16.00 Uhr
Neujahrskonzert
Joseph Haydns „Schöpfung“ ist zugleich Höhe- und Schlusspunkt unseres Festivals „Vom Anfangen“. Basierend auf Texten der Genesis und der Psalmen sowie auf John Miltons „Paradise Lost“ zeichnet das Oratorium die biblische Entstehungsgeschichte der Welt nach. Ähnlich wie mit der göttlichen Schöpfung selbst waren allerdings auch mit Haydns Werk nicht alle vollkommen glücklich – Friedrich Schiller schimpfte es gar „charakterloses Mischmasch“. Zwischen lautmalerisch-volkstümlich anmutenden Naturschilderungen und der Aufklärung verbundenem Humanitätsideal, weltlicher Sprache und geistlichen Themen traf es trotzdem den Nerv der Zeit. „Die Schöpfung“ wurde zum Publikumsrenner und zu einem wegweisenden Werk der Musikgeschichte.
Im anschließenden Nach(t)gespräch im Beethoven-Saal diskutiert nach der dritten Aufführung Sozialwissenschaftlerin Esra Kücük, ob und wozu wir große Anfangsgeschichten benötigen und welche Funktion die Aufführung dieses Oratoriums im Konzerthaus Berlin für die sich wandelnde Gesellschaft der Gegenwart haben kann.
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