13.00 Uhr
Rundgang
Der Blick zu den Sternen rückt immer auch die Menschheit als Ganzes in den Fokus. Im Verhältnis zur Unermesslichkeit und Rätselhaftigkeit des Universums müssen „alle nationalen, ethnischen oder religiösen Chauvinismen, die in der heutigen Welt bedauerlicherweise zunehmen, grotesk erscheinen“, bringt es unsere Composer in Residence Unsuk Chin auf den Punkt. Im Festival „Unter Sternen“ zoomt das Konzerthaus Berlin für zehn Tage in den kosmischen Weitwinkel und begibt sich auf eine Reise ins Weltall – und zu uns selbst.
Wie keine andere Kunstform ist Musik in der Lage, den unfassbaren Dimensionen des Universums einen Ausdruck zu verleihen. Nicht ohne Grund haben schon frühe Astronomen die Bewegungen der Himmelskörper als musikalische Ordnung, als „Sphärenharmonie” verstanden – eine gedankliche Verbindung, die von der Antike über die Renaissance bis ins 20. Jahrhundert und zu Komponisten wie György Ligeti fortwirkt. Seine mikropolyphonen Klanggewebe in „Atmosphères“ und „Lux aeterna“ wurden in den 1960er Jahren zum kongenialen Soundtrack von Stanley Kubriks Meisterwerk „2001: A Space Odyssey“. Zum Festivalauftakt zeigt das Konzerthaus den Science-Fiction-Kultfilm auf großer Leinwand mit der live vom Konzerthausorchester gespielten und dem RIAS Kammerchor gesungenen Filmmusik.