• 1820
  • 1844
  • 1883
  • 1906
  • 1932
  • 1955
  • 1971
52
1952

Gründung

Das heutige Konzerthausorchester Berlin wird als Städtisches Berliner Sinfonie-Orchester gegründet.

Bis 1959 leitet es Hermann Hildebrandt.

„Das neue Orchester wuchs in die Nachkriegsordnung hinein, die sich als antifaschistisch-demokratisch legitimierte, und suchte ein neues Publikum in den Betrieben und Fabriken, bei den Trümmerfrauen und Bauleuten, in den Schulen und Ausbildungsstätten.“ – Gerhard Müller (Hg.) „Das Berliner Sinfonie-Orchester“
60
1960

Kurt Sanderling wird Chefdirigent

Kurt Sanderling prägt das Orchester durch seine musikalische Arbeit und neue Schwerpunkte im Repertoire – insbesondere Mahler, Schostakowitsch und Sibelius – bis zum Ende seiner Amtszeit 1977 entscheidend und anhaltend.
„Gustav Mahler und Dmitri Schostakowitsch standen bei mir nicht nur im Notizbuch. Das sind Namen, die auch in meinem Herzen standen.“ – Kurt Sanderling
61
1961

Errichtung der Berliner Mauer

Ein großer Teil der BSO-Mitglieder wohnt in West-Berlin und ist durch Errichtung der Berliner Mauer ab 13. August vom Arbeitsplatz abgeschnitten.

Kurt Sanderling baut mit aktuellen Absolvent*innen der vier DDR-Musikhochschulen jedoch rasch eine neue Besetzung auf, die ihr Publikum begeistert.

„Als ich 1977 das Orchester meinem Nachfolger übergab, konnte ich mit Befriedigung sehen, dass wir in der Reihe der Berliner Orchester einen würdigen Platz eingenommen hatten.“ – Kurt Sanderling
76
1976

Aufnahmen der Schostakowitsch-Sinfonien

Mit Kurt Sanderling spielt das Berliner Sinfonie-Orchester bis 1983 Aufnahmen der Schostakowitsch-Sinfonien 1, 5, 6, 8, 10 und 15 ein, die bis heute legendär sind.
„Nicht ohne Stolz möchte ich doch sagen, dass das BSO durch seine beharrliche Pflege des Werkes von Schostakowitsch sehr geholfen hat, seine Musik so populär zu machen, wie sie es heute verdientermaßen ist.“ – Kurt Sanderling
77
1977

Günter Herbig wird Chefdirigent

Für sechs Jahre folgt Günter Herbig als Chefdirigent auf Kurt Sanderling.

1983 tritt er zurück, als dem Orchester die vertraglich zugesagte Hausherrenfunktion am zukünftigen Konzerthaus (dem in Renovierung befindlichen Schauspielhaus) sowie die künstlerische Gesamtgestaltung nicht gewährt werden.

81
1981

Baustellenkonzert

Am 15. Oktober 1981, drei Jahre vor der Neueröffnung, spielt das BSO beim ersten Baustellenkonzert Johann Strauß – als Dankeschön für die am Wiederaufbau des Schauspielhauses beteiligten Arbeiter.

Bis dahin hatte es jahrzehntelang in einem Saal an der Oberwallstraße geprobt und im Metropol-Theater konzertiert.

„[Für uns] hatte diese Stunde […] etwas ganz Außergewöhnliches. An dieser Stelle würden wir in ein paar Jahren sitzen, im Frack, bei festlicher Beleuchtung, unserem Publikum unsere Konzerte spielen.“ – Cellist Jürgen Kögel in seinem Text „Alltag mit Musik“ 1982 für die „Wochenpost“
84
1. Oktober 1984

Wiedereröffnung des Konzerthauses

Am 1. Oktober 1984 spielt das BSO unter Claus Peter Flor und Kurt Sanderling das Wiedereröffnungskonzert.

Auf dem Programm stehen unter anderem Webers „Freischütz“-Ouvertüre und Beethovens Fünfte.

84
1984

Claus Peter Flor wird Chefdirigent

Für die nächsten sieben Jahre übernimmt Claus Peter Flor die Leitung des BSO.

Das Berliner Sinfonie-Orchester bekommt am Gendarmenmarkt mit dem seit 1977 wiederaufgebauten Schinkelschen Schauspielhaus (heute Konzerthaus Berlin) endlich eine eigene Spielstätte mit akustisch angemessenen Konzertsälen, Proberäumen, Garderoben sowie einer Kantine.

„Vom neuen Haus waren wir überwältigt. Der güldene Glanz war das eine, die hervorragenden Arbeitsbedingungen das andere.“ – Klarinettist Norbert Möller, Orchestermitglied seit 1982, in der Saisonbroschüre 2020/21
88
1988

Tournee ins westliche Ausland

Seine längste Tournee unternimmt das Berliner Sinfonie-Orchester im Oktober und November 1988 mit Chefdirigent Claus Peter Flor.

Seit der Ära Sanderling ist es so gut wie jede Saison oft sogar mehrfach im Ausland unterwegs – im Ostblock, aber auch in der Bundesrepublik, Süd- und Westeuropa sowie Japan (1974).

„In 50 Tagen um die Welt – Großbritannien, die USA und Japan. Es war die anstrengendste, aber auch schönste Reise.“ – Martin Heinig, ab 1961 40 Jahre Solo-Flötist des BSO, über die sogenannte „Weltreise“ 1988
90
1990

Existenzsorgen

Nach dieser Aufbruchstimmung verursachen Entlassungs- und Fusionspläne der Politik im Berliner Sinfonie-Orchester in den folgenden Jahren wiederholt Existenzsorgen. Viele Künstler*innen machen sich für das Orchester stark. Es übersteht auch diese Zeit.

90
1990

Nach dem Fall der Berliner Mauer

Am 9. November 1989 fällt die Mauer.

Im Januar 1990 spielt das Berliner Sinfonie-Orchester unter Chefdirigent Flor unentgeltlich zwei „Dankeschön-Konzerte“, am 9. Januar im Konzerthaus und am 28. in der Philharmonie. Die West-Berliner*innen haben freien Eintritt und feiern das Orchester frenetisch.

„… um mit diesem Konzert Dank zu sagen für die überaus freundliche Aufnahme durch die Westberliner nach der Öffnung der Mauer.“ – Abendzettel zum „Dankeschön-Konzert“ in der Philharmonie
92
1992

Chefdirigent Michael Schønwandt

Aus Dänemark stammt der neue Chefdirigent Michael Schønwandt, der einen „künstlerischen Demokratismus“ ins Berliner Sinfonie-Orchester bringt und sechs Jahre bleibt.

Wie der neue, für Haus und Orchester verantwortliche Intendant Frank Schneider betrachtet er Musik des 20. Jahrhunderts als einen Schwerpunkt. Das Orchester erweitert unter ihm sein nordisches Repertoire.

„Ich fand ein Orchester vor […], das sich als Träger einer musikalischen Tradition fühlte, und das ist sehr wichtig, weil man als Künstler nur dann offen für Neues sein kann, statt Beliebiges beliebig zu spielen.“ – Michael Schønwandt
94
1994

Noch eine Vereinigung

Was zusammengehört, wird vereint: Berliner Sinfonie-Orchester und Schauspielhaus sind ab jetzt Konzerthaus Berlin.

In der Saison 1994/95 gibt das Orchester sein Operndebüt – in Athen, mit dem Rundfunkchor Berlin und einer halbszenischen Inszenierung von Alban Bergs „Wozzeck“ unter Chefdirigent Schønwandt.

96
1996

Dr. Faustus

Zum 50. Geburtstag von Thomas Manns epochalem Künstlerroman „Dr. Faustus“ widmet sich die Saison 1996/97 mit Orchesterkonzerten und Aufführungen verschiedener Sparten dem Faust-Stoff.

01
2001

Chefdirigent Eliahu Inbal

Mit dem in Jerusalem und Paris ausgebildeten Eliahu Inbal kommt zum Milleniumswechsel ein neuer Chefdirigent.

Exemplarische Interpretationen von Berlioz, Bruckner, Mahler und Schostakowitsch prägen seine vier Jahre am Haus. Bis heute ist er dem Orchester als Ehrenmitglied verbunden. Unter den Musiker*innen beginnt 40 Jahre nach der „Stunde Null“ ein Generationswechsel.

06
2006

Das Berliner Sinfonie-Orchester wird zum Konzerthausorchester Berlin

Der neue Name signalisiert die Zusammengehörigkeit von Haus und Klangkörper nun bereits auf den ersten Blick.

Mit Lothar Zagrosek kommt für fünf Jahre ein Chefdirigent, der Schwerpunkte auf zeitgenössische Musik und Musiktheaterformen setzt.

12
2012

Chefdirigent Iván Fischer

Der Ungar Iván Fischer wird neuer Chefdirigent, arbeitet intensiv am Klang und experimentiert mit der Orchesteraufstellung.
14
2014

Mittendrin

Gemeinsam mit Intendant Sebastian Nordmann etabliert Iván Fischer innovative Vermittlungsformate, allen voran ab 2014 das von ihm moderierte „Mittendrin“ mit zwischen den Musiker*innen sitzendem Publikum.

Als er 2018 den Chefposten abgibt, um sich verstärkt dem Komponieren zu widmen, ernennt ihn das Orchester zum Ehrendirigenten.

17
2017

Tourneen und Gastspiele

Tourneen und Gastspiele führen das Konzerthausorchester Berlin unter anderem durch Japan und Korea (2017, 2019), China (2018) und das Baltikum (2018) sowie jede Saison in verschiedene europäische Musikmetropolen.

19
2019

Christoph Eschenbach wird Chefdirigent

Nach einer Weltkarriere als Pianist und am Pult renommierter Orchester in Europa und den USA übernimmt Christoph Eschenbach die Position als Chefdirigent am Gendarmenmarkt.

Erfolgreiche CD-Aufnahmen (Brahms-Sinfonien, Weber zu „Konzerthaus200“ im Jubiläumsjahr 2021) und Streamings ergänzen seine musikalische Präsenz am Pult des Konzerthausorchesters digital.

„Mich hat die besondere Geschichte des Konzerthausorchesters und seines Hauses mit ihren Höhen und Tiefen fasziniert, in der sich die Geschichte Berlins widerspiegelt.“ – Christoph Eschenbach in der Saisonbroschüre 2019/20
23
2023

Designierte Chefdirigentin Joana Mallwitz

Joana Mallwitz wird mit Beginn der Saison 2023/24 als Chefdirigentin die Leitung des Konzerthausorchesters Berlin übernehmen.

Zitate, soweit nicht anders angegeben: Gerhard Müller (Hg.) Das Berliner Sinfonie-Orchester (2002)

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