Lothar Zagrosek
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»Als Führungspersönlichkeit ist Lothar Zagrosek eine außergewöhnliche Erscheinung. Ähnlich wie Simon Rattle, Kent Nagano oder dessen (...) Nachfolger Ingo Metzmacher steht er für ein Musizieren, das nicht einfach die Traditionen des späten 19. Jahrhunderts weiterführt.« So beschrieb die »Berliner Zeitung« den amtierenden Chef des Konzerthausorchesters Berlin, dessen Vertrag bis 2011 läuft.
Seine erste musikalische Ausbildung erhielt Lothar Zagrosek als Mitglied der Regensburger Domspatzen. In den Jahren 1962 - 1967 studierte er Dirigieren bei Hans Swarowsky, Istvàn Kertész, Bruno Maderna und Herbert von Karajan.
Nach Stationen als Generalmusikdirektor in Solingen und in Krefeld-Mönchengladbach wurde Zagrosek Chefdirigent des Österreichischen Radiosinfonieorchesters in Wien. Diesem Engagement folgten drei Jahre als Directeur musicale der Grand Operá de Paris sowie als Chief Guest Conductor des BBC Symphony Orchestra in London. Von 1990 bis 1992 wirkte Lothar Zagrosek als Generalmusikdirektor der Oper Leipzig. Seit 1995 ist er als Erster Gastdirigent und Künstlerischer Berater der Jungen Deutschen Philharmonie verbunden. Von 1997 bis 2006 war Lothar Zagrosek Generalmusikdirektor der Württembergischen Staatsoper Stuttgart. Seine Arbeit an diesem Haus wurde in der Kritikerumfrage der Zeitschrift Opernwelt zweimal mit der Auszeichnung »Dirigent des Jahres« gewürdigt. Die Staatsoper Stuttgart wurde während seiner Amtszeit fünfmal zum Opernhaus des Jahres gewählt. Seit der Saison 2006/07 ist Lothar Zagrosek Chefdirigent des Konzerthausorchesters Berlin.
Neben seiner Tätigkeit als Operndirigent, die ihn u. a. an die Staatsopern Wien und Hamburg, die Bayerische Staatsoper München, die Deutsche Oper Berlin, die Semperoper Dresden, das Théâtre de la Monnaie Brüssel, das Royal Opera House Covent Garden in London und zum Glyndebourne Festival führte, dirigierte Lothar Zagrosek bedeutende Orchester des In- und Auslandes, darunter die Berliner und Münchner Philharmoniker, das Gewandhausorchester Leipzig, alle großen deutschen Rundfunk-Sinfonieorchester, die Wiener Symphoniker, das Orchestra dell'Accademia di Santa Cecilia, das Orchestre National de France, London Philharmonic Orchestra, das Orchestre Symphonique de Montreal und das NHK Symphony Orchestra Tokyo. Er war Gast bei den Wiener und Berliner Festwochen, den London Proms, den Münchner Opernfestspielen und den Salzburger Festspielen. Regelmäßig ist er auf den Festivals für zeitgenössische Musik in Donaueschingen, Berlin, Brüssel und Paris vertreten. Mit dem Konzerthausorchester Berlin ging Lothar Zagrosek im März 2009 auf eine ausgedehnte Großbritannien-Tournee; weitere zukünftige Verpflichtungen werden ihn unter anderem zum Royal Concertgebouw Orchestra nach Amsterdam und zum Atlanta Symphony Orchestra führen.
Mehrere seiner Einspielungen haben bedeutende Preise wie den »Grand Prix du Disque«, »Cannes Classical Award« und den Deutschen Schallplattenpreis gewonnen oder wurden für den »Grammy« nominiert. Der legendäre Stuttgarter »Ring« wurde bei EuroArts auf DVD und bei Naxos auf CD veröffentlicht. Im April 2008 erschien eine Liveaufnahme der 7. und 8. Sinfonie von Ludwig van Beethoven mit dem Konzerthausorchester Berlin (Altus). Weitere gemeinsame Aufnahmen sind in Planung.
Lothar Zagrosek, dem Nachwuchsförderung und kulturelle Bildung sehr am Herzen liegen, ist Schirmherr der Offensive Kulturelle Bildung in Berlin, Ehrenvorsitzender der Jury des Hochschulwettbewerbs Dirigieren 2008 und Vorsitzender des künstlerischen Beirats des Dirigentenforums des Deutschen Musikrats.
Im März 2006 wurde Lothar Zagrosek der Hessische Kulturpreis verliehen. Für seine herausragenden musikalischen Leistungen wurde er vom Verband der deutschen Kritiker e.V. im April 2009 mit dem »Kritikerpreis 2009« im Bereich Musik ausgezeichnet; die Preisverleihung fand im Juni 2009 in Berlin statt.
Diskographie
1984 Christoph Willibald Gluck: »Paride ed Elena« (Orfeo)
1989 Gottfried von Einem: »Dantons Tod« (Orfeo)
1989 Frank Martin: »Der Cornet« (Orfeo) »Grand Prix du Disque«
1993 Ernst Krenek: »Jonny spielt auf« (Decca)
1994 Berthold Goldschmidt: »Der gewaltige Hahnrei« (Decca) »Cannes Classical Award«
1994 Victor Ullmann: »Der Kaiser von Atlantis« (Decca)
»Cannes Classical Award«
1995 Hanns Eisler: »Deutsche Sinfonie« (Decca)
1996 Paul Hindemith: »Das Unaufhörliche« (Wergo)
1998 Hans Krasa: »Verlobung im Traume« (Decca),
»Gramophone editor's choice«, »Diapason d'or«, Preis der deutschen
Schallplattenkritik
1998 Olivier Messiaen: »Saint François d'Assise« (Orfeo)
2000 Kurt Weill: »Die sieben Todsünden« (Capriccio)
2001 Luigi Nono: »Al Gran Sole Carico D'Amore« (Teldec)
2003 Franz Schreker, Erwin Schulhoff, Paul Hindemith: »Tanz Grotesk« (Decca)
2003 Helmut Lachenmann: »Das Mädchen mit den Schwefelhölzern« (Kairos)
Preis der deutschen Schallplattenkritik
2005 Walter Braunfels: »Die Vögel« (Decca)
»Grammy«-Nominierung
2006 Richard Wagner: »Der Ring des Nibelungen« (Naxos)
2008 Ludwig van Beethoven: Sinfonien Nr. 7 und Nr. 8 (Altus)
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