11.00 Uhr
WORLD CHOIR
Wie entstehen Verbindungslinien, wenn kulturelles Leben in alle Welt zerschlagen wurde? Als vor bald 50 Jahren in Afghanistan Krieg ausbrach, wurde mit zahlreichen Menschen auch eine vielstimmige, multikulturelle Pop- und Klassik-Kultur aus dem Land getrieben. Es wurde still um die Stars, die Kulturschaffenden — und auch um deren Rezipienten. Denn in der Diaspora fehlten oft Zeit, Mittel und somit auch Strukturen, in einem Alltag, meist geprägt von harter Arbeit und Neuanfang. In dem das Schaffen von Kultur bereits von den jeweiligen Mehrheitsgesellschaften besetzt schien. Was dabei entstand ist ein Problem, das über Generationen weitergereicht wird. Zum Glück gibt es Menschen wie Armeghan Taheri, unsere Gästin an diesem Abend. Mit dem von ihr mitgegründeten »Sarkash سرکش Underground Festival« und »Afghan Punk«, einer Plattform für Kunst und politisches Engagement, verbindet sie Vergangenheit und Gegenwart der nachkommenden Generationen – in ihrer ganzen Mehrfachidentität. Beharrlich und immer analytisch erforscht die Berliner Autorin, Künstlerin und Subkulturarbeiterin Zukunftsbilder. Und die Frage, wie wir Bedingungen schaffen können, in denen wir für uns selbst neue Visionen entwickeln können. Wie sie das angeht, darüber werden wir sprechen. Und wir hören, sehen und plaudern uns gemeinsam durch Beispiele aus ihrer Arbeit und ihrem Umfeld — in der dritten Ausgabe unseres immer wohnzimmerhaften Talks im Musikclub.
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