Matinee: Isang Yun 100

Musikfest Berlin mit dem Gyeonggi Philharmonic Orchestra
Gyeonggi Philharmonic Orchestra Shiyeon SungDirigentin Yeree SuhSopran
Isang Yun "Réak" für Orchester Toshio Hosokawa "Klage" für Sopran und Orchester nach Texten von Georg Trakl György Ligeti „Lontano“ für großes Orchester Isang Yun "Muak" - Tanzfantasie für Orchester


Zum 100. Geburtstag von Isang Yun gibt das Gyeonggi Philharmonic Orchestra nach 2015 sein zweites Gastspiel in Berlin. Das Orchester der südkoreanischen Nordwestprovinz rund um Seoul besteht seit 1997. Seit 2014 wird es von Shiyeon Sung geleitet, zuvor James Levines Assistentin in Boston und an der Seite von Myung-Wung Chung Associate Conductor des Seoul Philharmonic Orchestra. Zwei Werke Yuns, die aus der Spannung zwischen koreanischer und europäischer Musiktradition leben, rahmen das Programm. Bei „Muak“ (Tanzstück) stellte sich der Komponist eine traditionelle koreanische und eine europäische Tanzgruppe vor. Im koreanischen Tanz wechseln Ruhe und Bewegung, während im europäischen der Rhythmus pausenlos antreibt. Der koreanische Tanz wirkt auf den europäischen ein. „Reak“ überträgt Merkmale der zeremoniellen Hofmusik auf ein europäisches Orchester: die Schichtungen unterschiedlicher Verläufe und die spezifischen Klänge der Mundorgel, die sich der europäischen Akkordlehre nicht fügen; sie bilden den Kern von Yuns Harmonik. Mit Ligetis „Lontano“ teilt „Reak“ die Stilistik einer fein ziselierten Klangkomposition. Toshio Hosokawa, in Hiroshima geboren und aufgewachsen, studierte bei Yun in Berlin. „Das Foto einer Mutter, die nach dem Tohoku-Beben und -Tsunami ihr Kind an der Küste sucht, brachte mich dazu, das Stück ‚Klage‘ zu komponieren, in dem eine Frau ihren tiefen Schmerz bewältigt, indem sie ihm singend Ausdruck verleiht.“

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