Welcome to the Kurt-Sanderling-Academy

By Annette Zerpner June 16, 2022

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Wie so vieles hat es in dieser Saison etwas länger gedauert, bis wir sie beisammen hatten – nun sind die Streicher*innen der Kurt-Sanderling-Akademie komplett!

Am 23. Juni ab 17.00 Uhr könnt Ihr den aktuellen Jahrgang 2021/22/23 in Spielzeit #14 auf dem twitch-Kanal des Konzerthausorchesters erleben. „Young, brave & fast" heißt die letzte Folge der Saison. Dort reden die Nachwuchsmusiker*innen über die Nervensache Probespiel, finden heraus, wer eine Stelle am schnellsten spielen kann und machen live Musik, die sie besonders mögen. Hier stellen wir sie Euch schon mal etwas vor.

Kontrabassist Alberto Javier Habas Sabariego teilt seine Wochenenden zwischen (natürlich) üben und Treffen mit Freunden, zum Beispiel im Mauerpark. Als Achtjähriger begann er mit  Kontrabass, Beethoven und Wagner spielt er besonders gern. Und was wäre Alberto, wenn nicht Musiker? „Fußballer, wenn möglich!“ Sehr spanisch ist sein Lieblingsessen: Kartoffelomelette mit Salmorejo – einer Suppenspezialiät aus seiner Heimatstadt Córdoba – und Serranoschinken.

Cellistin Goeunsol Heo erkundet in ihrer Freizeit Berlins schöne Parks. Eine Kraftquelle ist die Museumsinsel – an besuchte Ausstellungen erinnert sie ihre Ticketsammlung. Die Wärme des Cellotons hat sie schon als Kind fasziniert – „Bei Geige habe ich damals das Radio ausgeschaltet!“ Sie schätzt Ravel und könnte gern Jazzklavier spielen. Wäre sie keine Musikerin, würde sie vielleicht in einem Verlag arbeiten und Bücher herausgeben. Goeunsol backt gern und liebt koreanisches Essen.

Geiger David Malaev zieht es am Wochende oft per Rad Richtung Grunewald und Potsdam. Neben Geige würde er gern Saxophon und Klarinette beherrschen. Als Junge hat David von einer Karriere als Rennfahrer oder Pilot geträumt – vielleicht wäre er ohne die Musik aber auch Schreiner geworden. Johann Sebastian Bach schätzt er besonders. Sein Lieblingessen neben der „bunten und russischen“ Küche seiner Mutter – Sushi!

Bratscherin Julia Pałęcka geht gern ins Teehaus Dosha, um Freunde zu treffen. Im Schulorchester wurde die Geigerin zur Teilzeitbratsche, nach 5 Jahren wechselte sie ganz zur Viola. Sie hört besonders gern Prokofjew und Enescu. Klarinette und Posaune wären Alternativinstrumente – außerdem würde die theaterbegeisterte Polin gern eine Bühne leiten. Sie sammelt Fotos und ist ein Foodie mit vielen Lieblingsgerichten: „Mapo Tofu, Spaghettieis, Bun bo nam bo und alles mit Rüben!“

Engagement: Bohdan, Julia und Umut beim degewo-Kiezkonzert in Marzahn (Juni 2022)

Ein entspanntes Wochenende beginnt für Kontrabassistin Soyoen Park mit Joggen im Großen Tiergarten. Eine ausgiebige Pause im Café gehört ebenfalls dazu. Als Kind wollte die Südkoreanerin gern Posaune spielen. In der Grundschule sah sie zum ersten Mal einen Kontrabass und verliebte sich in dessen Klang. Ihr Lieblingskomponist ist Beethoven – vielleicht auch wegen des stürmischen Solos der Kontrabässe im Gewitter der „Pastorale“?

Soyoen in einer Probe mit Chefdirigent Christoph Eschenbach (Mai 2022)

Ein Fleckchen Grün, ein Kaffee, ein Buch – und Cellist Umut Sağlam ist glücklich. Ein Sommersonnenuntergang über der Admiralsbrücke oder im Gleisdreieck-Park ist für ihn der perfekte Berlin-Moment. Insbesondere schätzt er Bach, Beethoven und Schostakowitsch, interessiert sich außerdem für türkische und skandinavische Folkmusik. Der Klang des armenischen Blasinstruments Duduk und die nordische Taglharpa haben es ihm besonders angetan. Als Kind wollte Umut Koch zu werden – „Manchmal träume ich noch von dem kleinen Café, wo ich gutes Essen serviere.“ Der Musiker aus Ankara sammelt Bierdeckel, liebt jede Art Kebab, Gerichte auf Olivenölbasis und „vor allem“ Smash Cheeseburger.

Die Kurt-Sanderling-Akademie im Juni 2022, von links nach rechts: Soyoen Kim, Goeunsol Heo, Phoebe White, Gaeun Song, Miha Zhu, Alberto Javier Habas Sabariego und Umut Sağlam. Nicht im Bild: David Malaev, Julia Pałęcka und Bohdan Shalya.

Als Kind war Geiger Bohdan Shalya oft mit seiner Mutter in der Oper und hatte „großen Spaß, das Orchester zu beobachten.“ Mit fünf bekam er Geigenunterricht – sein Lieblingskomponist Tschaikowsky hat zum Glück ein wunderbares Violinkonzert geschrieben. Neben Geige schätzt er auch Cello und Flöte. Die „schönsten Gebäude der Stadt“ stehen für den Ukrainer am Gendarmenmarkt. Freie Zeit verbringt Bohdan mit seiner Frau – und manchmal vor der Playstation. Außerdem begeistern ihn Mathematik und Fußball.

Berlins Cafés, Galerien und Flohmärkte entdeckt Bratscherin Gaeun Song am liebsten zu Fuß. Mit 13 tauschte sie die Geige nach 7 Jahren gegen die Bratsche. Sie liebt die „Tiefe von Beethovens Musik“. Weil man „frei dazu singen kann“, würde Gaeun außerdem gern Gitarre spielen. Ein Lebensziel: Für Kinder ein Musik-Educationprojekt zu gründen. Sie sammelt Fotos, isst gern scharf gewürzte Speisen aus ihrer Heimat Korea und probiert sich durch deutsche Brotsorten.

Wenn Geigerin Phoebe White mal ein Wochenende frei hat, tanzt sie gern in Berliner Clubs. Zum ihrem Instrument kam sie durch ihre ältere Schwester. Die spielte schon Geige, als Phoebe auf die Welt kam. „Ich war vollkommen fasziniert, wenn sie geübt hat und habe irgendwann begonnen, sie nachzuahmen.“ Reizvolle Berufsalternativen hätte die Irin aus Dublin in anderen Kunstsparten gefunden – als Malerin oder Filmemacherin.

Ob sie neues Streetfood im Wilmersdorfer Thaipark probiert oder sich auf der Museumsinsel inspirieren lässt – Geigerin Miha Zhu weiß, wo es in ihrer Heimatstadt Berlin besonders schön ist. Dazu gehören für sie auch deren Gewässer, die sie schwimmend oder mit Freunden per Boot erkundet. Seit sie sehr jung „froh und aufgeregt“ seine meisterhaften Sonaten und Partiten zu spielen begann, liebt sie Bach.

Höchste Konzentration: Miha in einer Probe (Mai 2022)

Fotos: Marco Borggreve (Titelporträt Umut Sağlam); Markus Werner (Porträts Soyoen Kim & Miha Zhu); Laura Zenziper (Gruppenbild)

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