Chamber music matinee of the Konzerthausorchester

By Dr. Dietmar Hiller March 15, 2026

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Inhalt

Friedemann Ludwig  Violoncello
Zhora Sargsyan Klavier

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 – 1847)
„Variations sérieuses“ für Klavier d-Moll op. 54

Sonate für Violoncello und Klavier B-Dur op. 45
Allegro vivace
Andante
Allegro assai

PAUSE

Fryderyk Chopin (1810 – 1949)
Sonate für Violoncello und Klavier g-Moll op. 65
Allegro moderato
Scherzo. Allegro con brio
Largo
Finale. Allegro 

Fryderyk Chopin/Auguste-Joseph Franchomme (1808 – 1884)
Grand Duo concertant über Themen aus der Oper „Robert le Diable“ von Giacomo Meyerbeer für Violoncello und Klavier

Mendelssohn und Chopin – und ihre Kammermusikpartner

Sowohl Felix Mendelsohn Bartholdy als auch Fryderyk Chopin waren keine Cellisten, sondern komponierten ihre Cellomusik für andere – Mendelssohn zunächst für seinen Bruder Paul, der neben seiner Finanzkarriere ein begeisterter und auch kompetenter Amateurcellist war. Doch hatte Mendelssohn auch andere Musiker im Sinn, zum Beispiel den Leipziger Gewandhauscellisten Alexander Grabau, mit dem er nachweislich häufig Kammermusik spielte.

Chopins Kammermusikpartner am Violoncello war jedoch erste Wahl: Für den Pariser Cellisten Auguste Franchomme entstanden sowohl die Cellosonate g-Moll op. 65 als auch das Grand Duo concertant, letzteres sogar als Gemeinschaftskomposition der beiden Künstler.

Felix Mendelssohn Bartholdy

Paul Mendelssohn Bartholdy (1812-1874) war der Cellist innerhalb der musikalischen Familie Mendelssohn. Trotz seiner Karriere als Banker – nach Lehrjahren in London und Paris trat er 1833 in das familieneigene Unternehmen ein und wurde 1838 Teilhaber des Bankhauses Mendelssohn & Co. – brachte er es auf diesem Instrument zu beachtlichem Können. So kam er auch für seinen drei Jahre älteren Bruder Felix als Musikpartner in Frage, als dieser bereits berühmt und anspruchsvoll war. Die 1829 vollendeten Variationen concertantes D-Dur op. 17 hatte Felix für seinen Bruder komponiert, aber auch die große, dreisätzige Sonate B-Dur op. 45, die 1838 entstand. (Für deren virtuosen Klavierpart hatte Felix sicherlich auch seine Schwester Fanny in Berlin im Auge, denn die Eisenbahnverbindung von Berlin nach Leipzig über Köthen wurde erst 1841 in Betrieb genommen ...) Allerdings war Paul nicht der einzige Adressat dieses Werkes – es ist überliefert, dass Felix als Gewandhauskapellmeister die Sonate auch in Leipzig mehrmals, am Klavier sitzend, zur Aufführung brachte. Sein Duopartner war dann Alexander Grabau (1808-1884), der seit 1828 bis zu seinem Tod im Gewandhausorchester als Cellist mitwirkte.

Drei Jahre nach der Cellosonate B-Dur entstanden die „Variations serieuses“ für Klavier solo d-Moll op. 54. Erfahrungen der Bach- und Beethoven-Studien werden in ihnen mit souveräner Hand verbunden. Die Großarchitektur ist beiden Vorbildern zugleich verpflichtet, an Bach gemahnt zudem die dem Thema und einigen Variationen innewohnende Polyphonie. Das Vorbild Beethoven – besonders dessen 32 Variationen c-Moll, die ihrerseits das Modell der barocken Passacaglia beschwören – ist darüber hinaus in vielen pianistischen Details spürbar. Und doch gelang Mendelssohn mit diesen Variationen ein Meisterwerk, das durch seine Eigentümlichkeit und seinen Ausdrucksreichtum den Hörer die stilistischen Quellen vergessen lässt.

Fryderyk Chopin

Chopins Schaffen war ganz auf sein Instrument, das Klavier, konzentriert, das er jedoch neben der beeindruckenden Reihe von Solowerken auch in mehreren Werken für Klavier und Orchester, in kammermusikalischen Besetzungen und in Liedern in Szene setze. Die drei Werke für Violoncello und Klavier stehen am Anfang und am Ende von Chopins Karriere als Pianist und Komponist.

Die viersätzige Sonate für Violoncello und Klavier g-Moll aus den Jahren 1845/46 gehört zu den letzten Werken, die der Komponist noch in Druck geben konnte. Widmungsträger dieser Sonate war der bedeutende Pariser Cellist Auguste Franchomme (1808-1884), mit dem Chopin das Werk dann noch mehrmals in kleinem Kreis zur Aufführung brachte; drei Sätze der Sonate erklangen auch in Chopins letztem öffentlichen Konzert am 16. Februar 1848 in Paris.

Chopins Cellosonate g-Moll gehört inzwischen zu den Säulen des großen romantischen Konzertrepertoires – das war für die Verleger der Erstausgabe noch nicht vorauszusehen, denn von diesem Werk erschien wenige Jahre später sogar noch eine Bearbeitung für Klavier solo, die kein Geringerer als der berühmte Ignaz Moscheles angefertigt hatte.

Jahre zuvor hatte die Zusammenarbeit Chopins mit Franchomme bereits Früchte getragen – in Gestalt einer Gemeinschaftskomposition, des Grand Duo E-Dur über Themen aus Meyerbeers Oper „Robert le Diable“, deren Uraufführung im November 1831 in Paris große Furore gemacht hatte. Als thematische Grundlage dieser virtuos-wirkungsvollen Komposition (zu der der Verleger Maurice Schlesinger die beiden gedrängt hatte, um den Sensationserfolg der Oper ausnutzen zu können) wählten Chopin und Franchomme eine Romanze und einen Chor aus dem 1. Akt der Oper sowie das Terzett „Le mie cure, ancor dal cielo“ aus dem 5. Akt.

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Friedemann Ludwig

Friedemann Ludwig studierte in seiner Heimatstadt Dresden sowie in Leipzig. Der Solo-Cellist ist seit 1988 Mitglied des Berliner Sinfonie-Orchesters, des heutigen Konzerthausorchesters Berlin. Er ist Gründungsmitglied des Berliner Streichsextetts und musiziert und unterrichtet auf Festivals (Aigues-Vives en Musiques, Harleshäuser Sommerkurse, Kammermusiktage Ahrenshoop, Oldenburger Promenade, Schloss Rheinsberg). Außerdem lehrt er an der Kurt-Sanderling-Akademie des Konzerthauses Berlin. Er spielt auf einem Instrument von Jean Baptiste Vuillaume von 1840.

Zhora Sargsyan

Der armenische Pianist Zhora Sargsyan studierte bei Klaus Hellwig an der Universität der Künste Berlin und schloss im Sommer 2025 sein Konzertexamen ab. Er ist Preisträger internationaler Wettbewerbe, u.a. beim Long-Thibaud-Wettbewerb in Paris, beim Aram Khachaturyan Wettbewerb und beim Arthur-Schnabel-Wettbewerb (Berlin). Als Solist und Kammermusikpartner trat er international bereits bei zahlreichen Musikfestivals und mit Orchestern wie dem Orchestre National de France und dem Orchestre Philharmonique de Monte-Carlo auf. Solistische Debüts führten Sargsyan nach Holland (Concertgebouw Amsterdam), Korea und China. Vergangene Saison war er im Rahmen des Programms ECHO Rising Stars mit dem Cellisten Benjamin Kruithof auf Tournee. Zhora Sargsyan unterrichtet und gibt seit 2022 Meisterkurse beim Harleshäuser Musikfest in Kassel. Er unterstützt das Projekt Kammerton, das das Studium der jungen Menschen in Armenien und Georgien seit 2008 ermöglicht.

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