Fatma Said im Gespräch

von Annette Zerpner 2. August 2022

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Fatma Said © Parlophone LTD photographer James Bort

„Musik verbindet uns alle, sie ist unser gemeinsamer Nenner. Ich liebe es, dass wir einen Moment des Friedens miteinander finden, wenn wir zusammen Musik erleben.”

Wie hast Du zum klassischen Gesang gefunden?

Ich habe die Deutsche Schule in Kairo besucht. An Deutschen Schulen wird besonderer Wert auf Musik gelegt, also bekam ich eine intensive Ausbildung. Im Chor habe ich Bach, Mozart, Schumann und Mendelssohn gesungen, aber auch Jazz und vieles weitere. Ich konnte ein reiches Repertoire kennenlernen. Zusätzlich habe ich private Gesangsstunden genommen und 5 Jahre lang bei „Jugend musiziert“ mitgemacht. So bekam ich international ersten Anschluss, hatte erste Erfolge. In Berlin wurde dann Renate Faltin meine Professorin an der Musikhochschule Hanns Eisler. Ihr verdanke ich so viel!

Der Gendarmenmarkt ist also ein alter Bekannter für Dich?

Ja, deshalb war es ein besonders schöner Moment, als ich wegen der Residency am Konzerthaus gefragt wurde. Die Litfaßsäule mit den Plakaten der Artists in Residence direkt vor dem Haus kenne ich schon seit meinem ersten Semester an der Hochschule nebenan. Damals stand ich davor und habe mich gefragt, wie man das wohl an so einem renommierten Haus wird. Ich hätte mir nicht träumen lassen, dass dort einmal mein Foto gezeigt wird.

Wofür möchtest Du Deine Residency nutzen?

Man ist mir am Konzerthaus sehr entgegengekommen, hat mir viel Freiheit und Raum gegeben, mich in allen Facetten auszudrücken. Über soviel Vertrauen und Verantwortung bin ich enorm glücklich. Ich unterscheide nicht so zwischen Stilen, denn Musik ist für mich Musik – und diese Vielfalt möchte ich zeigen. Keines meiner Konzerte wird dem anderen ähneln, die Bandbreite reicht von einer Session durch verschiedene Genres über Strauss-Lieder mit dem Konzerthausorchester bis zu einer musikalischen Reise ums Mittelmeer.

Clip Fatma Said

Im Clip erzählt Fatma Said von ihrer Leidenschaft für Vielfalt, musikalischen Herausforderungen von Barockarie bis Tango und davon, was ihr das Konzerthaus Berlin bedeutet.

Welche Rolle wird Musik aus Deiner Heimat Ägypten spielen?

Ich bin keine arabische, sondern eine klassische Sängerin. Das ist meine Profession, daran werde ich gemessen und möchte absolut die gleiche Qualität bieten wie jemand, dessen „Mutterkultur“ die westliche ist. Dem Publikum möchte ich aber auf jeden Fall auch zeigen, wo ich herkomme. Für diese Art kulturellen Austauschs fühle ich mich verantwortlich und glaube, dass wir an einem Geben und Nehmen gar nicht vorbeikommen. Andersartigkeit sollten wir nicht nur betonen, sondern feiern. 

Was wünschst Du Dir diesbezüglich für die Zukunft?

Ich wünsche mir, dass es in Zukunft gar kein Schubladendenken mehr gibt. Die Szene der arabischen Musik ist sehr international – es gibt Komponisten, die im arabischen Kulturkreis so wichtig wie Mozart im Westen. Ich möchte dazu beitragen, dass sie mehr gehört werden und habe deshalb von einigen bereits Stücke für meine Stimme schreiben lassen.

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