. Dieses Geld, vermutlich knapp 20.000 Pfund, war seine Geschäftsgrundlage, um Sänger und Orchester sowie die Bühnenausstattung und viele andere Produktionskosten zu bezahlen. Fester Veranstaltungsort war das King’s Theatre am Londoner Haymarket.
Als erste Oper unter dem Dach der neuen Organisation stellte Georg Friedrich Händel dem Publikum im April 1720 „Radamisto“ vor. Es handelt sich um das bislang am reichsten instrumentierte Bühnenwerk Händels, erzählt wird hierbei die Geschichte von Radamisto, dem Prinzen von Thrakien, und seiner Frau Zenobia. Die Liebe dieser beiden wird im Laufe der Handlung verschiedenen Prüfungen und Intrigen ausgesetzt.
Allem Anschein nach war „Radamisto“ für Händel und seine „Academy“ ein gewaltiger Erfolg. Gleich zehn Vorstellungen waren ausgebucht und wurden vom Publikum, darunter auch der Königsfamilie, frenetisch gefeiert.
Das Oboenkonzert g-Moll HWV 287
Bereits im Alter von 18 Jahren verließ Georg Friedrich Händel seine Geburtsstadt Halle und ging nach Hamburg. Die Wahl dieser Stadt überrascht nicht für einen jungen, aufstrebenden Musiker, schließlich war die Hansestadt um 1700 eines der bedeutendsten Musikzentren Deutschlands. Verschont vom Dreißigjährigen Krieg und durch den Handel reich geworden, konnte Hamburg auf vielfältige musikalische Aktivitäten verweisen: Die kirchenmusikalischen Positionen an den Hauptkirchen waren mit hervorragenden Kapellmeistern und Organisten besetzt, zur städtischen Repräsentation spielte die Ratsmusik auf und seit 1660 wurden öffentliche Konzerte veranstaltet. Schließlich befand sich in Hamburg auch das erste kommerziell betriebene, für jedermann zugängliche Opernhaus in Deutschland.
Händel begegnete in Hamburg dem nur wenige Jahre älteren Komponisten, Sänger und Schriftsteller Johann Mattheson, der ihn mit den Gepflogenheiten der Großstadt vertraut machte und einflussreichen Bürgern vorstellte. In der Diktion Matthesons klingt dies wie folgt: „Anno 1703 im Sommer kam Händel nach Hamburg, reich an Fähigkeiten und gutem Willen. Er machte fast seine erste Bekanntschaft mit mir, mittelst welcher er auf den hiesigen Orgeln und Chören, in Opern und Konzerten herum geführet wurde.“ Bereits nach wenigen Monaten wurde Händel als Violinist und Cembalist ins Orchester des Hamburger Opernhauses aufgenommen. Ein weiteres Jahr später erhielt er die Möglichkeit, seine erste eigene Oper, „Almira“, zu komponieren.
Aber auch Instrumentalmusik schuf Händel in Hamburg: Vermutlich zwischen 1703 und 1705 entstand dort das Konzert für Oboe, Streicher und Basso continuo g-Moll (HWV 287), das zugleich eine der frühesten Instrumentalkompositionen von Georg Friedrich Händel überhaupt darstellt. Das viersätzige Werk ist nach dem Muster einer italienischen Kirchensonate aufgebaut. Eine Originalhandschrift des Komponisten ist nicht überliefert, wohl aber eine um 1720 angefertigte Abschrift, die zur Musiksammlung des Erbprinzen Friedrich Ludwig von Württemberg gehörte. Die Motive der Rahmensätze nahm Händel viel später in London nochmals auf – so findet sich das Thema des einleitenden Grave unter anderem im Concerto grosso op. 6 Nr. 11 wieder, während der Schlusssatz im Orgelkonzert op. 4 Nr. 3 wiederholt wird.
Für welchen Oboisten Händel in Hamburg sein Oboenkonzert schuf, ist nicht überliefert, vermutlich war es ein Mitglied des damaligen Opernorchesters. Später, in London, wirkte der italienische Komponist Giuseppe Sammartini einige Jahre als Oboist in Händels Orchester mit. Gut möglich, dass auch er das frühe Oboenkonzert des Maestros aufs Pult bekam.
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"Il delirio amoroso" Kantate HWV 99
Von Hamburg trat Händel im Spätsommer des Jahres 1706 eine längere Italienreise an, um musikalische Neuerungen und Eigenheiten des Landes kennenzulernen. Sein erster Biograph John Mainwaring bemerkte 1760 über die Ziele des Reisenden: „Sein Entschluß ging auf alle Städte und Teile Italiens, die nur einigermaßen wegen der Musik berühmt waren. Die Anzahl der Schulen und Akademien, darin die Musik an verschiedenen Orten dieses Landes getrieben wird, nebst der ungemeinen Aufmunterung, die denen angedeihet, welche in solcher Kunst vortrefflich sind, haben sich längst mit dasiger angenehmen Lage und Luftgegend dahin verbunden, es zum vorzüglichsten Teil der Welt zu machen, in dem, was dessen Komponisten, Sänger und Instrumentspieler betrifft.“
Nach einem kurzen Zwischenaufenthalt in Florenz traf Händel vermutlich im Dezember 1706 in Rom ein, wo er sich innerhalb kürzester Zeit der Patronage mehrerer führender Kirchenmänner und Adliger erfreute, darunter der Kardinäle Colonna, Pamphili und Ottoboni, sowie des Marchese Ruspoli. In ihren prächtigen Palästen musizierte er an der Seite herausragender italienischer Musiker.
Von seinen Gönnern erhielt der „caro sassone“ – wie Händel in Italien häufig genannt wurde – neben Kompositionsaufträgen und großzügigen finanziellen Zuwendungen auch künstlerische „Zuarbeit“: Kein Geringerer als Kardinal Benedetto Pamphili dichtete den Text für die Kantate „Delirio amoroso“, die Händel im Februar 1707 vertonte. Die Aufführung des Werkes fand noch im selben Monat statt, den Abrechnungslisten zufolge waren daran bedeutende römische Musiker, darunter der päpstliche Kastrat Pasqualino Tiepoli, beteiligt.
Das Libretto des Kardinals spielt nach Mode der Zeit im arkadischen Hirtenmilieu: Die Nymphe Clori beklagt den tragischen Tod ihres Geliebten Tirsi und steigert sich in einen regelrechten Liebeswahn. Händel teilte seine Kantate in je vier Rezitative und Arien sowie kurze instrumentale Sätze (Sonata, Entrée und Minuet) ein. Gleich die erste Arie, „Un pensiero voli in ciel“, birgt einen besonderen klanglichen Effekt: Solo-Violine und Gesangsstimme überbieten sich geradezu gegenseitig in virtuosen Figuren. Die anderen Teile sind vom abwechslungsreichen Instrumentalklang der Oboe sowie der Streicher bestimmt, wobei Händel in der Arie „Lascia omai le brune vele“ und dem Entrée auf Themen aus Opern von Reinhard Keiser zurückgriff, die er von seiner Tätigkeit an der Hamburger Oper kannte. Seine römischen Gastgeber waren von dieser ersten Komposition des deutschen Gastes hellauf begeistert und gaben zahlreiche weitere Werke in Auftrag.
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1982 in Berlin gegründet, gehört die Akademie für Alte Musik Berlin (kurz „Akamus“) heute zur Weltspitze der historisch informiert spielenden Kammerorchester.
Seit mehr als vier Jahrzehnten beweist das Orchester immer wieder seine Wandlungsfähigkeit mit aufregenden Konzertprojekten und musikalischen Entdeckungsreisen. So leistete Akamus Wesentliches für die Wiederentdeckung der Musik Carl Philipp Emanuel Bachs und Georg Philipp Telemanns. Im Kulturleben seiner Heimatstadt Berlin ist Akamus ein zentraler Pfeiler. Seit über 35 Jahren gestaltet das Orchester eine Abonnement-Reihe im Konzerthaus Berlin, seit 1994 widmet es sich an der Berliner Staatoper regelmäßig der Barockoper. Mit dem RIAS Kammerchor besteht seit mehr als 30 Jahren eine kontinuierliche und erfolgreiche Zusammenarbeit. Zugleich sind die Musikerinnen und Musiker ständiger und vielgefragter Gast auf den wichtigsten europäischen und internationalen Konzertpodien.
Das Ensemble musiziert unter der wechselnden Leitung seiner Konzertmeister Bernhard Forck und Georg Kallweit, seiner Konzertmeisterin Mayumi Hirasaki sowie ausgewählter Dirigenten und Dirigentinnen. Besonders mit René Jacobs verbindet das Ensemble eine enge und langjährige künstlerische Partnerschaft. Darüber hinaus leiteten in jüngster Zeit Emmanuelle Haim, Bernard Labadie, Paul Agnew, Diego Fasolis, Fabio Biondi, Rinaldo Alessandrini, Christophe Rousset und Francesco Corti das Orchester. Regelmäßig arbeitet Akamus mit international renommierten Solisten wie Isabelle Faust, Kit Armstrong, Alexander Melnikov, Anna Prohaska und Carlo Vistoli zusammen. Gemeinsam mit der Tanzcompagnie Sasha Waltz & Guests entstand die Erfolgsproduktion von Henry Purcells „Dido & Aeneas“, die weltweit eine Vielzahl an Aufführungen von Berlin bis Sydney erlebte. Aufnahmen des Ensembles wurden mit allen bedeutenden Schallplattenpreisen ausgezeichnet, darunter der Grammy Award, Diapason d’Or, Gramophone Award, Choc de l‘année sowie der Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik. 2006 erhielt das Orchester den Telemann-Preis der Stadt Magdeburg, 2014 die Bach-Medaille der Stadt Leipzig.
Bernhard Forck Violine und Konzertmeister
Kerstin Erben Violine
Gudrun Engelhardt Violine
Anna Maddalena Ghielmi Violine
Elfa Rún Kristinsdóttir Violine
Thomas Graewe Violine
Edburg Forck Violine
Erik Llloyd Dorset Violine
Clemens-Maria Nuszbaumer Viola
Sabine Fehlandt Viola
Jan Freiheit Violoncello
Barbara Kernig Violoncello
Michael Neuhaus Kontrabass
Raphael Alpermann Cembalo
Michael Freimuth Laute
Christian Beuse Fagott
Xenia Löffler Oboe
Julia Real Oboe
Seit seinem fünften Lebensjahr hat sich Bernhard Forck der Violine verschrieben. Dem Studium an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin bei Professor Eberhard Feltz folgte 1986 ein Engagement am Berliner Sinfonie Orchester, beides begleitet von einem ausgeprägten Interesse für die Alte Musik, das ihn u.a. zu Nikolaus Harnoncourt an das Mozarteum Salzburg führte.
Seine Mitgliedschaft in der 1982 gegründeten Akademie für Alte Musik Berlin (kurz Akamus), wo er einer der Konzertmeister ist, steht in der Konsequenz seiner intensiven Beschäftigung mit der historischen Aufführungspraxis. Mit Akamus gastiert Bernhard Forck regelmäßig in den musikalischen Zentren Europas. Tourneen führten ihn in den Nahen Osten, nach Japan, Südostasien, Australien, Nord- und Südamerika. Über 60 CDs und zahlreiche Auszeichnungen und Preise zeugen von der erfolgreichen Arbeit mit diesem Ensemble.
Von 2007 bis 2019 war Bernhard Forck darüber hinaus Musikalischer Leiter des Händelfestspielorchester Halle, konzipierte dort eine eigene Konzertreihe und leitete zu den Festspielen Händels Oratorien oder Opern, so z.B. „Jephtha“, „Alcina“, „Orlando“ oder „Arminio“.
Als Spezialist für das barocke und klassische Repertoire ist Bernhard Forck auch ein gefragter Gast sinfonischer Orchester. Er leitete u.a. Konzerte mit dem Orchester der Brüsseler Oper La Monnaie, dem Orchester der Komischen Oper Berlin und dem Deutschen Sinfonieorchester Berlin. Neben der Lehrverpflichtung an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin zählen zu seinen pädagogischen Verpflichtungen Sommerakademien in Deutschland, Italien, Norwegen und Rumänien.
Zunehmend widmet sich Bernhard Forck auch dem Dirigieren. So leitete er Opernproduktionen am Nationaltheater Mannheim, am Theater Münster, bei den Schwetzinger SWR Festspielen sowie beim Sommerfestival der Kammeroper Rheinsberg. 2026 dirigiert er an der Oper Graz Rameaus „Castor und Pollux“.
Seit ihrem Debüt mit Europa Galante unter Fabio Biondi ist die junge Sopranistin ein gefragter Gast international renommierter Bühnen. Im Jahr 2024 arbeitete sie mit Il Pomo d’Oro unter der Leitung von Francesco Corti zusammen und sang die Rollen der Euridice und La Musica in Monteverdis „Orfeo“ beim Monteverdi-Festival in Cremona.
Sie gewann den ersten Preis beim Internationalen Wettbewerb „Cavalli–Monteverdi“ in Cremona (2023) und beim „Provenzale“ Wettbewerb der Fondazione Pietà de’ Turchini in Neapel (2024) sowie den zweiten Preis beim Internationalen Barockoper-Wettbewerb „Cesti“ der Innsbrucker Festspiele (2024), wo sie zudem den Sonderpreis „Accademia in Concerto“ erhielt.
Im Jahr 2025 trat sie auf der Hauptbühne der Innsbrucker Festspiele in der Rolle der Arianna in Vivaldis „Il Giustino“ auf und gab zusammen mit der Akademie für Alte Musik Berlin ein Solokonzert im Spanischen Saal von Schloss Ambras. Im selben Jahr sang sie die Rolle des Cantus in Monteverdis „Vespro della Beata Vergine“ an der Opéra de Monte-Carlo und bei den Salzburger Festspielen unter der Leitung von Gianluca Capuano; trat in Alessandro Scarlattis Oratorium „La gloria di Primavera“ am Teatro Massimo in Palermo und am Teatro dell’Opera di Roma auf; und wirkte in Pergolesis „Stabat Mater“ mit Il Pomo d’Oro an der Seite von Ann Hallenberg mit. Außerdem präsentierte sie ihr eigenes Projekt „Lamenti di Donna“ mit dem spanischen Ensemble La Spagna und dem Dirigenten Alejandro Marías, das sowohl beim Publikum als auch bei den Kritikern großen Beifall fand.
Zu den weiteren Engagements der Spielzeit 2026/27 zählen: „Orfeo ed Euridice“ (Konzertfassung) in Antwerpen und Gent; „Il ritorno di Ulisse in patria“ an der Opéra de Monte-Carlo; sowie ein Barockkonzert mit den Essener Philharmonikern.
Xenia Löffler hat sich der Erkundung des faszinierend vielseitigen Oboen-Repertoires von seinen Anfängen bis ins 19. Jahrhundert hinein verschrieben. So erfreut sie ihr Publikum mit Neuentdeckungen, die sie in Konzerten und Produktionen präsentiert.
Ihr stilsicheres Empfinden für die Musik, ihre vitale Spielweise wie auch ihr unverwechselbarer Klang machen Xenia Löffler zu einer der international führenden Interpretinnen mit der historischen Oboe.
Im direkten Anschluss an ihr Studium an der Schola Cantorum Basiliensis wurde sie von der Akademie für Alte Musik Berlin als Solo-Oboistin berufen und gehört seitdem fest zum Ensemble, mit dem sie regelmäßig auch als Solistin in den renommiertesten Konzertsälen auf der ganzen Welt auftritt.
Die unterschiedlichen Möglichkeiten der Oboe, im Orchester, als Solistin oder Kammermusik-Partnerin mit herausragenden Kolleginnen und Kollegen faszinieren sie als Interpretin und so liegen unterdessen zahlreiche CDs vor, auf denen Xenia Löffler in diesen vielfältigen Rollen zu erleben ist.
Feste Partner bei diesen Aufnahmen sind neben der Akademie für Alte Musik Berlin seit Beginn auch die Batzdorfer Hofkapelle und zahlreiche andere Ensembles, denen Xenia Löffler verbunden ist. Besonders prägend waren die vielen Jahre des gemeinsamen Musizierens mit dem von ihr mitgegründeten Amphion Bläseroktett und ihre Mitwirkung bei Sir John Eliot Gardiners „Bach Cantata Pilgrimage“.
Die Weitergabe ihrer Erfahrung an die jüngere Generation von Oboistinnen und Oboisten ist Xenia Löffler ein besonderes Anliegen. Sie wird dazu regelmäßig von internationalen Musikhochschulen eingeladen und gibt Meisterkurse. Seit 2018 ist sie künstlerische Leiterin der Sommerakademie Neuburg an der Donau. An der Universität der Künste in Berlin hat sie eine Professur für historische Oboen inne.