Willkommen an der Kurt-Sanderling-Akademie

von Annette Zerpner 27. Oktober 2022

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Wir stellen Euch die Kurt-Sanderling-Akademie 2022/23 vor

Anfang Oktober war es wieder soweit: Wir haben den aktuellen Jahrgang der Kurt-Sanderling-Akademie fürs Gruppenfoto zusammengetrommelt. Von links nach rechts sind das Umut Sağlam, Susanne Szambelan, Veronika Kolosovska, Phoebe White, Christoph Lindner, Miha Zhu, Yeseul Bahng, Soyeon Park, Daria Tarasova und Goeunsol Heo. Nicht im Bild sind Alberto Javier Habas Sabariego, David Malaev und Julia Pałęcka.

Veronika und Miha

Bratscherin Veronika und Geigerin Miha beim Fototermin

Unsere fünf „Neuen“

Mit Flötistin Yeseul Bahngs Antwort auf die Frage nach ihrem Lieblingsplatz können sich viele identifizieren: Zu Hause! Dort erholt sie sich am Wochenende vom Großstadttrubel, liest und hört Musik. Das e-Moll-Flötenkonzert von Mercadante brachte Yeseul als 12-Jährige zu ihrem Instrument. Ihr heutiges Lieblingstück ist Schuberts einzige Flötenkomposition: Introduktion und Variationen über sein Lied „Trockne Blumen“. Die Oboe und deren Klangfarbe haben es ihr ebenfalls angetan. In einer alternativen Welt wäre die Koreanerin wohl Musiktherapeutin. Auch hier in Berlin isst sie am liebsten Gerichte aus ihrer Heimat.

Bratscherin Veronika Kolosovska ist erst seit kurzer Zeit aus Kyiv nach Berlin gekommen und braucht noch Zeit, um Lieblingsorte zu entdecken: „Vielleicht werden das die Museumsinsel, die Seen rund um Potsdam und der Wannsee. Gerade lerne ich hier neue Museen und Orte kennen, an denen man gut essen kann.“ Sie hat von klein auf Geige gespielt, aber dann lernte sie ihren Bratschenprofessor und damit „the awesomeness of viola life“ kennen.  Von den anderen Instrumenten hat sie das Cello besonders gern: „Es hat so eine schöne Stimme!“ Wäre Veronika keine Musikerin, wären Ökoaktivismus und nachhaltige Entwicklung für sie beruflich interessant. Am liebsten isst sie Borschtsch.

Veronika Kolosovska

Cellistin Susanne Szambelan ist in New York geboren und in Polen aufgewachsen. Sie bummelt gern über Berliner Flohmärkte und durch das Galerienviertel an der Auguststraße in Mitte. Wäre sie nicht Musikerin geworden, hätte sie sich auch ein Leben als professionelle Tänzerin vorstellen können. Zwei Instrumente, die unterschiedlicher nicht sein könnten, fallen ihr als Alternativen zum Cello ein: Die vielsaitige, zart klingende Viola da Gamba oder die Trompete! Susannes Lieblingsessen: Pasta al limone.

Schlagzeuger Christoph Lindner ist in seiner Freizeit sportlich unterwegs: Beachvolleyball, Fußball, Joggen. Das kann er sehr gut an seinem Lieblingsort in der Stadt, dem Tiergarten. Über sein Instrument erzählt er: „Als ich 7 war, fand ich Drumset sehr cool und wollte es gerne lernen. Später habe ich dann jemanden Marimba spielen sehen und war von dem Klang so fasziniert, dass ich wiederum das gerne beherrschen wollte. So bin ich Stück für Stück zum klassischen Orchester-Schlagzeug gekommen.“ Bei Christophs Lieblingskomponist Dimitri Schostakowitsch hat das Schlagwerk oft ordenlich zu tun. Er könnte sich übrigens auch vorstellen, Posaune zu spielen. Wäre der Berliner kein Musiker, würde er als Mathe- und Sportlehrer vor einer Klasse oder auf dem Sportplatz stehen. Während Sammeln bei vielen ein Hobby ist, sind Schlagzeuger sozusagen dazu verpflichtet: Christoph hat sehr, sehr viele Schlägel. Ach, und sein Lieblingsessen ist Spinatlasagne!

Christoph Lindner

Geigerin Daria Tarasova ist auf der Krim geboren und hat in Kyiv studiert. An Wochenenden erkundet sie das für sie neue Berlin zu Fuß: „Überall weht die Flagge meines Landes. In dieser nicht einfachen Zeit spüren wir in der deutschen Hauptstadt mehr denn je eine große Unterstützung.“ Ein Lieblingsort ist der Berliner Dom: „Als ich ihn das erste Mal sah, war ich von der Architektur fasziniert.“ Nachdem eine Klavierlehrerin sie als Kind durch die Lautstärke ihres Spiels verschreckt hatte, lernte sie lieber Geige. Aber „mit der Zeit habe ich gemerkt, wie schön Klavier ist und würde es gern spielen können“.  Besonders gern mag Daria Musik der Impressionisten – Ravel, Debussy und Saint-Saëns gehören zu ihren Lieblingskomponisten.

... und unsere acht Akademist*innen, die seit letzter Saison dabei sind

Kontrabassist Alberto Javier Habas Sabariego teilt seine Wochenenden zwischen (natürlich) üben und Treffen mit Freunden, zum Beispiel im Mauerpark. Als Achtjähriger begann er mit  Kontrabass, Beethoven und Wagner spielt er besonders gern. Und was wäre Alberto, wenn nicht Musiker? „Fußballer, wenn möglich!“ Sehr spanisch ist sein Lieblingsessen: Kartoffelomelette mit Salmorejo – einer Suppenspezialiät aus seiner Heimatstadt Córdoba – und Serranoschinken.

Cellistin Goeunsol Heo erkundet in ihrer Freizeit Berlins schöne Parks. Eine Kraftquelle ist die Museumsinsel – an besuchte Ausstellungen erinnert sie ihre Ticketsammlung. Die Wärme des Cellotons hat sie schon als Kind fasziniert – „Bei Geige habe ich damals das Radio ausgeschaltet!“ Sie schätzt Ravel und könnte gern Jazzklavier spielen. Wäre sie keine Musikerin, würde sie vielleicht in einem Verlag arbeiten und Bücher herausgeben. Goeunsol backt gern und liebt koreanisches Essen.

Ein entspanntes Wochenende beginnt für Kontrabassistin Soyeon Park mit Joggen im Großen Tiergarten. Eine ausgiebige Pause im Café gehört ebenfalls dazu. Als Kind wollte die Südkoreanerin gern Posaune spielen. In der Grundschule sah sie zum ersten Mal einen Kontrabass und verliebte sich in dessen Klang. Ihr Lieblingskomponist ist Beethoven – vielleicht auch wegen des stürmischen Solos der Kontrabässe im Gewitter der „Pastorale“?

Soyeon in einer Probe mit Chefdirigent Christoph Eschenbach im Mai 2022

Geiger David Malaev zieht es am Wochende oft per Rad Richtung Grunewald und Potsdam. Neben Geige würde er gern Saxophon und Klarinette beherrschen. Als Junge hat David von einer Karriere als Rennfahrer oder Pilot geträumt – vielleicht wäre er ohne die Musik aber auch Schreiner geworden. Johann Sebastian Bach schätzt er besonders. Sein Lieblingessen neben der „bunten und russischen“ Küche seiner Mutter – Sushi!

Bratscherin Julia Pałęcka geht gern ins Teehaus Dosha, um Freunde zu treffen. Im Schulorchester wurde die Geigerin zur Teilzeitbratsche, nach 5 Jahren wechselte sie ganz zur Viola. Sie hört besonders gern Prokofjew und Enescu. Klarinette und Posaune wären Alternativinstrumente – außerdem würde die theaterbegeisterte Polin gern eine Bühne leiten. Sie sammelt Fotos und ist ein Foodie mit vielen Lieblingsgerichten: „Mapo Tofu, Spaghettieis, Bun bo nam bo und alles mit Rüben!“

Ein Fleckchen Grün, ein Kaffee, ein Buch – und Cellist Umut Sağlam ist glücklich. Ein Sommersonnenuntergang über der Admiralsbrücke oder im Gleisdreieck-Park ist für ihn der perfekte Berlin-Moment. Insbesondere schätzt er Bach, Beethoven und Schostakowitsch, interessiert sich außerdem für türkische und skandinavische Folkmusik. Der Klang des armenischen Blasinstruments Duduk und die nordische Taglharpa haben es ihm besonders angetan. Als Kind wollte Umut Koch zu werden – „Manchmal träume ich noch von dem kleinen Café, wo ich gutes Essen serviere.“ Der Musiker aus Ankara sammelt Bierdeckel, liebt jede Art Kebab, Gerichte auf Olivenölbasis und „vor allem“ Smash Cheeseburger.

Umut in einem Konzert mit Chefdirigent Eschenbach im November 2021

Wenn Geigerin Phoebe White mal ein Wochenende frei hat, tanzt sie gern in Berliner Clubs. Zum ihrem Instrument kam sie durch ihre ältere Schwester. Die spielte schon Geige, als Phoebe auf die Welt kam. „Ich war vollkommen fasziniert, wenn sie geübt hat und habe irgendwann begonnen, sie nachzuahmen.“ Reizvolle Berufsalternativen hätte die Irin aus Dublin in anderen Kunstsparten gefunden – als Malerin oder Filmemacherin.

Ob sie neues Streetfood im Wilmersdorfer Thaipark probiert oder sich auf der Museumsinsel inspirieren lässt – Geigerin Miha Zhu weiß, wo es in ihrer Heimatstadt Berlin besonders schön ist. Dazu gehören für sie auch deren Gewässer, die sie schwimmend oder mit Freunden per Boot erkundet. Seit sie sehr jung „froh und aufgeregt“ seine meisterhaften Sonaten und Partiten zu spielen begann, liebt sie Bach.

Miha Zhu

Konzerttermine

Hier könnt Ihr unsere Akademist*innen live hören:

25.11.22: Kinderkonzert, 16.30 Uhr in der Helene-Nathan-Bibliothek Neukölln

02.12.22: Live-Stream-Konzert und Aufnahme, 16 Uhr im BAYER Auditorium

12.12.22: Weihnachtskonzert, 16 Uhr bei der HoWoGe

25.04.23: Espressokonzert im Konzerthaus

21.06.23: Espressokonzert im Konzerthaus

Mehr zur Kurt-Sanderling-Akademie

Fotos: Pablo Castagnola (Titel; Veronika und Miha; Veronika; Christoph; Miha); Markus Werner (Soyeon) Marco Borggreve (Umut)

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