13.00 Uhr
Rundgang
Gesangsstudierende der Hochschule für Musik „Hanns Eisler" Berlin
Hannah Schmidt-Ott Sopran
Panna Dobos Mezzosopran
Daniel Yan Pruzansky Tenor
Egor Sergeev Bariton
Daniel Werner Flöte
Thor-Harald Johnsen Barockgitarre
Sylvia Ackermann Hammerklavier
Elli Neubert Szenische Einrichtung
Petra Schnakenberg Ausstattung
Lucilla Schmidinger Dramaturgie
Anna Bon di Venezia
Sonate Nr. 5 I. Allegro aus Sei sonate da
Camera per il Flauto Traversiere
Joseph Haydn
„Ragion Nell‘Alma siede“ aus „Il mondo della luna" (Die Welt auf dem Monde) Hob. XXVIII:7 - Oper in drei Akten
Anna Bon di Venezia
Sonate Nr. 5 II. Andante aus Sei sonate da Camera per il Flauto Traversiere
Joseph Haydn
„Di questo audace ferro“ aus „La fedeltà premiata" (Die belohnte Treue) Hob. XXVIII:10 - Oper in drei Akten
Joseph Haydn
„Filomena abbandonata“ aus „L’anima del filosofo ossia Orfeo ed Euridice" (Die Seele des Philosophen oder Orpheus und Eurydike) Hob. XXVIII:13 - Oper in vier Akten
Anna Bon di Venezia
Sonate Nr. 5 III. Allegro aus Sei sonate da Camera per il Flauto Traversiere
Joseph Haydn
„Guarda qui che lo vedrai“ für Sopran, Tenor und Klavier Hob. XXVa:2
Joseph Haydn
„Vado a pugnar contento“ aus „Armida" - Oper in drei Akten
Joseph Haydn
„Non aver di me sospetto“ aus „Il mondo della luna“ (Die Welt auf dem Monde) Hob. XXVIII:7 - Oper in drei Akten
Joseph Haydn
„Fra un dolce deliro“ aus „L'isola disabitata" (Die wüste Insel) Hob. XXVIII:9
Joseph Haydn
„Sono contenta appienona“ aus „L'isola disabitata" (Die wüste Insel) Hob. XXVIII:9
„Che bella scena! Che bella burla!“ Die ganze Welt und das ganze Leben sind Theater! Wir spielen, wir tricksen, wir verschleiern: unsere Gefühle, um uns nicht verletzlich zu machen; oder gesellschaftliche Missstände, um ihre Drastik abzumildern und uns angesichts ihrer überfordernden Grausamkeit lebensfähig zu halten. Letztlich: Wir spielen Theater, um das System am Laufen zu halten. Aber in dieser Aufführung wollen wir mithilfe von Haydns Musik und anderen Mitteln Entschleiern: Wir wollen in den Spiegel blicken, die Wahrheit sehen, uns konfrontieren mit Emotionen und der Diffizilität von Konflikten. Dafür haben wir eine Truppe von Spezialist*innen eingeladen: Clowns. Sie sind Profis im Spielen, Narrenfreiheit ist ihr Handwerk. Sie treffen uns als melancholischer Pierrot tief ins Herz oder zaubern uns als gekonnter weißer Clown mit Zaubertricks ein Lächeln ins Gesicht. Clowns dürfen qua Beruf den Anwesenden den Spiegel vorhalten, Regeln und Konventionen brechen – und stehen dabei selbst doch immer als Außenseiter*innen am Rande der Gesellschaft. Unsere heutige singende Clowns-Truppe ereilte jedoch ein tragisches Schicksal: Sie wurden aus dem Zirkus gejagt. Nun ziehen sie durch die Lande, auf der Suche nach einem Zuhause, an dem sie ihrer Berufung nachgehen können – und tauchen dabei den ganzen Tag über an verschiedenen Orten im Konzerthaus auf!
Hannah Schmidt-Ott wurde in Berlin geboren und entdeckte schon früh ihre Leidenschaft für Musik. Von 2007 bis 2018 war sie Mitglied des Kinder- und Jugendchors der Komischen Oper Berlin, wo 2015 auch ihre solistische Ausbildung begann.
Seit 2019 studiert sie an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin in der Klasse von Prof. Britta Schwarz. Hannah Schmidt-Ott ist Stipendiatin von Yehudi Menuhin Live Music Now Berlin e.V., des Deutschlandstipendiums sowie der Richard-Wagner-Stiftung Minden 2024.
2023 war Hannah Schmidt-Ott im Partnerprojekt „Neue Szenen VI exposed“ an der Deutschen Oper Berlin zu erleben und im Sommer desselben Jahres als Amital in W.A. Mozarts „Betulia Liberata“. Im Frühjahr 2024 gestaltete sie ein vielseitiges „Oper vs. Operette“-Programm mit dem Preußischen Kammerorchester unter Jürgen Bruns und sang im Winter mehrere Aufführungen des Weihnachtsoratoriums mit der Münchner Hofkapelle. Beim Frühlingsfestival MOMENTUM in Kooperation mit der Barenboim-Said-Akademie war Hannah Schmidt-Ott 2024 ebenfalls zu hören. Als Gastkünstlerin singt sie jährlich Konzerte am Saarländischen Staatstheater.
Hannah Schmidt-Ott ist doppelte Finalistin des Internationalen Antonín-Dvořák-Wettbewerbs 2023 in Karlsbad in den Kategorien Oper und Lied. Zudem erreichte sie das Finale beim Vienna International Classical Singing Competition 2025 und ist Preisträgerin des Internationalen Gesangswettbewerbs Rheinsberg 2025.
Sie wurde künstlerisch geprägt durch die Zusammenarbeit mit Britta Schwarz, Thomas Quasthoff, Chen Reiss, Claudia Visca, Krassimira Stojanowa, Nadja Michael, Barbara Bonney, Wolfram Rieger, Caren van Oijen und Mara Kurotschka.
Die 23-jährige ungarische Mezzosopranistin begann ihre musikalische Ausbildung im Kinderchor des Ungarischen Rundfunks und wurde dort früh mit der reichen ungarischen Chortradition vertraut. Mit 15 Jahren erhielt sie ihren ersten Gesangsunterricht. Durch ihre weitere Ausbildung am Konservatorium und die kontinuierliche Arbeit im Chor reifte der Entschluss, den Gesang zu ihrem Beruf zu machen.
Heute singt sie im Purcell Chor, dem einzigen professionellen, auf Alte Musik spezialisierten Kammerchor Ungarns mit Sitz in Budapest. Seit 2023 studiert sie außerdem Gesang an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin, zunächst bei Prof. Christine Schäfer und derzeit bei Prof. Simon Bode.
In Berlin war sie bereits in Rollen wie Poppea in Georg Friedrich Händels Agrippina und Dorabella in Mozarts Così fan tutte zu erleben. Darüber hinaus wirkte sie in verschiedenen zeitgenössischen Musiktheaterprojekten mit, unter anderem in der Tischlerei der Deutschen Oper Berlin und am Theater der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch.
Der israelische Tenor Daniel Yan Pruzansky (geb. 1999) begann seine akademische Ausbildung mit dem Studium von Gesang und Klarinette an der Hochschule für Musik Nürnberg. Seit Oktober 2024 setzt er sein Bachelor-Gesangsstudium an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin bei Prof. Stephan Rügamer fort.
Er ist regelmäßig als Solist auf bedeutenden Konzert- und Opernbühnen zu erleben. Zu seinen jüngsten Erfolgen gehören Auftritte als Tenorsolist mit den Nürnberger Symphonikern sowie im Gewandhaus Leipzig. Dabei arbeitete er bereits mit führenden Dirigenten wie John Axelrod, Peter Dijkstra und Arkadi Berin zusammen. Im Opernbereich sang er unter anderem den Harlekin in Der Kaiser von Atlantis an der Israeli Opera (mit dem Meitar Ensemble) und Monostatos in Die Zauberflöte mit dem Marienbad Symphonieorchester. Zudem gastierte er am Staatstheater Nürnberg und beim Rundfunkchor Berlin.
Zu seinen zukünftigen Engagements gehören die Titelpartie in Gounods Faust an der Uckeroper sowie die Rolle des Monsieur Triquet in Eugen Onegin mit dem Jerusalem Symphony Orchestra.
Der russische Sänger Egor Sergeev begann sein Gesangsstudium an der Russischen Staatlichen Akademie der Künste in Moskau und setzte es später an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin fort. Er ist Absolvent des „Young Singers Project“ bei den Salzburger Festspielen 2024 und des National Opera Studio in London (2024–25), wo er mit führenden britischen Opernhäusern wie der Welsh National Opera, der Scottish Opera, der English National Opera und der Opera North zusammenarbeitete.
In der laufenden Spielzeit gab Egor Sergeev sein Rollendebüt als Don Giovanni beim Da Ponte Festival. Anschließend trat er der Académie der Opéra National de Bordeaux bei, wo er sein Frankreich-Debüt als Nilakhanta in „Lakmé“ von Léo Delibes gab.
Im Frühjahr 2023 gab er sein professionelles Debüt in einer Hauptrolle bei der Weltpremiere von Germán Alonsos Loveleas (Neue Szenen) an der Deutschen Oper Berlin. Kurz darauf trat er im Konzerthaus Berlin in der Weltpremiere von Donizettis wiederentdeckter Oper Dalinda auf, gefolgt von seinem Debüt an der Staatsoper Unter den Linden in Peter Eötvös’ Sleepless. Bei den Salzburger Festspielen sang er die Rolle des Vaters in einer Neuproduktion von Orffs „Die Kluge“ (2024). Nach einem erfolgreichen Jahr als Mitglied des Opera Studio endete die Spielzeit 2024/25 mit seinem Debüt beim Buxton International Festival, wo er die Hauptrolle in einer neuen Oper sang, die auf dem Leben der Queer-Ikone und Tänzerin Bobby Britt basiert.
Sergeev war Preisträger beim Internationalen Haydn-Wettbewerb 2023, beim Internationalen Gesangswettbewerb „Gabriela Beňačková“ und bei der Dean & Chadlington Summer Music Festival Competition 2025.
Daniel Werner, geboren in Südtirol, erhielt seinen ersten Flötenunterricht mit 9 Jahren. Im Alter von 16 Jahren ging er an das Konservatorium Bozen zu Claudio Marinone, bei dem er nach 3 Jahren sein Diplom mit Höchstnote und Auszeichnung erlang. Sein Bachelor-Studium absolvierte Werner an der „Hochschule für Musik und Theater München“ bei Frau Prof. Andrea Lieberknecht. Piccolounterrricht erhielt er dort bei Gudrun Hinze (Gewandhausorchester Leipzig) sowie Natalie Schwaabe (BR-Symphonieorchester).
Meisterkurse erhielt er bei Michael Martin Kofler, Andrea Lieberknecht, Andreas Schmidt und Wissam Boustany. Bei zahlreichen nationalen und internationalen Wettbewerben erreichte Daniel Werner in Kammermusik sowie in solistischer Formation erste Preise.
Seit 2017 ist Daniel Werner Solo-Piccolist im Konzerthausorchester Berlin. Seit 2018 ist er Mitglied der „14 Berliner Flötisten“ rund um den Flötisten Andreas Blau (ehem. Berliner Philharmoniker).
Thor-Harald Johnsen, ein gebürtiger Norweger, lebt in Norwegen und Deutschland, wo er 2006 sein Studium bei Rolf Lislevand an der Staatlichen Hochschule für Musik in Trossingen absolvierte. In seinem Studium widmete er sich vor allem dem Repertoire für Barocklaute und Barockgitarre, und wurde 2007 für seine tiefgehenden Studien von Deutschen Lautenmusik des 17. Jahrhundert, mit einem Kunststipendium von RWE ausgezeichnet. Seit seinem Studienabschluss hat er seine kammermusikalische Ausübung intensiviert.
Das innovative, idiomatische und fantastische Repertoire für Barockgitarre und Theorbe aus dem 17. Jahrhundert hat ihm dazu geleitet und motiviert mit den Strukturen und den vielfältigen klangliche Möglichkeiten einer aus Barockinstrumenten bestehende Begleitgruppe zu Experimentieren. In den letzten Jahren konzertierte er unter anderem mit Rolf Lislevand, Jordi Savall, Maurice Steger, Anton Steck, Ophelie Galliard, Lorenz Duftschmid, Balthasar Neumann Ensemble, Armonico Tributo Austria, Norwegian Chamber Orchestra. Die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Musikern beinhaltet CD-Produktionen bei u.a. ECM, Astrée Naïve, Harmonia Mundi und Ambroisie.
Sylvia Ackermann fühlt sich auf verschiedenen Tasteninstrumenten zuhause und konzertiert auf Hammerflügel, Orgel und Virginal. Ihre Leidenschaft gilt den historischen Tasteninstrumenten und der historischen Aufführungspraxis. An den Original-Instrumenten arbeitet Sylvia Ackermann kontinuierlich an der Entwicklung eines lebendigen und differenzierten Anschlags, der für das Spiel auf den vielfältigen und so unterschiedlichen historischen Tasteninstrumenten absolut erforderlich ist. Ihr Haupt-Repertoire erstreckt sich dabei von der 2. Hälfte des 18. Jh. bis ca.1850.
Ihre Ausbildung erhielt sie an den Musikhochschulen Mainz und München im Hauptfach Klavier und schloss ihr Studium mit der künstlerischen Reifeprüfung ab. Es folgten viele Meisterkurse und Privatunterricht bei bedeutenden Pädagogen wie Menahem Pressler, Simon Gourari, Monika Leonhard, Jürgen Uhde, Jakob Lateiner, Maria Jäger-Jung und vielen mehr.
Neben ihrer Arbeit als Konzertpianistin und Pädagogin interessiert sich Sylvia Ackermann schon immer für fächerübergreifende Projekt - sie initiierte in München das „Internationale Theaterforum“, arbeitet zusammen mit Tänzern und Videokünstlern und gründete 2009 zusammen mit Georg Ott den „Claviersalon“ in Miltenberg/Main. Mit außergewöhnlichen Konzertprogrammen und Ideen abseits des Mainstreams, wird dem Publikum der faszinierende und einmalige Klang der Original-Instrumente nähergebracht.
Elli Neubert entwickelt interdisziplinäre Musiktheaterformate und interaktive Performances, in denen das gemeinschaftliche Erleben im Zentrum steht. Wesentlich für ihre Suche nach einem zugänglichen Musiktheater ist die ko-kreative Zusammenarbeit mit Komponist:innen und Ensembles. Zuletzt entstanden der spartenübergreifende Musiktheaterwalk Fassaden am Staatstheater Wiesbaden (Musik: Dariya Maminova) und das Musiktheater für Kinder Berge flüstern laut bei den Salzburger Festspielen (Musik: Matteo Haitzmann).
Von 2022/23 bis 2024/25 war sie als Spiel- und Produktionsleitung der experimentellen Spielstätte Tischlerei an der Deutschen Oper Berlin tätig und wirkte dort an der Umsetzung verschiedener Uraufführungen und experimenteller Musiktheaterformate mit.
Nach einer Vorausbildung an der Iwanson Schule für zeitgenössischen Tanz studierte sie Theater- und Musikwissenschaft an der Universität München sowie Regie für Musiktheater an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.
Petra Schnakenberg ist Bühnen- und Kostümbildnerin. Darüber hinaus arbeitet sie als Modellbauerin für Film- und Theaterentwürfe.
Sie studierte Szenografie an der Akademie der bildenden Künste Wien (Prof. Anna Viebrock), am Mozarteum Salzburg und an der ENSAD in Paris. Nach ihrem Studium arbeitete sie als Bühnen- und Kostümassistentin bei den Bregenzer Festspielen, den Salzburger Festspielen, der Bayerischen Staatsoper, der Opéra national du Rhin, der Oper Zürich, der Oper Frankfurt und anderen. Petra erhielt Stipendien des BKMOES (Start-Stipendium), der Akademie der bildenden Künste Wien (Mentoring-Programm) und der Deutsche Bank Stiftung (Akademie Musiktheater heute).
Petrás Entwürfe sind unter anderem in Produktionen und Ausstellungen der Deutschen Oper Berlin, des Mecklenburgischen Staatstheaters, des Theaters Dortmund, des Fabriktheaters Zürich, des Dschungel Wien, des Theater am Werk Petersplatz und der Elektrohalle Rhomberg Salzburg zu sehen.
In ihrer künstlerischen Arbeit erforscht Petra das Modell als Medium in den darstellenden Künsten.
Sie lebt und arbeitet in Wien, Österreich.
Lucilla Schmidinger arbeitet als Konzertdramaturgin, Kuratorin, Moderatorin und künstlerische Produzentin.
Mit über 14 Jahren Erfahrung in der Konzeption und Umsetzung künstlerischer und kreativer Projekte sowie einem Hintergrund in Theaterwissenschaft, Musikwissenschaft und Kulturmanagement widmet sie sich der Entwicklung innovativer und maßgeschneiderter Formate, die Kunstmusik auf immer wieder neue und wirkungsvolle Weise vermitteln und integrieren, sowie in vielfältigen Gemeinschaften zum intensiven Zuhören anregen.
Derzeit ist Lucilla Schmidinger abgesehen von freiberuflichen dramaturgischen Aufgaben vor allem als Projektleiterin (Konzerthaus nextdoor) und Referentin des Intendanten am Konzerthaus Berlin tätig, wo sie im Anschluss an ihre Arbeit als Dramaturgin auch Programmdirektorin war. Zuvor arbeitete sie als Leiterin der künstlerischen Planung und Produktion bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen sowie unter anderem für BR Klassik, die August-Everding-Theaterakademie, PODIUM Esslingen und das audiovisuelle Label Feral Note.