Die Sterne auf der Himmelsschale

von Jürgen Otten 2. Oktober 2026

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Inhalt

Konzerthausorchester Berlin
Oscar Jockel  Dirigent
Vera-Lotte Boecker Sopran (Artist in Residence)
 

Das Programm


Alban Berg (1885–1935)
Sinfonische Stücke aus „Lulu“
Rondo. Andante und Hymne
Ostinato. Allegro
Lied der Lulu. Comodo
Variationen. Moderato 
Adagio. Sostenuto


PAUSE


Antonín Dvořák (1841–1904)
Ouvertüre zur Oper „Rusalka“ op. 114

„Lied an den Mond“ – Arie aus „Rusalka“ op. 114


Unsuk Chin (*1961)
„Die Sterne auf der Himmelsschale“ – Arie aus der Oper "Die dunkle Seite des Mondes"


Ludwig van Beethoven (1770–1827)
Ouvertüre zur Oper „Fidelio“ E-Dur op. 72

"Abscheulicher... Komm, Hoffnung" – Rezitativ und Arie aus „Fidelio" op. 72

Ouvertüre zur Oper „Leonore“ Nr. 3 C-Dur op. 72a
 

Wir Deutschen haben aus der Philosophie die Redewendung ‚an sich‘ übernommen und brauchen sie alle Tage, ohne uns viel Metaphysik dabei zu denken. Aber hier hast du‘s, solche Musik ist die Tatkraft an sich, die Tatkraft selbst, aber nicht als Idee, sondern in ihrer Wirklichkeit. Ich gebe dir zu bedenken, dass das beinahe die Definition Gottes ist. Imitatio Dei – mich wundert, daß das nicht verboten ist. Vielleicht ist es bedenklich, – ich will damit nur sagen: ‚bedenkenswert‘. Schau her: die energischste, wechselvollste, spannendste Folge von Geschehnissen, Bewegungsvorgängen, nur in der Zeit, aus Zeitgliederung, Zeit-Erfüllung, Zeit-Organisation allein bestehend, ins konkret Handlungsmäßige einmal ungefähr gerückt durch das wiederholte Trompetensignal von außen. Höchst nobel und großsinnig ist das alles, gehalten geistvoll und eher nüchtern, auch an den ‚schönen‘ Stellen, – weder sprühend, noch allzu prächtig, noch koloristisch, sehr aufregend, nur eben meisterhaft, daß es nicht zu sagen ist.

Thomas Mann über die 3. Leonoren-Ouvertüre, aus seinem Roman „Doktor Faustus“ von 1947

Dieses obskure Objekt der Begierde.

Bergs Lulu-Suite

Vier Frauen, vier Schicksale. Und vier höchst unterschiedliche musikalische Handschriften. Was aber Alban Bergs Lulu, Antonín Dvořáks Rusalka, Ludwig van Beethovens Leonore (mit dem Decknamen Fidelio) und Miriel aus Unsuk Chins Oper „Die dunkle Seite des Mondes“ eint, hat der französische Philosoph Jacques Derrrida einmal überaus konzis in einem Satz gebündelt: „Die Frau gewährt die Idee.“ Das war zwar nicht ganz so charmant gemeint wie hingeschrieben, aber um einiges subtiler als der Titel eines Films von Luis Buñuel, der eine schöne, starke Frau in den Mittelpunkt stellt – „Dieses obskure Objekt der Begierde“.

Für Lulu, wie sie uns in Frank Wedekinds Dramen „Erdgeist“ und „Die Büchse der Pandora“, begegnet, gilt dies in besonderem Maße. Die Männer himmeln sie an; schon ihr Schöpfer Wedekind wollte ein „Prachtweib“ auf die Bühne bringen. Als Alban Berg vor knapp einhundert Jahren daran ging, den Stoff zu vertonen, sah er sich vor die hohe Aufgabe gestellt, die Figur mit kompositorischen Mitteln so fein zu modellieren, dass sie nicht als Klischee eines solchen „Prachtweibs“, aber auch nicht als typische Femme fatale erschien. Wohl auch deswegen tüftelte Berg bis zu seinem Tod 1935 an dem dann unvollendet zurückgelassenen Werk. Zwei Jahre später kam es in Zürich als Fragment zur Welt und erst im Februar 1979 wurde die von Friedrich Cerha vervollständigte Oper in Paris zur Uraufführung gebracht.

Ein Schmerzenskind also, im doppelten Sinne. Das Glück wollte es, dass Berg selbst einige Stücke aus dem Werk-Korpus herausschnitt und als sogenannte „Lulu-Suite“ publizierte; das halbstündige Extrakt ist auch unter dem Namen „Symphonische Stücke aus der Oper ‚Lulu‘“ bekanntgeworden und besteht aus zentralen Passagen Lulus, zur pantomimisch gerafften Darstellung ihres Abstiegs und Todes. Lulus letzter Ton ist eigentlich kein Ton. Er ist ein Schrei. Edvard Munch als Klang-Bild sozusagen.

Formal erinnert die Suite durchaus an eine Symphonie in der Nachfolge Gustav Mahlers. Sie besteht aus fünf Sätzen, deren Epizentrum das „Lied der Lulu“ bildet.  Auf den ersten Blick scheint dieses Stück kaum mehr zu sein als eine kapriziöse Sopran-Arie, bei genauerem Hinsehen entpuppt es sich aber als ein psychologisch ausgefeiltes Porträt der Titelfigur. Lulu erscheint und klingt darin so, wie sie ist: eine schwer greifbare Figur, die buchstäblich über den Dingen (vulgo: dem Orchester) zu schweben scheint, mit einer Gesangslinie aus hohen, schillernden Tönen, die etwas Verführerisches hat und zugleich beruhigend und naturverbunden wirkt.

Doch wäre dies als Charakterisierung der Titelfigur um ein Vieles zu naiv. Berg wusste das, deswegen baute er um das „Naturwesen“ Lulu herum eine (Halb)Welt aus prosaischen Elementen. Neben streng durchkomponierten symphonischen Passagen, die vor allem die beiden Ecksätze dominieren, stehen vereinzelt Assoziationen an den Jazz (ein rares Alt-Saxophon im Orchester); die sexualisierte bürgerliche Sphäre wird durch die Continuo-Gruppe aus Harfe, Klavier und Vibraphon beschrieben. Letzteres spielt vor allem im zweiten Satz eine bestimmende Rolle – Adorno lag schon sehr richtig, als er dieses geisterhaft dahinhuschende Allegro-Ostinato als „atemlos gedrängte Filmmusik, virtuos wie eine Karriere, flüchtig wie ein Feuerwerk, innehaltend inmitten“ skizzierte. Das Lied der Lulu schmiegt sich an diese Atmosphäre an, doch gleich danach wird es wieder derb: Als vierten Satz komponierte Berg Variationen über ein Bänkellied von Wedekind, mit mal grellen, mal dumpfen Verwandlungen, und teilweise recht derber Drehorgel-Instrumentation. Das abschließende Adagio wirkt hier wie ein Gegenbild, ist Ausdrucksmusik des Schmerzes par excellence, wenn man so will: Poésie pure. Nur dass am Ende eben Jack the Ripper wartet, die Inkarnation des Profanen ...

Fremde Welten. Gestirne.

Ein Lied an den Mond aus „Rusalka“

Und wenn auch der Mond da wie dort leuchtet: Traurig enden sie beide, Lulu wie Rusalka. Die Nymphe verschwindet immerhin nur. Aber ihre Erfahrungen bei und mit den Menschen haben sie so sehr enttäuscht, dass sie an die Liebe fortan nicht mehr glauben mag. Einen Hinweis darauf gibt uns bereits die Ouvertüre der gleichnamigen Oper von Antonín Dvořák. Das Andante sostenuto steht in der Schicksalstonart c-Moll. Und mögen sich die Dinge danach auch für Augenblicke zumindest ins Lieblich-Liebenswerte wenden – der Grundton von „Rusalka“ ist und bleibt gedämpft, melancholisch, nicht selten düster. Nur in einer milden Sommernacht ändert sich das, und dafür hat Dvořák die schönste Musik der ganzen Oper geschrieben: Rusalkas „Lied an den Mond“. Fast ein Gebet ist dieses somnambule Larghetto, zumindest aber ein Gesang über den Wassern: milde, leise, lächelnd. Ein Zauberstück eben.

Die Sterne auf der Himmelsschale

Arie aus „Die dunkle Seite des Mondes“

Um ein solches Zauberstück handelt es sich auch bei der Szene der Miriel, auch „Die Sterne auf der Himmelsschale“ genannt, aus Unsuk Chins zweiter Oper „Die dunkle Seite des Mondes“, das seine Uraufführung 2025 in Hamburg erlebte. Der feine Unterschied ist das Ambiente. Denn im Gegensatz zu Rusalkas Natur-Landschaft befinden wir uns hier in einem hybriden Forschungsinstitut für Quantenphysik. In der vierten Szene des ersten Akts betritt Miriel, die drogensüchtige Ex-Geliebte Doktor Kierons, diese für sie fremde Welt, in der Hoffnung, den Wissenschaftler für sich zurückzugewinnen. Sie tut es mit einem lyrisch grundierten, sirenenhaft-versponnenen Gesang, und mit verlockenden und geheimnisvollen Worten, deren tieferer Sinn ins Surreale tendiert.

Das hohe Lob der Gattenliebe

Beethovens „Fidelio“

Damit ist Unsuk Chins Miriel das absolute Gegenbild zu jener Frau, die für die höchste Gattenliebe steht und ebenso für die Ästhetik des Widerstands: Leonore aus Beethovens Oper „Fidelio“, Florestans Angebetete, die, um ihren Liebsten zu retten, sogar die Gestalt eines Mannes annimmt und hinunter zu ihm in den Kerker kriecht, wo der Gefangene dahinsiecht: „O Gott! Welch Dunkel hier!“ lauten seine ersten Worte aus der Tiefe. Leonorens Stimme aber ist erkennbar und unzweifelhaft weiblich: ein dramatischer, fast möchte man sagen „heroischer“ Sopran, der in höchste Höhen hinaufklettert, um das Schicksal zu wenden und das Böse aus der Welt hinauszuschleudern. Ausdruck ihrer Entschlossenheit sind, kurz nachdem der hinterhältig-fiese Mörder Pizarro in den Garten entschwunden ist, das Rezitativ „Abscheulicher“ und die Adagio-Arie „Komm, Hoffnung, lass den letzten Stern der Müden nicht erbleichen“. Eindrücklicher kann man das Flehen einer liebenden Frau wohl kaum in Worte und Töne fassen. Und kaum deutlicher die innere Beziehung zur Ouvertüre dieser einzigen Oper des Titanen versinnbildlichen: Beide Stücke tragen als Tonart E-Dur. Und glaubt man dem musikalisch äußerst bewanderten Dichter Christian Friedrich Daniel Schubart (der seine demokratisch-aufrechte Gesinnung ebenso wie Florestan mit dem Gefängnis bezahlen musste), steht dieses E-Dur für ein „lautes Aufjauchzen“, für „lachende Freude“ und „noch nicht ganzen, vollen Genuss“. Dass dieser Genuss auch in C-Dur gehüllt sein kann, beweist die Ouvertüre zur Oper „Leonore“, die zehn Jahre zuvor, am 20. November 1805, ihre Premiere im Theater an der Wien feierte. Es ist der gleiche Stoff, das gleiche Sujet, der gleiche Triumph der Gattenliebe. Nur die Musik ist anders: symphonischer, ausgelassener, nicht gar so staatstragend-offiziös wie das später komponierte Vorspiel zum „Fidelio“. Meisterwerke aber sind es beide. Und sie in einem Konzert zu hören gewiss eine Wonne.

  • Texte

    Lied der Lulu 

    Wenn sich die Menschen um meinetwillen umgebracht haben, so setzt das meinen Wert nicht herab. Du hast so gut gewusst, weswegen du mich zur Frau nahmst, wie ich gewusst habe, weswegen ich dich zum Mann nahm. Du hattest deine besten Freunde mit mir betrogen, du konntest nicht gut auch noch dich selber mit mir betrügen. Wenn du mir deinen Lebensabend zum Opfer bringst, 
    so hast du meine ganze Jugend dafür gehabt. Ich habe nie in der Welt etwas anderes scheinen wollen, als wofür man mich genommen hat. Und man hat mich nie in der Welt für etwas anderes genommen, als was ich bin.

    Text: Alban Berg nach Frank Wedekind


    Lied an den Mond

    Měsíčku na nebi hlubokém,
    světlo tvé daleko vidí,
    po světě bloudíš širokém,
    díváš se v příbytky lidí.

    Měsíčku, postůj chvíli,
    řekni mi, řekni, kde je můj milý!
    Řekni mu, stříbrný měsíčku,
    mé že jej objímá rámě,
    aby si alespoň chviličku
    vzpomenul ve snění na mě.

    Zasvit' mu do daleka, zasviť mu,
    řekni mu, řekni, kdo tu naň čeká!
    O mně-li duše lidská sní,
    af se tou vzpomínkou vzbudí!
    Měsíčku, nezhasni, nezhasni!


    Lieblicher Mond du, im Silberschein
    Weithin erstrahlt deine Leuchte.
    Schließet ja Berg und Täler ein,
    nachts, was dein Strahl nicht erreichte.

    Künd‘ mir im Weitereilen,
    wo mag mein Liebster jetzt weilen.
    Sag‘ ihm, du Wächter im Himmelsraum,
    dass ich mein Herzchen ihm schenke,
    bitt‘ ihn, dass liebend im süßen Traum
    mein er nur einmal gedenke.

    Leucht dann auf heimlichem Pfade,
    sag ihm zur Minne ich lade,
    denkt träumend seine Seele mein,
    mög‘ sie erwachen bei deinem Schein. 
    Lösch‘ nicht, o lösch‘ nicht  die Leuchte.

    Text: Jaroslav Kvapil, ins dt. übers. von Josa Will
     

     

    Rezitativ: Abscheulicher … / Arie: Komm, Hoffnung …

    Abscheulicher! wo eilst du hin?
    Was hast du vor?
    Was hast du vor in wildem Grimme?
    Des Mitleids Ruf, der Menschheit Stimme,
    rührt nichts mehr deinen Tigersinn?
    Doch toben auch wie Meereswogen
    dir in der Seele Zorn und Wut,
    so leuchtet mir ein Farbenbogen, 

    Wenn sich die Menschen um meinetwillen umgebracht haben, so setzt das meinen Wert nicht herab. Du hast so gut gewusst, weswegen du mich zur Frau nahmst, wie ich gewusst habe, weswegen ich dich zum Mann nahm. Du hattest deine besten Freunde mit mir betrogen, du konntest nicht gut auch noch dich selber mit mir betrügen. Wenn du mir deinen Lebensabend zum Opfer bringst, 
    so hast du meine ganze Jugend dafür gehabt. Ich habe nie in der Welt etwas anderes scheinen wollen, als wofür man mich genommen hat. Und man hat mich nie in der Welt für etwas anderes genommen, als was ich bin.

    Text: Alban Berg nach Frank Wedekind


     

Das Konzerthausorchester Berlin spielt seit der Saison 2023/24 unter Leitung von Chefdirigentin Joana Mallwitz. Sie folgt damit Christoph Eschenbach, der diese Position ab 2019 vier Spielzeiten innehatte. Als Ehrendirigent ist Iván Fischer, Chefdirigent von 2012 bis 2018, dem Orchester weiterhin sehr verbunden.

1952 als Berliner Sinfonie-Orchester (BSO) gegründet, erfuhr das heutige Konzerthausorchester Berlin von 1960 bis 1977 unter Chefdirigent Kurt Sanderling seine entscheidende Profilierung und internationale Anerkennung. Seine eigene Spielstätte erhielt es 1984 mit Wiedereröffnung des restaurierten Schauspielhauses am Gendarmenmarkt. Zehn Jahre später wurde das BSO offizielles Hausorchester am nun umgetauften Konzerthaus Berlin und trägt seit 2006 dazu passend seinen heutigen Namen. Dort spielt es pro Saison mehr als 100 Konzerte. Außerdem ist es regelmäßig auf Tourneen und Festivals im In- und Ausland zu erleben. An der 2010 gegründeten Kurt-Sanderling-Akademie bilden die Musiker*innen hochbegabten Orchesternachwuchs aus.

 Einem breiten Publikum auf höchstem Niveau gespielte Musik nah zu bringen, ist dem Konzerthausorchester wesentliches Anliegen. Dafür engagieren sich die Musiker*innen etwa bei „Mittendrin“, wobei das Publikum im Konzert direkt neben Orchestermitgliedern sitzt, als Mitwirkende in Clipserien im Web wie dem mehrfach preisgekrönten #klangberlins oder in den Streams „Spielzeit“ auf der Webplattform „twitch“. Die Verbundenheit mit Berlin zeigt sich im vielfältigen pädagogischen und sozialen Engagement des Orchesters mit diversen Partnern in der Stadt.

Oscar Jockel

Ab Januar 2027 ist Oscar Jockel Chefdirigent des Remix Ensemble und Conductor in Residence an der Casa da Música in Porto. Von 2022 bis 2024 war er Dirigierassistent von Kirill Petrenko bei den Berliner Philharmonikern und Stipendiat der Karajan-Akademie, nachdem er 2021 das Siemens Conductors Scholarship gewonnen hatte. Von 2021 bis 2023 war er zudem Dirigierassistent des Ensemble intercontemporain unter Matthias Pintscher in Paris.

In der Saison 2026/27 debütiert Oscar Jockel beim Pyeong Chang Festival in Südkorea, beim Rotterdam Philharmonic Orchestra, beim Konzerthausorchester Berlin sowie am Opernhaus Zürich, wo er die Neuproduktion von Péter Eötvös‘ „Angels in America“ mit dem Musikkollegium Winterthur leitet. Wiedereinladungen führen ihn zu den Brussels Philharmonic und zur Prague Philharmonia.

Zu den Uraufführungen eigener Werke zählen Auftragskompositionen der Stiftung Berliner Philharmoniker, des Gürzenich-Orchesters Köln und der European Concert Hall Organisation (ECHO), die im Wiener Konzerthaus, Concertgebouw Amsterdam, in der Elbphilharmonie, Philharmonie Berlin, im Barbican Centre und in der Kölner Philharmonie erklingen.

Für sein Schaffen als Komponist und Dirigent erhielt Oscar Jockel 2023 den
Herbert-von-Karajan-Preis der Salzburger Osterfestspiele.

Bisherige Gastengagements führten ihn unter anderem zu den Salzburger Osterfestspielen mit einer Produktion in der Felsenreitschule, ins Gewandhaus zu Leipzig, zu den Internationalen Schostakowitsch Tagen Gohrisch mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden, zum Internationalen Brucknerfest Linz, zum Beethoven Orchester Bonn, Münchner Rundfunkorchester und Ensemble intercontemporain.

Vera-Lotte Boecker

Vera-Lotte Boecker

Vera-Lotte Boecker verbindet einen klaren, flexiblen Sopran mit intensiver szenischer Gestaltung und widmet sich neben dem klassischen Repertoire regelmäßig zentralen Werken des Musiktheaters des 20. und 21. Jahrhunderts. Für ihre Verkörperung der Nadja in Georg Friedrich Haas’ Bluthaus wurde sie 2022 von der Opernwelt zur Sängerin des Jahres gewählt und mit dem Deutschen Theaterpreis DER FAUST als „Darsteller:in Musiktheater“ ausgezeichnet.

In der Saison 2026/27 ist Vera-Lotte Boecker Artist in Residence am Konzerthaus Berlin und gestaltet dort gemeinsam mit dem Konzerthausorchester eine Reihe von Konzerten. Zudem gibt sie ihr Debüt in der Titelpartie von Cavallis La Calisto in einer Neuproduktion von Stefan Herheim am Theater an der Wien und an der Staatsoper Unter den Linden sowie als Leonore in Krzysztof Warlikowskis Neuproduktion von Beethovens Fidelio am Festspielhaus Baden-Baden.

Zu den Höhepunkten der Saison 2025/26 gehörten ihr Debüt in der Titelpartie von Janáčeks Das schlaue Füchslein an der Staatsoper Unter den Linden unter Sir Simon Rattle sowie die Uraufführung von Brett Deans Of One Blood an der Bayerischen Staatsoper unter Vladimir Jurowski, in der sie als Mary Stuart zu erleben war. 2026 erschien bei Capriccio zudem die neue Einspielung von Hindemiths Cardillac, in der Vera-Lotte Boecker an der Seite von Tomasz Konieczny zu hören ist.

Vera-Lotte Boecker im Gespräch

Unsere Artist in Residence Vera-Lotte Boecker stammt aus dem Rheinland und studierte Gesang in Berlin und Kopenhagen. Nach Stationen am Nationaltheater Mannheim und an der Komischen Oper war die vielseitige Sopranistin bis 2022 Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper. Gastengagements führten sie in zahlreichen klassischen und zeitgenössischen Partien an die Berliner Staatsoper sowie nach Moskau, Peking, Tokio, New York, Paris, Hamburg, an die Bayerische Staatsoper in München und zu den Salzburger Festspielen. Die Fachzeitschrift Opernwelt wählte sie zur „Sängerin des Jahres 2022“. Im Jahr darauf erhielt sie den Deutschen Theaterpreis „Der Faust“.

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