20.00 Uhr
Konzerthausorchester Berlin, Rundfunkchor Berlin, Duncan Ward
Über Johannes Brahms' Verbindung zu Roberts Schumanns Frau Clara ist viel spekuliert worden. Fest steht: Der junge Komponist verbrachte 1853 auf Empfehlung des befreundeten Geigers Joseph Joachim einen Monat bei den Schumanns in Düsseldorf. Robert war begeistert von Brahms' Kompositionen, der wiederum verehrte den Älteren und stand Clara bei, als Roberts Gemüt sich weiter verdüsterte. Aus ihrer Korrespondenz spricht ein enges und kompliziertes Verhältnis.
Dieses Programm jedoch vereint die beiden Männer: Nach Brahms' „Akademischer“ spielt der spanische Cellosolist Pablo Ferrandez Schumanns „Concertstück für Violoncell mit Begleitung des Orchesters“ von 1850, das der Komponist selbst als „durchaus heiter“ beschreibt und das Clara begeisterte.
Zum Schluss folgt Brahms Vierte. Beethovens Erbe, die großen Neun, lasteten schwer auf seinen Schultern – erst mit 43 Jahren hat Brahms deshalb seine erste Sinfonie vollendet. Sie wurde gut aufgenommen und gab ihm Mut, noch drei weitere zu komponieren. Leider nahm er sich die wenigen negativen Stimmen der Kritik doch sehr zu Herzen, statt auf Eduard Hanslick zu hören: „In der Energie echt symphonischer Erfindung, in der souverainen Beherrschung aller Geheimnisse der Kontrapunktik, der Harmonie und Instrumentation, in der Logik der Entwicklung, bei schönster Freiheit der Phantasie steht Brahms ganz einzig da.“ Es blieb also bei vier Sinfonien.
Besetzungsänderung: Entgegen der Ankündigung im gedruckten Saisonprogramm wird Dirigent Riccardo Minasi die musikalische Leitung des Konzerts übernehmen.
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