11.00 Uhr
cappella academica, Christiane Silber
Klangcollage von und mit Schüler*innen der Gemeinschaftsschule- Campus Rütli
Seit den Sommerferien haben wir – die Schüler*innen vom Campus Rütli aus den jahrgangsgemischten Gruppen (JüL 4-6) Orcas, Haie und Delphine und Workshopleiter*innen vom Konzerthaus Berlin – in einer Sound-AG zu Themen wie dem Unfertigen oder dem Nicht-Fertig-Werden gearbeitet.
In diesen Workshops musizierten, spielten, improvisierten, erfanden, sprachen, interviewten, korrigierten, provozierten, überlegten und kreierten wir gemeinsam mit Instrumenten, Geräuschen, Tanz, Sprache und Aufnahmegeräten. Entstanden ist dabei ein wild-rhythmisches, nachdenklich-leises und verspieltes Hörstück mit dem Titel ‚Vom Unfertigen oder Morgen ist auch noch ein Tag oder Das Ende vom Anfang oder Barbara Holle oder …?‘.
Den roten Faden unseres klingenden Werks bildet das Märchen ‚Frau Holle‘, denn gerade die Pechmarie kennt sich äußerst gut mit dem Nicht-Fertig-Werden und dem Verschieben aus. Es war ein großes Glück, herausfordernd und anregend, über ein halbes Jahr lang wöchentlich mit den Schüler*innen zusammenzuarbeiten und so an ihren Lebenswirklichkeiten und Gedankenwelten teilhaben zu dürfen. Dabei herausgekommen ist eine Klangcollage, die alle Hörenden einlädt, über das Leben mit seinen unfertigen Seiten und nicht fertig gewordenen Anfängen nachzudenken.
Schüler*innen vom Campus Rütli aus den jahrgangsgemischten Gruppen der Orcas, Haie und Delphine:
Anton, Carla, Fatih, Lea, Leo, Lian, Oskar, Antonina, Ayler, Ella, Enno, Eppie, Juha, Pelle, Yannis, Ayola, Henry, Nora, Romi
Workshop Spiel und Wort Martin Clause
Workshop Spiel, Bewegung, Interviews Katharina Dodel
Workshop Geräusch und Spiel Tobias Dutschke
Workshop Aufnahme Martin Lutz
Workshop Märchen und Interviews Christine Mellich
Workshop Melodie und Rhythmus Susanne Paul
Workshop Melodie und Rhythmus Viktor Wolf
Konzept Christine Mellich
Schnitt und Montage Tobias Dutschke
Martin Clausen zog 1993 von Hessen nach Berlin und begann beim Ostberliner Theater Reissverschluss. Er studierte an der Humboldt-Universität Berlin Kultur- und Theaterwissenschaften und machte eine Ausbildung zum Alexander-Technik-Lehrer. Über eine Arbeit mit Nico and the Navigators am Bauhaus Dessau kam Clausen an die Berliner sophiensæle, wo er bis 2021 in ungefähr 30 Produktionen zu sehen war. Mit Angela Schubot war er als „TWO FISH“ ab 2004 unter anderem am HAU (Hebbel am Ufer) tätig. Er spielte dort innerhalb verschiedener Kollektive und freier Gruppen wie Gob Squad oder SheShePop und realisierte als „Martin Clausen und Kollegen“ mehrere Stückentwicklungen. Am Theater an der Parkaue entstand unter anderem das Stück „Bettina bummelt“, das seit 2010 gezeigt wird. Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet Clausen mit dem Bühnenbildner Ivan Bazak, den Regisseuren Lajos Talamonti, Santiago Blaum, Gerd Hartmann, der Künstlerin Kerstin Cmelka, dem Choreographen Rafał Dziemidok sowie dem inklusiven Theater Thikwa.
Katharina Dodel öffnet Räume fürs Spielen und Erforschen. Durch Neugier, Bewegung und Akrobatik lädt sie Menschen ein, Grenzen zu verschieben, neue Ausdrucksformen zu entdecken und ihren Körper als Spielfeld zu erleben. Katharina arbeitete viele Jahre als Redakteurin bei der Augsburger Allgemeinen Zeitung und beim Magazin drehscheibe in Berlin, einer Publikation der Bundeszentrale für politische Bildung. Dort war sie als stellvertretende Redaktionsleiterin für das monatliche Printheft, für Videobeiträge und für Seminare zuständig. Nun arbeitet sie als Bewegungstrainerin und gibt im Rahmen ihres eigenen Projekts wampediboo Tanzakrobatik- und Spiele-Kurse. Sie richtet sich mit ihrem Angebot an Menschen aus dem Tanz- und Theater-Bereich, ebenso wie an Laien, die neugierig sind, ihr eigenes Bewegungsrepertoire mit Freude und Leichtigkeit zu erforschen und zu erweitern.
Tobias Dutschke studierte klassisches Schlagzeug an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" Berlin. Er arbeitet als Musiker und Performer im Theater und Musiktheaterbereich und kreierte zahlreiche Stückentwicklungen mit dem Musiktheatertrio schindelkilliusdutschke. Tobias Dutschke komponierte diverse Bühnenmusiken, unter anderem für das Schauspiel Hannover, das Deutsche Theater Berlin, und das Hans Otto Theater Potsdam und er produzierte Geräuschkompositionen für das Deutschlandradio Kultur. Seit 2017 ist er Co-Leiter des Kreativorchesters der Hamburger Elbphilharmonie.
Martin Lutz studierte Klangkunst an der UdK Berlin und Musikwissenschaft an der LMU München. Er arbeitet als Komponist und Klangkünstler in Berlin. Lutz hat Musik für eine Vielzahl unterschiedlicher Projekte komponiert und arrangiert, darunter Theaterstücke, Performances, Tanztheater, Filme, Dokumentarfilme und TV-Serien. Als Klangkünstler realisierte er Klanginstallationen in Europa und China. Künstler-Residenzprogramme des Goethe-Instituts und Kollaborationen mit internationalen Künstlern und Performance-Gruppen führten ihn sowohl in zahlreiche europäische Städte, als auch nach Indien, Südkorea und Mosambik. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht die Auseinandersetzung mit Klang sowie dessen Bedeutung und Beschaffenheit im und für den architektonisch und emotional erfahrbaren Raum. Field Recordings, experimentelle Klangerzeugung und traditionelle Instrumente bilden die Basis seiner Kompositionen, die Klänge und Soundscapes ihrer natürlichen Umgebung entreißen, um sie in einen neuen inhaltlichen und räumlichen Kontext zu bringen.
Christine Mellich studierte Musikwissenschaft, Philosophie und Archäologie in Saarbrücken und Berlin, war Regieassistentin von Peter Konwitschny und Achim Freyer und inszenierte Boris Blachers Rundfunkoper »Die Flut« im Theater am Halleschen Ufer. Sie arbeitete für die Hörspielabteilung und Musikredaktion beim MDR, Deutschlandfunk Kultur, RBB und HR. Daneben schrieb sie Programmhefte für verschiedene Konzerthäuser, darunter für die Berliner Philharmoniker, und hielt Konzerteinführungen. Seit 2013 arbeitet sie am Konzerthaus Berlin im Bereich »Junges Konzerthaus« als Musikvermittlerin und Dramaturgin.
Die Cellistin Susanne Paul hat einen eigenen farbfreudigen Spielstil entwickelt, der Groove, Improvisation und innovative Spieltechniken poetisch verbindet. In ihren Stücken formt sie aus Elementen von Jazz, Indie Rock, Polyrhythmik, Flamenco, Punk und zeitgenössischer Musik eine atmosphärische eigene Musikspracheund erfindet das Cello als vollwertiges Akkord-, Bass-, Melodie- und Rhythmusinstrument ganz neu. In Südkalifornien und Norddeutschland in einer deutsch-mexikanischen Familie aufgewachsen, wurde ihr die musikalische Mehrsprachigkeit quasi in die Wiege gelegt. Sie konzertiert, komponiert und arrangiert in zahlreichen Bands sowie am Theater und unterrichtet Jazz-Cello am Jazz-Institut Berlin und an der Universität der Künste Berlin.
Viktor Wolf studierte Jazz-Saxophon an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim und setzte sein Studium am Jazz-Institut Berlin fort. Er ist Mitglied zahlreicher Bands und Theaterproduktionen, mit denen er weltweit auftritt und auf CD-, Rundfunk- und Fernsehmitschnitten zu hören ist. Als Komponist schreibt er die Musik für sein eigenes Ensemble PanoramaPeng, mit dem er 2017 das Album „Mountain Lion Dance“ veröffentlichte. Dieses präsentierte er unter anderem in der Berliner Gedächtniskirche und im Konzerthaus Berlin. Als gefragter Sideman arbeitet Viktor Wolf mit renommierten Jazzkünstlern wie Aly Keita, Hayden Chisholm, Claudio Puntin, dem Andromeda Mega Express Orchestra und der Agios Lavrentios Brass Band zusammen. Konzertreisen führten ihn durch ganz Europa sowie in die USA, nach Mexiko, Indien, Marokko, Mali, Malaysia, Indonesien, Senegal und den Jemen. Viktor Wolf beherrscht ein breites Spektrum an Holzblasinstrumenten – darunter Sopran-, Alt-, Tenor-, Bariton- und Basssaxophon, Klarinette, Bassklarinette, Kontrabassklarinette, Flöte und Piccolo. So spielte er unter anderem mit dem Bundesjugendjazzorchester, der Jungen Deutschen Philharmonie, dem Ed Partyka Jazz Orchestra und Malte Schiller’s Red Balloon.
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