Begegnungen mit Beethoven

Kunst in existentiellen Zeiten
Saleem AshkarKlavier Ulf WernerGesprächsgast
Ludwig van Beethoven Sonate C-Dur op. 2 Nr. 3 Ludwig van Beethoven Sonate d-Moll op. 31 Nr. 2 („Der Sturm“) Pause Ludwig van Beethoven Sonate F-Dur op. 54 Ludwig van Beethoven Sonate A-Dur op. 101 in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Berlin und C. Bechstein mit freundlicher Unterstützung von Accentus Music


Saleem Ashkar spielt nicht nur alle 32 Klaviersonaten Ludwig van Beethovens: Fester Bestandteil seines Gesamtprojekts sind atmosphärische Film- und Interviewsequenzen. Der Pianist hat sie bei Aufführungen des Zyklus in Israel und Deutschland aufgenommen. Für den in Nazareth geborenen und in Europa ausgebildeten Wahlberliner Ashkar ist Beethoven musikalischer Revolutionär und Vordenker zugleich: „Ich wollte neben dem Musizieren den Kontext erforschen, in dem die Werke geschrieben wurden – wie sie zu Beethovens Zeit und wie sie seitdem wahrgenommen worden sind. Im Zentrum steht die Verschiebung von Grenzen – zwischen politischen Einheiten, Religionen, Individuum und Gesellschaft, im Hinblick auf technische Möglichkeiten und Hörgewohnheiten.“

Die unterschiedlichen Facetten von Beethovens menschlichem und kulturellem Erbe spiegeln verschiedene Aufführungsorte kongenial wider. Dieses Konzert findet im Glashof des Jüdischen Museum Berlin statt. Das Thema des Abends, „Kunst in existentiellen Zeiten“, schlägt eine Brücke zum Schicksal des jüdischen Malers Felix Nussbaum (1904-1944). In Osnabrück geboren, feierte der Vertreter der Neuen Sachlichkeit in den 1930er Jahren große Ausstellungserfolge in Berlin, wo er auch ein Atelier besaß. Anfang der 1940er Jahre flohen seine Frau und er vor den Nazis nach Brüssel, wurden jedoch denunziert, deportiert und in Auschwitz ermordet.

In existentiellen Zeiten von Todesnähe nimmt die Retrospektive im Werk vieler Künstler zentralen Raum ein: Felix Nussbaum befasste sich verstärkt mit Albrecht Dürer und Hieronymus Bosch, Beethoven setzte sich in seinem Spätwerk intensiv mit Bach und seinen Fugen auseinander. Saleem Ashkar spielt seinen Beethoven-Zyklus diese Saison nicht nur in Berlin, sondern auch im Osnabrücker Felix Nussbaum Haus, das wie das Jüdische Museum Berlin ein Bau des Architekten Daniel Libeskind ist.

Eine weitere Verbindung ist biographischer Natur: Ashkars ehemaliger Lehrer Michael Wolpe ist Nachfahre Felix Nussbaums. Seine Wiederbegegnung mit dem Werk des Malers ist Thema des kurzen Films, der beim heutigen Konzert gezeigt wird.

In Kooperation mit C. Bechstein

Konzertort
Jüdisches Museum Berlin
Lindenstr. 9-14
10969 Berlin

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