11.00 Uhr
cappella academica, Christiane Silber
Dramaturg Micha Häußermann kann das Auftaktkonzert unseres Festivals am 14. Februar mit dem Konzerthausorchester und Trickster Orchestra nur wärmstens empfehlen:
„Was passiert, wenn wir ein Sinfonieorchester um musikalische Traditionen, Expertisen und Perspektiven erweitern? Wie funktionieren Zusammenspiel und gemeinsame Improvisation in einer solch großen Gruppe? Welche Klänge entstehen, welche Geschichten können wir damit auf der Bühne musikalisch erzählen? Diese Fragen stecken für mich in unserem Eröffnungskonzert und ich bin unglaublich gespannt, was entstehen wird. Mit dem Trickster Orchestra haben wir das perfekte Ensemble dafür, da es sich seit vielen Jahren mit diesen Fragen beschäftigen. Unser eigenes Orchester, Dirigent Jonathan Nott und Sopranistin Camilla Tilling führen uns davor alle gemeinsam in Mahlers vierter Sinfonie in einen entrückten Raum für Fantasie und Träume.“
Lydia Naumann aus unserem Team Veranstaltungsmanagement freut sich auf den 15. Februar, die Lautten Compagney mit Sänger Reginald Mobley und deren „facettenreiches musikalisches Programm zu einem im Kontext des aktuellen Weltgeschehens durchaus kontrovers diskutierten Thema – dem „American Dream“. Umso interessanter und wichtiger erscheint mir, der ursprünglichen Idee von Freiheit und Unabhängigkeit dahinter auf den Grund zu gehen, die seit Jahrhunderten gelebte gesellschaftliche Realität in den Vereinigten Staaten zu betrachten und in diesem Konzert einen Blick auf die vielfältigen musikalischen Reflexionen dieses tief verwurzelten Ideals zu werfen.
Unabhängig und frei in seiner künstlerischen Arbeit, themen- und genreübergreifende Experimente wagend und dabei immer einen differenzierten Blick auf Gesellschaft und Zeitgeschehen werfend – für dieses vielschichtige Programm kann ich mir kein passenderes Ensemble als die Lautten Compagney vorstellen. Mit Reginald Mobley hat sie sich nicht nur einen bemerkenswerten Sänger, sondern auch einen Künstler an die Seite geholt, der sich der afro-amerikanischen Kulturgeschichte verschrieben hat. Ich bin gespannt!“
Dramaturgin Filiz Oflazoglu erzählt, warum ihre besondere Empfehlung dem Konzert „Arab Song“ am 15. Februar gilt:
„Ein Konzert, in dem musikalische Interaktion und Improvisation im Zentrum stehen, könnte kaum passender sein für ein Festival, das sich dem künstlerischen Aufbruch, dem Chaos und der Entstehung des Einmaligen widmet. Die traditionellen Melodien aus Syrien, Jordanien und dem Libanon eröffnen von Natur aus einen großen Freiraum für individuelle Nuancierungen und persönliche Ausdrucksweisen der Musiker:innen. Das liegt daran, dass ihnen eine gemeinsame melodische Organisation zugrunde liegt: das Maqam-System, in dem Interpretation und Improvisation grundlegend verankert sind. Im Zusammenspiel mit zeitgenössischen Jazz- und Fusion-Elementen entsteht sicherlich ein einmaliges Werk, das in dieser Form nur an diesem Abend erklingen kann. Zudem berührt mich der Klang der Oud durch seine große poetische Tiefe, und ich bin gespannt darauf, wie sie sich innerhalb einer Jazz-Besetzung entfaltet. Mit ein bisschen Party, ein bisschen Überraschung und viel musikalischer Offenheit wird an diesem Abend das Festival-Gefühl ganz groß. Darauf freue ich mich sehr!“