Presseinfo: Jubiläumssaison 2020/21 – 200 Jahre „Alles bleibt anders“

Jubiläumssaison 2020/21

„Alles bleibt anders“ lautet das Motto der Jubiläumssaison am Gendarmenmarkt. Das Konzerthaus Berlin nimmt sein 200-jähriges Bestehen zum Anlass, den Blick nach vorn zu richten: Auftragswerke, neue Kompositionen und digitale Experimente gehören zu dem, was das Publikum in der kommenden Spielzeit erwartet.

„Über zwei Jahre haben wir die Jubiläumssaison vorbereitet. Vielleicht kommt aufgrund der aktuellen Situation manches anders, und wir werden nicht oder nicht immer das spielen können, was angekündigt ist. Ich sehe darin aber auch eine Chance, kreativ zu werden und zu improvisieren.
Die Auseinandersetzung mit unserer bewegten 200-jährigen Geschichte, in der die Instrumentalisierung von Kunst, Zerstörung und Wiederaufbau Kapitel bilden, zeigt: Kulturinstitutionen überleben. Wo aber steht die klassische Musik aktuell, und wohin bewegt sie sich? Diese Fragestellung hat uns dazu veranlasst, viele Kompositionsaufträge zu vergeben und junge Ensembles einzuladen,“
bilanziert Konzerthaus-Intendant Sebastian Nordmann.

„200 Jahre Freischütz“ am Gendarmenmarkt – die Uraufführung von Webers romantischer „Nationaloper“ und deren erzählerisches Leitmotiv „Der Pakt mit dem Teufel“ bilden die Klammer der Jubiläumssaison am Konzerthaus Berlin. Zum Auftakt der Saison dirigiert Christoph Eschenbach das Konzerthausorchester Berlin mit der „Freischütz“-Ouvertüre sowie thematisch verwandten Werken von Berlioz, Schumann und Schnittke. Am 18. und 19. Juni 2021 schließt sich der Kreis für den Chefdirigenten und das Orchester mit einer Neuinszenierung des gesamten „Freischütz“ im Großen Saal durch die katalanische Operngruppe La Fura dels Baus. Während der Saison wird der zeitlose menschlich-dämonische „Teufelspakt“ außerdem durch zahlreiche Auftragswerke ins 21. Jahrhundert transformiert. Ein weiterer Höhepunkt: Neben der aktuellen „Artist in Residence“ Anna Prohaska, die mit sieben Projekten zu Gast ist (darunter der Saisonauftakt und die Rolle des „Ännchen“ im „Freischütz“), gratulieren elf von dreizehn ehemaligen „Artists in Residence“ mit hochkarätigen Kammerkonzerten oder als Solist*innen mit dem Konzerthausorchester. Am 26. Mai 2021, also auf den Tag genau 200 Jahre nach Eröffnung des Hauses, wird dieses Ereignis in einer Jubiläumsgala mit Festakt gewürdigt. Das Konzerthausorchester Berlin unter Christoph Eschenbach und Organist Cameron Carpenter (Artist in Residence 2017/18) gestalten das musikalische Programm.

Clip: Vorstellung der Jubiläumssaison 2020/21

Chefdirigent Christoph Eschenbach

„Wenn ich an die Geschichte des Hauses denke, so fällt mir natürlich sofort die Uraufführung des „Freischütz“ 1821 ein. Das war auch meine erste Oper, die ich mit zehn Jahren gehört habe. (…) Am meisten beeindruckt hat mich der Eremit, der am Schluss alles zum Guten wendet.“

 

Christoph Eschenbachs Verbindung zum „Freischütz“ reicht weit zurück. Umso mehr freue er sich, dieses für das Konzerthaus Berlin so zentrale Werk in seiner zweiten Saison als Chefdirigent mit dem Konzerthausorchester Berlin zu musizieren: „Wir haben gemeinsam eine wunderbare erste Saison gehabt, die nun leider sehr viel früher zu Ende gegangen ist, als voraussehbar war. Aber ich bin überzeugt, dass sich ganz wie im „Freischütz“ wieder alles zum Guten wendet.“ Zu den von ihm dirigierten Werken gehören 2020/21 Bruckners Neunte, Schostakowitschs Siebente („Leningrader“) sowie Brahms’ „Deutsches Requiem“.

Artist in Residence Anna Prohaska

Die Sopranistin Anna Prohaska ist als vierzehnte „Artist in Residence“ mit sieben Projekten am Konzerthaus Berlin zu Gast – zum Beispiel beim Saisonauftakt mit Berlioz und Schnittke, gemeinsam mit dem ehemaligen Artist in Residence Philippe Jaroussky in Pergolesis „Stabat Mater“ oder mit Pianist Caspar Frantz in ihrem Salonformat „The Anna Prohaska Sessions“. In der Jubiläumsinszenierung des „Freischütz“ durch La Fura dels Baus im Juni 2021 wird sie die Rolle des Ännchen singen.

200 Jahre „Freischütz“

Einen Monat nach der festlichen Eröffnung von Schinkels Schauspielhaus im Beisein von König und Hofstaat gab es am Gendarmenmarkt am 18. Juni 1821 gleich ein zweites kulturelles Großereignis: Die Uraufführung von Carl Maria von Webers „Freischütz“, der schon bald als deutsche Nationaloper galt. Genau 200 Jahre später wagt sich die weltweit für ihre avantgardistischen Operninszenierungen gefeierte katalanische Theatergruppe La Fura dels Baus im Großen Saal ganz tief in den deutschen Wald und liefert eine aufregende neue Deutung der romantischen Oper. Neben diesem Höhepunkt ziehen sich zahlreiche Auftragskompositionen und Sonderprojekte mit „Freischütz“-Bezug durch die Jubiläumssaison. Auch in den Sinfoniekonzerten des Konzerthausorchesters Berlin scheint das teuflische Thema mehrfach auf.

Clip: 200 Jahre Konzerthaus Berlin

„Der Pakt mit dem Teufel“ Auftragskompositionen & Sonderprojekte

200 Jahre nach der Uraufführung des „Freischütz“ hat das Konzerthaus Berlin zehn Ensembles und drei Komponisten beauftragt und eingeladen, die berühmte Geschichte des Teufelspakts und der Freikugeln jeweils auf ihre Weise neu zu interpretieren. Die Komponisten Christian Jost, Thorsten Encke und Samir Odeh-Tamimi haben in diesem Rahmen Werke für das Konzerthausorchester Berlin geschrieben. Ein genreübergreifendes „staged concert“ namens „Empathy for the devil“ von Nico & the Navigators mit dem Konzerthausorchester Berlin oder Orchesterimprovisationen des Stegreif.Orchesters gehören ebenso dazu wie ein Kreisler-Abend von Musicbanda Franui mit Nikolaus Habjan, Mnozil Brass’ „Pandaemonium“, eine Musiktheater-Adaption des Teufelspakt-Themas für Kinder ab 9 namens „SchattenGold“ und experimentelle Annäherungen durch das Solistenensemble Kaleidoskop und die junge norddeutsche philharmonie.

„ˈʊmˌvɛltn̩“ – Eine interaktive Komposition

Zum Jubiläumsthema „Der Pakt mit dem Teufel“ erhielten Komponist Mark Barden und Visual Artist Julian Bonequi den Auftrag einer interaktiven Komposition, die die Gestaltungsmöglichkeiten an den Schnittstellen Neue Musik, visuelle Kunst und Virtual Reality auslotet. „ˈʊmˌvɛltn̩“ heißt die von Ihnen erschaffene interaktive Umgebung, in der Nutzende sich per VR-Brille individuell mitkomponierend einen Weg durch eine phantastische Welt der Pflanzenwesen und Klänge bahnen kön­nen. Ab September 2020 ist diese VR-Experience bei freiem Eintritt Teil der digitalen Ausstellung im Vestibül des Konzerthaus Berlin.

„ʊmˌvɛltn̩“ entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem EFRE-geförderten Projekt APOLLO der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin und wird gefördert durch „experimente#­digital“ – eine Kulturinitiative der Aventis Foundation.

Ehemalige „Artists in Residence“ gratulieren

Ehemalige „Artists in Residence“ gratulieren

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Für die Jubiläumssaison waren die „Ehemaligen“ zur Rückkehr eingeladen. Fast alle, nämlich elf, haben sich angesagt, um musikalisch mitzufeiern. Gratulieren kommen Cameron Carpenter, Julia Fischer, Viviane Hagner, Martin Helmchen, Philippe Jaroussky, Patricia Kopatchinskaja, Víkingur Ólafsson, Fazil Say, Sir András Schiff, Nikolaj Szeps-Znaider und Antoine Tamestit als Solist*innen mit dem Konzerthausorchester oder eigenen Ensembles für Rezitals und Kammermusik.

Konzerthausorchester Berlin

Ehrendirigent Iván Fischer bleibt dem Konzerthausorchester Berlin weiterhin eng verbunden. 2021/21 wird er bei vier Programmen am Pult stehen, unter anderem bei Béla Bartóks Einakter „Herzog Blaubarts Burg“ und Gustav Mahlers Vierter. Die erfolgreiche Reihe „Mittendrin“ wird er fortführen. Der Erste Gastdirigent Juraj Valčuha dirigiert kommende Saison drei Programme, unter anderem mit einem Auftragswerk von Vito Žuraj für Violoncello und Orchester (Solist: Jean-Guihen Queyras). Gastspiele führen das Konzerthausorchester Berlin mit Christoph Eschenbach und einer Jubiläums-Uraufführung von Christian Jost (Solist: Christian Tetzlaff) zum musikfest berlin und in die Philharmonie Essen (Solist: Daniel Hope) sowie mit Juraj Valčuha zum Bratislava Music Festival.

Neue Microsite: 200 Jahre Konzerthaus Berlin

zur Microsite

Education

Das Musiktheaterstück SchattenGold von Dan Tanson greift das Jubiläumsthema „Teufelspakt“ für ein Publikum ab 9 auf: Was kann passieren, wenn man seinen Schatten verpfändet? Eine neue Variante des „Freischütz“ mit Berliner Schüler*innen steht für Jugendliche ab 16 auf dem Programm. Für die Jüngsten ab 3 gibt es neue KlangKüken-Folgen, für Kinder ab 5 hat die Geschichte „Tranquilla Trampeltreu“ Premiere am Konzerthaus Berlin. In den Familienkonzerten der Reihe TonSpur können Kinder ab 6 diese Saison zum Beispiel mit dem  Konzerthausorchester Berlin Weihnachten feiern.

Das Konzerthaus bietet in der kommenden Saison unter anderem Veranstaltungen mit erhöhter Rollstuhlkapazität und Übersetzungen in Gebärdensprache an.

In der kommenden Saison engagiert sich das Konzerthaus weiterhin im Helios Klinikum Berlin-Buch, kooperiert mit der Al-Farabi-Musikakademie und ist gemeinsam mit Education-Partner degewo im Rahmen von „Konzerthaus meets degewo“ aktiv.

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Aktuelle Änderungen

Aufgrund der durch die Corona-Pandemie bedingten Entwicklungen nach Druckschluss des Saisonkalenders 2020/21 werden Anpassungen vorgenommen. Das betrifft aktuell den „Tag der offenen Tür“, der nicht wie angekündigt am 30.08.2020 stattfinden kann. Der Vorverkaufsbeginn für die Saison 2020/21 wird aufgrund der aktuellen Situation auf den 01.07.2020 verschoben.

Rückblick – Bilanz

Im Jahr 2019 kamen 176.300 Besucher*innen zu 343 Eigenveranstaltungen ins Konzerthaus Berlin, was gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs von 7.300 Gästen bedeutet (2018: 331 Eigenveranstaltungen mit 169.000 Gästen). Über sämtliche Konzerte in den vier Sälen hinweg liegt die durchschnittliche Auslastung bei stabilen 84,3 %.
 
Ein Höhepunkt der Saison 2019/2020 war die Festwoche zum 80. Geburtstag von Chefdirigent Christoph Eschenbach mit Weggefährten und langjährigen musikalischen Freunden (25.02. bis 01.03. 2020) und hoher Auslastung von 97,5% in sechs Konzerten.

Saison 2020/21 in Zahlen

In der kommenden Saison finden im Konzerthaus Berlin etwa 500 Veranstaltungen statt, davon über 300 Eigenveranstaltungen. Der Spielplan des Konzerthausorchesters Berlin umfasst insgesamt 107 Konzerte, darunter 89 sinfonische Konzerte sowie 18 Kammerkonzerte. Mit seinem Chefdirigenten Christoph Eschenbach ist das Konzerthausorchester bei 21 Konzerten zu erleben.

Für Kinder und Jugendliche, Schüler*innen und Studierende bietet der Education-Bereich über 100 Veranstaltungen an, dazu zahlreiche Einführungen, Workshops und Projekte in Berliner Schulen. Er eröffnet jährlich rund 18.000 jungen Besucher*innen einen phantasievollen Zugang zur Klassik.

Über 200 Fremdveranstaltungen bietet das Konzerthaus in der kommenden Saison einen repräsentativen Rahmen.

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