Hommage an Dmitri Schostakowitsch

15. bis 27.03.2022

Unsere Dmitri Schostakowitsch gewidmete Hommage vom 15. bis 27. März 2022 hat eine einzigartige Vorgeschichte: Kurt Sanderling – 1960 bis 1977 Chefdirigent des damaligen Berliner Sinfonie-Orchesters (BSO) und heutigen Konzerthausorchesters Berlin –  verband mit dem großen russischen Komponisten des 20. Jahrhunderts seit der gemeinsamen Leningrader Zeit in den 1940er Jahren eine selbst unter lebensbedrohlichen Bedingungen immer von enormem Vertrauen geprägte Künstlerfreundschaft.

Aus der Ärä Sanderling stammen legendäre Schostakowitsch-Aufnahmen mit dem Berliner Sinfonie-Orchester. An ihnen ist nachvollziehbar, wie sich der intensive Austausch von Chefdirigent und Komponist auf Spielweise und Klangkultur des Orchesters ausgewirkt hat. Schostakowitsch wurde Teil seiner musikalischen Identität – ein Erbe, das bis heute höchst geschätzt und weitergegeben wird.

Spendenaufruf

Intendant Sebastian Nordmann und das Konzerthaus-Team haben mit dem Konzerthausorchester Berlin und seinem Chefdirigenten Christoph Eschenbach das Konzert am 17. März ukrainischen Kindern und ihren Familien gewidmet. Die Erlöse und Spenden gehen an SOS-Kinderdorf Ukraine, das sofortige Hilfsmaßnahmen für in Not geratene Familien einleitet.

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Das Konzert wurde am 19. März von 3sat übertragen und ist in der Mediathek noch bis zum 17. Juni abrufbar.

Zum Konzert

Zum Programm der Hommage

Neben Schostakowitschs erstem Cellokonzert mit Bruno Philippe interpretieren unser Chefdirigent Christoph Eschenbach und das Konzerthausorchester Berlin seine Achte. Krzysztof Urbański dirigiert die 5. Sinfonie. Ein Klavierrezital mit der großen Pianistin Elisabeth Leonskaja erwartet Sie ebenso im Rahmen der Hommage wie Schostakowitschs Kammermusik, etwa mit unserem ehemaligen Artist in Residence, Bratscher Antoine Tamestit und Pianist Alexander Melnikov, mit Geigerin Baiba Skride und Cellist Alban Gerhardt, dem Pavel Haas Quartet und Pianist Boris Giltburg, ein Orgelkonzert, Filmmusik, Jazz, ein Familienkonzert oder ein „Musikalisches Psychogramm“.

Christoph Eschenbach zu Schostakowitsch

Unser Chefdirigent teilt seine Perspektive auf Dmitri Schostakowitsch

DSCH – auf den Punkt gebracht

Dmitri Schostakowitsch, geboren am 25. September 1906 in St. Petersburg, war vielleicht kein Wunderkind, aber doch ein Shooting-Star – bei der Uraufführung seiner ersten Sinfonie, die es sogleich ins Ausland schaffte, 19 Jahre alt. Dass man über ihn und seine Werke redete, machte ihn stolz. Dass die „Prawda“ 1936 seine Oper „Lady Macbeth“ verriss, ließ ihn an Selbstmord denken: Es waren die Jahre des großen Terrors; in Ungnade gefallen zu sein, konnte den Tod bedeuten.

Er kam mit dem Leben davon, erhielt für seine fünfte Sinfonie, die die Mächtigen als „Kniefall“ verstanden, den Stalinpreis. Seine Siebente, die „Leningrader“, wurde zum Symbol für die gegen den Hitlerfaschismus kämpfende Sowjetunion. Offizielle Funktionen ließen nicht lange auf sich warten. Doch nach dem Zuckerbrot kam wieder die Peitsche: 1948 wurde der „Formalist“, der in seiner Achten zu sehr getrauert und in seiner Neunten zu wenig gejubelt hatte, aus allen Lehrämtern gejagt. Dann noch mehr Preise; in Amerika musste er den Botschafter der Sowjetkunst spielen.

Als Stalin starb, geriet Schostakowitsch seine zehnte Sinfonie zur großen Selbstbehauptung. Doch das Zuckerbrot schmeckte bald zu süß, es drohte ihn zu ersticken. Die Partei schloss ihn in ihre Arme – entkommen konnte er nur in sein Inneres und die Welt der Klänge.

Dmitri Schostakowitsch, gestorben am 9. August 1975 in Moskau, war ein kranker, ein gebrochener Mann. Hinter den Worten versteckte er sich oft wie hinter einer Maske. Von dem Wahnsinn seiner Zeit, von der eigenen Zerrissenheit, von Hoffnung und Enttäuschung, von Liebe und Hass, von Lüge und Aufrichtigkeit, von Tätern und Opfern, von Leben und Tod erzählte er in fünfzehn Sinfonien, fünfzehn Streichquartetten und vielem mehr. Mit großartiger Musik erzählt er es uns noch immer.  

Fotogalerie DSCH

Foto #1: Dmitri Schostakowitsch 1914
Foto #2: Zwei Tage vor der Vollendung der Ersten Sinfonie 28.06.1925
Foto #3: Quintett mit dem Glazunov Quartet 1940
Foto #4: Schostakowitsch gibt Autogramme bei der Premiere des Violinkonzerts
Foto #5: Mit seinem engen Freund Ivan Sollertinsky 1942
Foto #6: Mit seiner zweiten Ehefrau Irina 1968 in Riga
Foto #7: Schostakowitsch spricht zur Eröffnung des Kongresses der RSFSR 1968
Foto #8: Mit Kurt Sanderling im Konzerthaus Berlin (damals Schauspielhaus)


Credit für alle Fotos: DSCH Publishers

DSCH auf dem Blog

Bernd Feuchtner, Präsident der Deutschen Schostakowitsch Gesellschaft, skizziert in fünf kurzen Texten dessen komplexes Künstlerleben im Spiegel der Werke der Hommage. 

„Schostakowitsch in der DNA“ – die Sanderling-Tradition

Schostakowitsch unter Chefdirigent Kurt Sanderling zu spielen, war etwas ganz Besonderes. Ehemalige Orchestermitglieder erinnern sich an Proben und die legendären Aufnahmen der 1970er Jahre.

Konzerteinführungen

zu den Konzerten der Hommage an Dmitri Schostakowitsch

10.03.22 | Konzerthausorchester Berlin | Christoph Eschenbach: Schostakowitschs Sinfonie Nr. 5 | Eine Einführung von Andreas Hitscher

15.03.22 | Elisabeth Leonskaja | Schostakowitschs Klaviersonate Nr. 2 h-moll op. 61 | Eine Einführung von Dr. Dietmar Hiller

17. - 19.03.22 | Konzerthausorchester Berlin, Christoph Eschenbach | Schostakowitschs Sinfonie Nr. 8 und Cellokonzert Nr. 1 | Eine Einführung von Andreas Hitscher

19.03.22 | Orgelstunde zur Schostakowitsch-Hommage | Eine Einführung von Dr. Dietmar Hiller

20.03.22 | Kammermusik | Schostakowitschs Streichquart Nr. 8 c-Moll op. 110 | Eine Einführung von Dr. Dietmar Hiller

20.03.22 | Das neue Babylon | Stummfilm mit Live-Originalmusik von Dmitri Schostakowitsch | Eine Einführung von Hans Brandner

21.03.22 | Antoine Tamestit und Alexander Melnikov | Schostakowitschs Sonate für Viola u. Klavier | Eine Einführung von Andreas Hitscher

22.03.22 | Minji Kim, Julia Hamos: Schostakowitschs Sonate für Violoncello und Klavier d-Moll op. 40 | Eine Einführung von Andreas Hitscher

23.03.22 | Baiba Skride, Alban Gerhardt, Steven Osborne: Schostakowitschs Klaviertrio Nr. 2 | Eine Einführung von Andreas Hitscher

24.03.22 | Pavel Haas Quartet: Schostakowitschs Klavierquintett g-Moll op. 57 | Eine Einführung von Andreas Hitscher

25.03.22 | Konzerthausorchester Berlin | Krzysztof Urbański: Schostakowitschs Sinfonie Nr. 5 | Eine Einführung von Andreas Hitscher

Schostakowitsch-Playlist

Hier können Sie in alle Werke der Hommage reinhören

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