20.00 Uhr
Konzerthausorchester Berlin, Rundfunkchor Berlin, Duncan Ward
Bratscher Ernst-Martin Schmidt freut sich gleich aus mehreren Gründen auf unseren Tag der offenen Tür am 4. Oktober:
„Tage der offenen Tür habe ich im Konzerthaus zwar schon über 20 Mal erlebt, aber sie bleiben immer etwas Besonderes! In diesem Jahr freue ich mich speziell auf die zwei Konzerte mit dem Orchester und vor allem unserer Artist in Residence, der phantastischen Sopranistin Vera-Lotte Boecker, die mit uns kurze Auszüge aus Beethovens „Fidelio“ und Dvořáks „Rusalka“ darbieten wird. Mit „Rusalka“ verbinde ich persönlich meinen ganz unverhofften Heiratsantrag an meine Frau, nachdem wir die Oper in Prag gesehen hatten. Es besteht also auch im Konzerthaus die große Chance auf bezaubernde Stimmung! Unsere vier Kinder werden wir natürlich mitbringen: Sie lieben die Kinderangebote und hoffen auf das Schminken.
Toll ist auch das Instrumentenkarussell, bei dem man Instrumente unter Anleitung der Musiker und Musikerinnen des Hauses ausprobieren kann. Ich frage mich, ob ich es nicht mal selbst ausprobiere. Die Oboe fasziniert mich schon lange sehr. Ich wäre gespannt, wie die Oboisten gucken würden, wenn ich dort aufkreuze!“
[Was das Oboe-Ausprobieren betrifft, muss sich unser Bratscher leider noch etwas gedulden: Diese Saison erwarten Streichinstrumente und eine kleine Harfe unsere jungen Gäste.]
Am 17. und 18. Oktober kommt François Leleux als Solist und Dirigent des KHO zu uns – ein ganz besonderes musikalisches Ereignis, das unsere Solo-Oboistin Michaela Kuntz wärmstens empfiehlt:
„Mich begeistert bei François Leleuxs Oboenspiel, dass er seine technische Brillanz und seine außergewöhnliche musikalische Ausdruckskraft auf wunderbare Weise miteinander verbindet. Sein Ton ist von einer wunderbaren Schönheit und Wärme, dazu klar, leuchtend und unglaublich wandelbar. Jede Phrase wirkt bei ihm selbstverständlich und vollkommen durchgestaltet. Besonders beeindruckend ist, wie selbstverständlich Leleux selbst anspruchsvollste Passagen meistert. Seine Virtuosität ist wirklich atemberaubend. Auch und besonders in den leisen Passagen bewahrt sein Spiel eine große Intensität und Ausdruckskraft.
Wenn er spielt, beginnt er zu singen – mit einer Natürlichkeit und Beweglichkeit, die einen unmittelbar in den Bann zieht, berührt und lange im Gedächtnis bleibt. Seine enorme klangliche Farbpalette verleiht der Musik eine besondere Lebendigkeit. Was sein Spiel letztlich so faszinierend macht, ist die Verbindung von technischer Perfektion, musikalischer Freiheit und großer Emotionalität.“
Dramaturgin Filiz Oflazoğlu ist gespannt auf die zweite Folge unserer Reihe „Aşina“ am 10. November mit Kemençe-Spieler Deryan Türkan und seinem Ensemble. Das Wort „Aşina“ ist persischen Ursprungs bezeichnet etwas, das uns vertraut ist, auch wenn wir es nicht vollständig kennen: ein Gefühl der Nähe, das keiner Erklärung bedarf.
„Ich finde es aufregend, dass in einem so historischen Haus, in dem die europäische Musikgeschichte mitgeschrieben wurde, nun eine der ältesten Klanglandschaften der Welt erklingen wird. Dieses Konzert betrachtet Mesopotamien nicht nur als geografische Region, sondern als einen großen kulturellen Raum, in dem verschiedene Völker, Sprachen, Glaubensrichtungen und Musiktraditionen aufeinandertreffen. Große Musiker*innen aus ihren jeweiligen Ländern und Kulturkreisen kommen unter der Kuration des führenden Kemençe-Spielers Derya Türkan zusammen, bringen die reiche musikalische Tradition Mesopotamiens auf die Bühne und machen hörbar, was über Länder- und Sprachgrenzen hinweg miteinander verbunden ist. Wie Derya Türkan mir einst sagte: Grenzen werden auf Karten gezogen. Eine Melodie hingegen setzt ihren Weg fort.“