Patenschaften und Engagement

Die Patenschaft für eine Schule zu übernehmen – ob für mehrere Jahre oder auch nur für eines –, ist ein künstlerisch und kulturpolitisch wichtiger Beitrag des Konzerthauses in Sachen Zusammenarbeit mit Berliner Schulen. Dabei kann eine solche Patenschaft ganz unterschiedlich gestaltet werden.

Seit der Saison 2016/17 gibt es eine Patenschaft mit der Schule am Friedrichshain, ein sonderpädagogisches Förderzentrum mit den Schwerpunkten „Lernen“ und „Autismus“ sowie integrative Grundschulklassen. Das in dieser Spielzeit erstmals von Iván Fischer moderierte und dirigierte „Konzert für junge Menschen mit Autismus und ihre Familien“ markiert in dieser Patenschaft einen besonderen Höhepunkt; ebenso ein speziell für die Schüler konzipierter dreitägiger Musikworkshop, der sie intensiv auf dieses Konzert vorbereitet. Außerdem nehmen die Schüler an Generalprobenbesuchen und Führungen durchs Konzerthaus teil.

In einer zweiten Patenschaft arbeitet das Konzerthausorchester bereits seit mehreren Jahren eng mit dem Orchester des Musikgymnasiums Carl Philipp Emanuel Bach Berlin zusammen. Ein Hauptanliegen ist es, die angehenden jungen Musiker frühzeitig mit den professionellen Kollegen in Kontakt zu bringen, um so eine bessere Vorbereitung auf das spätere Arbeiten im Orchester zu ermöglichen. Durch Workshops, Auftritte und Gesprächsrunden sowie die Beteiligung an Proben der professionellen Musiker werden Einblicke in den Alltag eines Orchestermusikers sowie Anregungen für die eigene Entwicklung in der Schule sowie im darauf folgenden Studium gegeben.

„Konzerthaus meets Marzahn/ Kreuzberg“

Mittlerweile sind es bereits über 5.000 Kinder, die im Rahmen des 2011 begonnenen Projekts „Konzerthaus meets Gropiusstadt“ erste und neue Einblicke in die Welt der klassischen Musik erhalten haben – insgesamt 8.000 sollen es werden. Im Sommer 2012 bekamen das Konzerthaus Berlin und die degewo AG für diese wichtige Arbeit einen Preis von der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“. Aber wie sieht die Projektarbeit wirklich aus? Ein Beispiel aus der Hugo-Heimann-Schule in Berlin-Neukölln erhellt dies.

Der Vogel auf dem Bild, das Christine Mellich hoch hält, ist den meisten Schülern der Klassen 4a und b ziemlich fremd. Aber woher sollen sie den Kranich auch kennen? Schließlich sieht man dieses eindrucksvolle Tier nur noch sehr selten in freier Wildbahn, schon gar nicht mitten in Berlin. Dass die Musikpädagogin des Konzerthauses vorbeigekommen ist, ist also wirklich praktisch, denn am nächsten Tag steht ein Besuch der Musiktheaterproduktion „Kranichflug“ im Konzerthaus an. Und das macht viel mehr Spaß, wenn man schon ein bisschen Bescheid weiß über das, was auf der Bühne passiert. Also haben sich die Lehrer dazu entschlossen, das Angebot der Junior-Abteilung des Konzerthauses im Rahmen des Projekts „Konzerthaus meets Gropiusstadt“ wahrzunehmen. Dazu gehört nicht nur Post mit Infomaterial, sondern auch der Besuch von Frau Mellich. Die bereitet die Schüler auf das Thema vor, macht sie mit dem Kranich bekannt und übt mit den Kindern auch kleine musikalische Einlagen, die am nächsten Tag gefragt sind.

Nachdem die lange Reise aus Neukölln bis an den Gendarmenmarkt gemeistert und die Jacken abgegeben wurden, sind die Schüler zuerst sichtlich beeindruckt von dem vielen Gold und den mächtigen Treppen im Konzerthaus. Aber das legt sich schnell – spätestens in dem Moment, wenn sie den mit weichem Teppich ausgelegten Werner-Otto-Saal betreten. Von den zwei singenden und drei musizierenden Kranichen, die gleich zu Beginn des Stückes auftauchen, wird das Publikum zur Jungkranich-Schar ernannt. Und das bedeutet, dass auch die Kinder aus Neukölln kräftig mit den zu Flügeln umfunktionierten Armen schlagen müssen. Zwischendurch singen sie begeistert die Lieder aus den einzelnen Ländern mit, die die Kranichgruppe auf ihrer Reise in den Süden überfliegt. Denn die Songs kennen die Schüler ja zum Teil bereits aus dem vorbereitenden Unterricht. Nach einer Stunde ist die Reise geschafft, ein großes spanisches Fest mit viel Tanz beendet den „Kranichflug“. Und so können die frisch gebackenen Jungkraniche den Heimweg nach Neukölln antreten.

Ein gemeinsames Projekt der degewo AG und dem Konzerthaus Berlin

Patenschaft mit dem HELIOS Klinikum Berlin-Buch

Regelmäßig besucht das Konzerthaus Berlin die jungen Patienten im Kleinen Theatersaal des Krankenhauses und adaptiert Konzerthaus-Veranstaltungen für die Kinder und Jugendlichen, denen es gesundheitlich nicht möglich ist, an den Gendarmenmarkt zu kommen. Dabei betont der Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin Prof. Dr. Lothar Schweigerer in seinen Begrüßungen vor den Aufführungen immer wieder, wie wichtig und für den Heilungsprozess von Vorteil es ist, wenn die Erkrankten – wenn auch nur für kurze Zeit – den Krankenhausalltag vergessen können, und wie hilfreich diese Ablenkungen für den Heilungsprozess sein können. Wir freuen uns sehr darüber, dazu einen „klingenden“ Beitrag zu leisten

Yehudi Menuhin – Live Music Now

Musik nah zu bringen – das ist nicht nur eins der wichtigsten Anliegen des Konzerthauses Berlin, auch die 19 bundesweiten Vereine YEHUDI MENUHIN Live Music Now (LMN) haben sich dieses Motto auf die Fahne geschrieben.

Wie alle anderen LMN-Vereine organisiert auch der LMN Berlin mit den von ihnen geförderten Musikern eintrittsfreie Konzerte für Menschen, die in Krankenhäusern, Altenheimen, Waisenhäusern, Gefängnissen, Heimen oder anderen sozialen Einrichtungen leben oder betreut werden.

Seit März 2013 vereint nicht nur das gemeinsame Motto, sondern auch eine besonders sinnvolle und schöne Zusammenarbeit das Konzerthaus Berlin und LMN. Insgesamt zwölf Veranstaltungen sollen bis 2015 in Schulen im Sozialraum mit starker sozialer Belastung stattfinden, die dank LMN Berlin und mit Unterstützung des Konzerthauses Berlin den Schülern die Möglichkeit gibt, sich unbefangen und neugierig klassischer Musik zu nähern.

Auch sind die Schüler immer herzlich eingeladen zu uns an den Gendarmenmarkt zu kommen und das Konzerthaus zu besichtigen.

In Kooperation mit Live Music Now Berlin