16.00 Uhr
Neujahrskonzert
Konzerthausorchester Berlin
Constantinos Carydis Dirigent
Haochen Zhang Klavier
Eduardo Belmar Flöte
Programm
Periklis Koukos (*1960)
„Ode to Oedipus“
Lento religioso – Allegro cantabile e lirico – Pesante alla marcia funebre – Allegro molto energico
Franz Liszt (1811 – 1886)
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 A-Dur
Adagio sostenuto assai – Allegro agitato assai – Un poco più mosso – Allegro moderato – Allegro deciso – Marziale, un poco meno allegro – Un poco più mosso – Allegro animato
Pause
Ottorino Respighi (1879 – 1936)
„Fontane di Roma“ – Poema sinfonico
Der Brunnen im Valle Giulia bei Sonnenaufgang. Andante mosso – Der Triton-Brunnen am Vormittag. Vivo – Der Trevi-Brunnen am Mittag. Allegro moderato – Der Brunnen der Villa Medici bei Sonnenuntergang. Andante
attacca:
Claude Debussy (1862 – 1918)
„Syrinx“ für Flöte solo
attacca:
Ottorino Respighi
„Pini di Roma“ – Poema sinfonico
Die Pinien der Villa Borghese. Allegretto vivace – Pinien bei einer Katakombe. Lento – Die Pinien des Gianicolo. Lento – Die Pinien der Via Appia. Tempo di Marcia
Versinken kann schon mal bedrohlich werden, wenn man dabei das Ende nicht findet. Ein Glück also, dass jedes Konzert einen vorbestimmten Schlusspunkt hat. Und bevor der heute erreicht ist, bietet sich massig Gelegenheit zu rückhaltloser Versenkung: in der imaginierten Glorie antiker Zeiten, in warmen Sommernächten und spannungsgeladenen Gefühlswelten. Und um auch die letzten Bedenken zu zerstreuen, sei versichert, dass Ihnen mit den Musiker*innen des Konzerthausorchesters, dem Pianisten Haochen Zhang und Dirigent Constaninos Carydis die denkbar kompetenteste Reiseleitung zur Verfügung steht. Also lehnen Sie sich – je nach Bedarf und Gemütslage – vor oder zurück, öffnen Sie Ihre Ohren und lassen sich fallen!
Periklis Koukos: Oh Lightless Light! – Ode to Oedipus
Ödipus auf Kolonos-Gemälde von Fulchran-Jean Harriet, 1798
Jedes Jahr füllen sich die uralten, steinernen Sitzreihen im Amphitheater von Epidaurus im Süden Griechenlands mit dem Geräusch zahlloser Schritte und Stimmen, wenn das dortige Festival seinen Lauf nimmt. Neben vielen anderen Künstler*innen ist auch Periklis Koukos dieser Institution des griechischen Kulturlebens eng verbunden und war von 2000 bis 2003 sogar ihr künstlerischer Leiter. Ein stetiger Eckpfeiler des Programms sind Aufführungen der großen Werke griechischer Dichter wie Sophokles, und das war auch im Jahr 2005 nicht anders, als Koukos Musik für eine Inszenierung von „Oedipus in Kolonos“ beisteuerte.
Das Drama beschäftigt sich mit dem tragischen Ende dieses vielleicht tragischsten aller tragischen Könige, und Koukos – schon lange einer der prominentesten Komponisten Griechenlands und Mentor von Constantinos Carydis seit dessen Athener Studienzeit – konnte hier sein Talent zur Komposition packender Schauspielmusik unter Beweis stellen. Dieses Material bildete etwa zwei Jahrzehnte später dann die Basis seines neuen Orchesterwerks „Ode to Oedipus“, für dessen Uraufführung im Juli 2025 natürlich das Amphitheater von Epidaurus die eindrucksvolle Kulisse bildete. Am Pult stand dabei kein anderer als Constantinos Carydis, und er bringt dieses Werk nun von der Sommerhitze Griechenlands zu uns in den deutschen Winter. Und auch wenn es uns an Sonne zur Zeit etwas mangelt, können wir uns doch mit der Gewissheit trösten, im Großen Saal des Konzerthauses deutlich bequemer zu sitzen als auf den steinernen Bänken von Epidaurus!
Franz Liszt: Klavierkonzert Nr. 2 A-Dur
Virtuosität ist eine schwierige Sache und das nicht nur, wenn man sie hervorbringen soll. Denn obwohl wir uns oft von den Leistungen brillanter Instrumentalisten begeistert zeigen, laufen solche sportiven Einlagen immer auch Gefahr, uns von den inneren Qualitäten einer Darbietung oder eines Werks abzulenken. Wir haben, gebannt von technischen Höchstleistungen, vielleicht gar keinen Impuls mehr, einen Blick hinter die glitzernde Fassade zu werfen, was im Falle von Franz Liszts Klavierkonzert in A-Dur allerdings eine ziemliche Verschwendung wäre.
Bis heute kann man Liszt als Archetypus des komponierenden Supervirtuosen bezeichnen – er hat der Nachwelt zahlreiche halsbrecherische Showstücke und Berichte von scheinbar übermenschlichen Konzertdarbietungen hinterlassen, was sein Bild stark geprägt hat. Solche Momente finden sich natürlich auch in diesem Stück, aber das sollte uns nicht davon abhalten, genauer hinzuhören. Denn schon die enorme Zeitspanne vom ersten Entwurf bis zum druckfertigen Werk gibt uns einen deutlichen Hinweis darauf, dass hier jeder Ton auf die Goldwaage gelegt wurde: Ganze 22 Jahre hat es gedauert, bis Liszt nach vielen Anläufen schließlich jenes Ergebnis erreicht hatte, das ihm vorschwebte!
Was ihn so viel Zeit kostete, war die Handhabung einer äußerst komplexen Form: Ohne Abgrenzungen zwischen einzelnen Sätzen fantasiert dieses Stück zwischen wechselnden Stimmungen scheinbar spontan vor sich hin. Doch was unter dieser Oberfläche liegt, ist ein genauestens ausgearbeiteter Prozess, mit dem verschiedene thematische Einfälle einer kontinuierlichen Weiterentwicklung unterzogen werden. Dabei verhandelt das Werk zwischen der melancholischen Introspektion des Beginns und Momenten fast brachialer Kraftentfaltung – dieser enorme emotionale Gegensatz entlädt sich in einem Schluss, den man im besten Wortsinn als atemberaubend virtuos bezeichnen könnte.
Ottorino Respighi: „Fontane di Roma“
Die Uraufführung von „Fontane di Roma“ fällt mitten in die Zeit des 1. Weltkriegs. In Europa ging damals exzessiver Nationalstolz um sich wie eine Seuche, und Italien hatte in dieser Hinsicht einiges nachzuholen. Denn es musste im 19. Jahrhundert erst durch einen langwierigen Prozess des nation building gehen, nachdem die Blütezeit der Renaissance von einer langen Phase des Niedergangs abgelöst worden war, in der fremde Mächte in Italien ihren Einfluss geltend machten. Während andere europäische Staaten sich also schon lange ein Wettrennen um den Aufbau globaler Kolonialimperien lieferten, wurde in Italien mit der Rückeroberung Roms von französischen Truppen erst 1870 die vollständige Einheit des Staates erreicht. Die Bevölkerungsentwicklung Roms stieg bald darauf stark an, und die Ausdehnung der „ewigen Stadt“ überschritt erstmals ihre jahrtausendealten, antiken Grenzen. Unter jenen, die in der neuen alten Kapitale ihr Glück suchten, war auch Ottorino Respighi, den es 1913 aus seiner bologneser Heimat hierhin zog.
Geboren und aufgewachsen in Bologna, hatte Respighi dort ebenfalls seine musikalische Ausbildung erhalten. 1899 erwarb er am dortigen Konservatorium Abschlüsse als Geiger und Komponist, bevor er für zwei Spielzeiten von einer italienischen Opernkompanie in St. Petersburg engagiert wurde. Diese Aufenthalte ermöglichten es ihm, als Schüler von Nikolai Rimsky-Korsakow Einblicke in dessen legendäre Kunst der Instrumentation zu erhalten, mit der sich dem komplexen Organismus eines großen romantischen Orchesters Klanggemälde von überwältigender Wirkung entlocken lassen. Dieser Impuls sollte in jenen Tondichtungen besonders reife Früchte tragen, mit denen Respighi seiner neuen Heimat Rom ein überlebensgroßes Denkmal setzte und gleichzeitig den Grundstein seines eigenen Ruhms legte.
Sonnenaufgang über Rom. Gemälde von Franz Reder-Broili (1854-1918)
Drei Jahre sickerte die unvergleichliche Atmosphäre der Stadt in Respighi ein, bevor 1916 „Fontane di Roma“ als erster Teil der römischen Trilogie Gestalt annahm (nach „Pini di Roma“ entstand als Abschluss der Reihe noch „Feste romane“). In vier Szenen ziehen jene Eindrücke vorbei, die Respighi bei der Betrachtung verschiedener Brunnen und ihrer Umgebung überkamen. Die Stationen durchmessen eine so einleuchtende wie wirkungsvolle Dramaturgie: Zurückgenommene Klänge von Morgen- und Abenddämmerung bilden den Rahmen für zwei tageshell glitzernde Szenen orchestraler Prachtentfaltung. Diese Gliederung wird auch von den gewählten Schauplätzen unterstrichen, denn während die einrahmenden Szenen in ruhigen Parklandschaften angesiedelt sind, entfaltet sich in den beiden inneren Bildern das pralle Leben einer stolzen Metropole auf lichtdurchfluteten Plätzen.
Claude Debussy: „Syrinx“ für Flöte solo
Der letzte Satz der „Fontane“ wird dominiert von der sinnlichen Farbe der Flöten. Dieser betörende Klang füllt danach ganz allein den Saal, wenn Claude Debussys „Syrinx“ uns eine kurze Atempause zwischen den beiden großen Tondichtungen von Respighi verschafft. Zu Grunde liegt der Mythos einer keuschen Nymphe, die sich den allzu entschlossenen Avancen des hormonell beeinträchtigten Pan durch eine Verwandlung in ein Schilfrohr entzog. Daraus schnitzte sich der enttäuschte Gott dann eine Flöte, um darauf sehnsuchtsvolle und erotisierte Klagegesänge anzustimmen. Mit dem Bezug auf die griechische Antike schlägt dieses Stück einen inhaltlichen Bogen zum Anfang des Konzerts und weist außerdem voraus auf das letzte Werk des Abends, in dem Respighi ein riesenhaftes Orchester auf den Spuren des antiken Roms wandeln lässt.
Ottorino Respighi: „Pini di Roma”
Weniger als ein Jahrzehnt liegt zwischen „Fontane“ und „Pini di roma“ – und dennoch befinden wir uns in einer anderen Welt. Die gesellschaftlichen Auswirkungen von rapider Industrialisierung und den Verwerfungen des 1. Weltkriegs verdichten sich nach dessen Ende zusehends zur innenpolitischen Krise. So werden Rufe nach einer harten Führung laut, die notfalls mit Gewalt für Ruhe sorgt. Diesen Platz wird Benito Mussolini füllen, der sich nach und nach an die Spitze der von ihm mitbegründeten faschistischen Bewegung setzt. Dank seines politischen Geschicks bekleidet er ab 1922 den Posten des Ministerpräsidenten, denn der gewiefte Herausgeber einer nationalistischen Zeitung stilisiert einen in Wahrheit eher mickrigen „Marsch auf Rom“ zur öffentlichkeitswirksamen Machtgeste und erreicht unter anderem dadurch seine Ernennung. Danach geht es schnell bergab mit dem demokratischen Staat: Ermächtigungsgesetze und ein neues Wahlrecht bilden die Grundlage der erstarkenden Diktatur, und im April 1924 finden teilweise gefälschte Wahlen unter Kontrolle der Faschisten statt, bei denen die gespaltene und unter massivem Druck stehende Opposition keine Chance mehr hat.
Genau zu dieser Zeit des um sich greifenden Totalitarismus komponiert Respighi an seinen „Pini“ und beschließt das Werk ebenfalls mit einer machtvollen Geste militaristischer Anmutung – aber der Reihe nach. Wie sein Vorgänger besteht das Stück aus vier Sätzen, die noch mehr als zuvor den Charakter von lebendigen Szenen haben und dieses Mal vom hellen Tageslicht durch die Nacht führen, um in der Morgendämmerung zu enden. Im lärmenden ersten Satz verarbeitet Respighi Fetzen italienischer Kinderlieder, porträtiert deren ausgelassenes Spiel im Garten der Villa Borghese. Das steigert sich zu einem schwindelerregenden Wirbel und bricht dann jäh ab, um einer völlig gegensätzlichen Atmosphäre Platz zu machen. Die Musik zeichnet nun den Eingang einer Gruft, aus der uns eine Ahnung mittelalterlicher Gesänge anweht, die sich zu einem mächtigen Hymnus steigern und anschließend wieder versinken. Danach lässt Respighi Wolken von süßem Sommernachtsduft aus dem Halbrund des Orchesters aufsteigen und entfaltet mit allem ihm zur Verfügung stehenden Raffinement ein mitternächtliches Porträt des Gianicolo, einem der zahlreichen Hügel im Stadtgebiet Roms.
Die große Pinie. Paul Cezanne, 1896
Mit dem gesamten Orchester in schwüler Hitze versunken, werden wir schließlich von einem dumpf einsetzenden Marsch wieder aus unserer Träumerei zurückgeholt. Beim Anblick der Via Appia, einer von Süden nach Rom hereinführenden Fernstraße aus antiken Zeiten, überkommt den Betrachter die Vision eines vorbeiziehenden römischen Heeres auf seinem Triumphzug hinein in die ewige Stadt. Mit einem präzise gestaffelten Crescendo und dem Einsatz im Raum verteilter Blechbläser schuf Respighi einen Schluss von allumfassender Wirkung, der bei der Uraufführung einen wahren Tumult der Begeisterung auslöste. Aber denken wir daran, in welchem zeitgeschichtlichen Kontext er diese Vision von Macht und Größe komponierte, und wie sehr er dabei dem politischen Zeitgeist entsprach, muss einem mulmig werden – noch ein meisterhaft inszenierter „Marsch auf Rom“, der seine Wirkung nicht verfehlte.
Das Konzerthausorchester Berlin spielt seit der Saison 2023/24 unter Leitung von Chefdirigentin Joana Mallwitz. Sie folgt damit Christoph Eschenbach, der diese Position ab 2019 vier Spielzeiten innehatte. Als Ehrendirigent ist Iván Fischer, Chefdirigent von 2012 bis 2018, dem Orchester weiterhin sehr verbunden.
1952 als Berliner Sinfonie-Orchester (BSO) gegründet, erfuhr das heutige Konzerthausorchester Berlin von 1960 bis 1977 unter Chefdirigent Kurt Sanderling seine entscheidende Profilierung und internationale Anerkennung. Seine eigene Spielstätte erhielt es 1984 mit Wiedereröffnung des restaurierten Schauspielhauses am Gendarmenmarkt. Zehn Jahre später wurde das BSO offizielles Hausorchester am nun umgetauften Konzerthaus Berlin und trägt seit 2006 dazu passend seinen heutigen Namen. Dort spielt es pro Saison mehr als 100 Konzerte. Außerdem ist es regelmäßig auf Tourneen und Festivals im In- und Ausland zu erleben. An der 2010 gegründeten Kurt-Sanderling-Akademie bilden die Musiker*innen hochbegabten Orchesternachwuchs aus.
Einem breiten Publikum auf höchstem Niveau gespielte Musik nah zu bringen, ist dem Konzerthausorchester wesentliches Anliegen. Dafür engagieren sich die Musiker*innen etwa bei „Mittendrin“, wobei das Publikum im Konzert direkt neben Orchestermitgliedern sitzt, als Mitwirkende in Clipserien im Web wie dem mehrfach preisgekrönten #klangberlins oder in den Streams „Spielzeit“ auf der Webplattform „twitch“. Die Verbundenheit mit Berlin zeigt sich im vielfältigen pädagogischen und sozialen Engagement des Orchesters mit diversen Partnern in der Stadt.
Auftritte beim Athens Epidaurus Festival gemeinsam mit dem Chamber Orchestra of Europe sowie Einladungen zu den Wiener Symphonikern, dem Finnish Radio Symphony Orchestra oder dem Königlichen Concertgebouw Orchester Amsterdam prägten Constantinos Carydis‘ künstlerische Arbeit in letzter Zeit. Die Saison 2025/26 führt ihn nun zu Ensembles wie dem Orchestra della Teatro La Fenice in Venedig, SWR Symphonieorchester Stuttgart, zum Deutschen Sinfonie-Orchester Berlin, WDR Sinfonieorchester Köln, Konzerthausorchester Berlin und zum Orchestra della Svizzera italiana. Außerdem wird er erneut mit dem Mozarteumorchester Salzburg und dem Orquesta Filarmónica de Gran Canaria auf der Bühne zu erleben sein. In der Vergangenheit wurde Constantinos Carydis zu Orchestern wie den Wiener Philharmonikern, Berliner Philharmonikern, dem Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, den Münchner Philharmonikern, Bamberger Symphonikern, Osloer Philharmonikern, Swedish Radio Symphony Orchestra, Filarmonica della Scala, Orchestra dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia, Mahler Chamber Orchestra, Tonhalle-Orchester Zürich oder City of Birmingham Symphony Orchestra eingeladen. Als Operndirigent arbeitet Constantinos Carydis an der Bayerischen Staatsoper, Oper Frankfurt, Royal Opera House Covent Garden, der Wiener Staatsoper, Staatsoper Berlin, De Nationale Opera Amsterdam, der Komischen Oper Berlin sowie der Opéra de Lyon. Festivalproduktionen führten ihn zu den Salzburger Festspielen, Edinburgh International Festival, den Dresdner Musikfestspielen, dem Hellenic Festival in Athen, Enescu Festival in Bukarest und Settimane Musicali di Ascona. Constantinos Carydis wurde in Athen geboren. Nach dem Studium von Klavier und Musiktheorie am Athener Konservatorium schloss er sein Dirigierstudium in München an der Hochschule für Musik und Theater ab. Im Jahr 2011 wurde ihm der Carlos Kleiber-Preis der Bayerischen Staatsoper verliehen.
2009 gewann Haochen Zhang die Goldmedaille beim Dreizehnten Internationalen Van-Cliburn-Klavierwettbewerb im Jahr 2009 als erster asiatischer Musiker der Geschichte dieses Klavierwettbewerbs. 2022 wurde seine Essaysammlung über klassische Musik mit dem Titel „On the Other Side of Performing” auf dem chinesischen Festland veröffentlicht. Im März 2025 veröffentlichte Haochen sein neuestes Album bei BIS mit Beethovens Klaviersonate Nr. 29 in B-Dur („Hammerklavier“) und Liszts Sonate in B-Moll.
In der Saison 2024/25 wurde er erneut von den Münchner Philharmonikern, dem Philadelphia Orchestra, dem Tonhalle-Orchester Zürich und dem Melbourne Symphony Orchestra eingeladen. Außerdem gab er sein Rezitaldebüt im Théâtre des Champs-Élysées in Paris und führte als Artist in Residence am National Centre for the Performing Arts unter anderem die gesamten Klavierkonzerte von Liszt und Rachmaninow auf.
Haochen wurde 1990 in Shanghai geboren. Im Alter von fünf Jahren gab er sein erstes Klavierkonzert in der Shanghai Concert Hall. Als Kind studierte er bei Lin Heng, Wu Zijie und Wang Jianzhong, und ab 2001 studierte er bei dem angesehenen Professor Dan Zhaoyi. Im Jahr 2005 trat er in das Curtis Institute of Music in Philadelphia ein, wo er bei Gary Graffman studierte, und setzte seine Studien später in Wien bei dem Pianisten Andreas Haefliger fort. Haochens Auftritte beim Cliburn-Wettbewerb wurden 2009 von Harmonia Mundi unter großem Beifall der Kritiker veröffentlicht. Er ist in Peter Rosen’s preisgekröntem Dokumentarfilm über den Cliburn-Wettbewerb 2009, „A Surprise in Texas“, zu sehen.
1992 auf Mallorca geboren, erhielt Eduardo Belmar seine Ausbildung an der Escola Superior de Música de Catalunya in Barcelona bei Vicens Prats und später am Conservatoire National Supérieur de Musique et Danse de Paris bei Sophie Cherrier und Vincent Lucas sowie an der Hochschule für Musik Stuttgart bei Davide Formisano. Seine musikalische Ausbildung schloss er schließlich bei Felix Renggli an der Hochschule für Musik Basel ab. Er nahm am Pablo-Casals-Festival in Frankreich und zweimal am Schleswig-Holstein Musik Festival unter Dirigenten wie Christoph Eschenbach, Manfred Honeck und Michael Sanderling teil. Er wirkte bei mehreren internationalen Musikwettbewerben in Spanien, Italien und Deutschland mit, zuletzt beim ARD-Festival 2015 in München, wo er den Dritten Preis gewann. Eduardo Belmar hat mit Orchestern wie dem Orchestre de Paris, den Münchner Philharmonikern, dem WDR Sinfonieorchester Köln, dem Orquestra Simfònica del Liceu de Barcelona, dem SWR Sinfonieorchester Stuttgart, dem HR Sinfonieorchester Frankfurt oder der Deutschen Oper Berlin, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem NDR Elbphilharmonie Orchester (Hamburg) und als Solist mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks zusammengearbeitet. Seit 2014 war er Solo-Flötist an der Badischen Staatskapelle in Karlsruhe. Im April 2016 gewann er das Probespiel als Solo-Flötist an der Oper Frankfurt, mit Beginn dieser Saison startete er ins Probejahr beim Konzerthausorchester Berlin. Seit 2020 ist er Lehrbeauftragter an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main.
Was war da los? Unsere KHO-Mitglieder erzählen, wie es zu einem Schnappschuss vor dem Konzert kam – dieses Mal mit Solo-Cellist Friedemann Ludwig und Konzentration zwischen Kisten.