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Interview

mit Julia Fischer, Artist in Residence 2012/13

Frau Fischer, in der Saison 2012/13 sind Sie Artist in Residence im Konzerthaus. Ist diese Residency etwas Besonderes für Sie? Als Starviolinistin wird man ja häufig als „Artist in Residence“ bei Konzerthäusern und Festivals engagiert.
Eine Residency halte ich allgemein für ein wirklich gelungenes Konzept. Dadurch wird das viele Reisen, dem man als Solist nun mal ausgesetzt ist, kompensiert. Man kommt öfter in eine Stadt, lernt das Orchester besser kennen. Sonst ist ja meist so, dass man einmal in drei Jahren bei einem Orchester vorbeischaut. Außerdem bekomme ich durch eine Residency die Chance, interessante Projekte zu planen mit Musikern, die ich entweder schon gut kenne oder während der Zeit kennenlernen kann, und mit Werken, für die in großen Solokonzerten sonst meist kein Platz ist. Ich bin immer gern Artist in Residence, und so freue ich mich auch in Berlin sehr darauf.

Am 11. Januar spielen Sie bei uns gemeinsam mit dem Konzerthausorchester unter Eivind Gullberg Jensen eine solche Rarität, die nur selten auf den Konzertprogrammen steht: die Fantasie für Violine und Orchester von Josef Suk. Wo treiben Sie solche Raritäten auf?
Ehrlich gesagt, war das für mich gar nicht schwer aufzutreiben. Ich kannte das Stück schon als Kind. Meine Mutter stammt aus der Tschecho-Slowakei und hat in Prag studiert. Für sie ist Josef Suk genauso bekannt und vertraut wie für uns Beethoven oder Mozart. Als ich die Fantasie zum ersten Mal gehört habe, war ich sieben oder acht Jahre alt. Später bekam ich dann auch die Noten, und mit 17 wollte ich das Stück eigentlich mal in ein Konzertprogramm aufnehmen. Dass keiner die Fantasie kennt und somit auch nicht ins Programm aufnehmen wollte, war für mich total überraschend. Es hat dann auch sehr lange gedauert; erst mit 25 bekam ich die Chance, es unter Lawrence Foster in Lissabon aufzuführen. Ich dachte mir dann, dass ich es wahrscheinlich aufnehmen sollte, damit die Leute es kennenlernen können. Die CD ist ja letztes Jahr im April erschienen (bei Decca: Poème). Wenn ich jetzt Artist in Residence irgendwo bin, versuche ich immer, in einem der Konzerte auch Suks Fantasie zu spielen.

Welches klassische Stück ist für Sie das erste aus Ihrer Kindheitserinnerung?
Ich bin mit sehr vielen unterschiedlichen Werken groß geworden. Mein Vater hörte und hört den ganzen Tag klassische Musik, und meine Mutter ist Pianistin. Insofern kann ich mich an sehr viele Werke erinnern, mit denen ich aufgewachsen bin. Und ich hab ja bereits vor meinem 4. Geburtstag begonnen, Geige zu spielen. Eine Erinnerung an eine Zeit ohne Geige gibt es für mich eigentlich gar nicht.

Gibt es einen Komponisten, bei dem Sie es bedauern, dass er nicht mehr oder überhaupt für Ihr Instrument geschrieben hat?
Ich finde es sehr schade, dass Mozart kein Violinkonzert in Moll geschrieben hat. Überhaupt hat er ja später gar keine Violinkonzerte mehr komponiert, das letzte entstand elf Jahre vor seinem frühen Tod. Das ist wirklich interessant, denn als Pianist spricht man beim Klavierkonzert KV 414, das Mozart 1782 komponierte, von einem frühen Konzert, danach folgten schließlich noch viele weitere. Dass Mozart nicht später, als er sozusagen erwachsener Komponist war, noch einmal zur Geige zurückgekommen ist, bedaure ich schon sehr.

Als Pianistin spielen Sie ja am 28. September im Konzerthaus auch Kammermusik. Werden wir Sie jetzt öfter in dieser Position auf der Bühne sehen?
Nein, nein, das passiert ganz selten, und das soll auch weiterhin so bleiben.

Sie spielen fast immer auswendig.
Ja, meistens. Ich spiele einfach besser ohne Noten. Es hemmt mich auf eine gewisse Art und Weise, wenn da Noten vor mir stehen.

Haben Sie eine besondere Technik, um sich die Noten besonders gut und schnell einzuprägen?
Die Stücke, die ich bereits als Kind gelernt habe, kann ich auch heute noch und werde ich immer können. Wenn ich ein neues Stück erarbeite, ist das Auswendiglernen die kleinste Aufgabe. Man bekommt im Laufe der Jahre immer mehr Übung darin, man lernt ja auch immer mehr Stücke auswendig. Irgendwann kommt dann der Punkt, an dem ich beginne, in der Technik des Komponisten zu denken. Wenn man fünf Mozart-Sonaten auswendig gelernt hat, dann geht es bei der sechsten wirklich sehr schnell, weil man den Kompositionsstil verstanden hat. Man hat begriffen, warum Mozart dies und das macht. Und wenn man sich die drei Themen eines Satzes gemerkt hat, dann kann man sich daraus schon ungefähr die Form des Stückes herleiten. Ein modernes Stück auswendig zu lernen, dauert natürlich länger, weil man den Komponisten meistens nicht so gut kennt. Aber eigentlich ist das Auswendiglernen wirklich der kleinere Teil der Arbeit.

Gibt es bei Ihnen ein spezielles Ritual vor dem Konzert?
Ja, das gab es mal, aber ich habe es dann irgendwann nicht mehr durchgehalten. Jetzt gibt es nur noch den Spleen, dass ich immer eine Stunde vor dem Konzert da bin, weil ich befürchte, mir die Zeit, wann das Konzert anfängt, falsch gemerkt zu haben. Aber diese letzte Stunde vor dem Konzert läuft eigentlich immer gleich ab: Ich komme in die Garderobe, ziehe mich um, schminke mich und übe dann noch.

Sie sind dann also auch noch ansprechbar?
Ja klar, ich telefonier auch noch!

Mo Di Mi Do Fr Sa So
1
  • 17:00 Uhr Baustelle Songbook. Arbeit am Lied

2 3
  • 20:00 Uhr Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Kazuki Yamada

  • 20:00 Uhr Kammermusik des Konzerthausorchesters

4
  • 11:00 Uhr Zehn Jahre Werner-Otto-Saal

  • 13:00 Uhr Führung durch das Konzerthaus Berlin

  • 16:00 Uhr Zehn Jahre Werner-Otto-Saal

  • 20:00 Uhr Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Kazuki Yamada

  • 20:00 Uhr Zehn Jahre Werner-Otto-Saal

5
6
  • 20:00 Uhr Berlin-Debüt: Evgeny Starodubtsev

7 8
  • 14:00 Uhr Espresso-Konzert

9
  • 15:30 Uhr Orgelstunde am Himmelfahrtstag

10
  • 20:00 Uhr Mozart-Abend Kammerorchester Carl Philipp Emanuel Bach, Hartmut Haenchen

  • 20:00 Uhr The King's Singers

  • 20:00 Uhr Landesjugendensemble Neue Musik Berlin

11
  • 13:00 Uhr Führung durch das Konzerthaus Berlin

  • 20:00 Uhr Dresdner Musikfestspiele zu Gast: New York Philharmonic - Alan Gilbert - Emanuel Ax

12
  • 15:30 Uhr The idea

  • 20:00 Uhr Berliner Operngruppe - Seltene Opern im Konzert

13
  • 20:00 Uhr 2 x hören

14 15
  • 20:00 Uhr REQUIEM

16
  • 20:00 Uhr Ein Abend mit Christine Schäfer

  • 20:00 Uhr Gesprächskonzert

17
  • 20:00 Uhr Konzerthausorchester Berlin, Thomas Dausgaard

  • 20:00 Uhr Klavierabend

18
  • 11:00 Uhr Familienführung

  • 13:00 Uhr Beethoven-Salon

  • 20:00 Uhr Konzerthausorchester Berlin, Thomas Dausgaard

19
20
  • 11:00 Uhr Orgelmatinee am Pfingstmontag

  • 20:00 Uhr Klavier-Rezital mit Richard Goode

21 22 23
  • 20:00 Uhr K&K Sinfoniekonzert

24 25
  • 12:00 Uhr Öffentliche Generalprobe

  • 13:00 Uhr Führung durch das Konzerthaus Berlin

  • 20:00 Uhr Konzerthausorchester Berlin, Iván Fischer

  • 20:00 Uhr Vogler Quartett

26
  • 11:00 Uhr Mozart-Matinee

  • 16:00 Uhr Konzerthausorchester Berlin, Iván Fischer

  • 19:00 Uhr Festliches Konzert der Internationalen Musikakademie

27 28 29
  • 14:00 Uhr Espresso-Konzert

  • 20:00 Uhr Academy of St Martin in the Fields

30
  • 20:00 Uhr Kammermusik des Konzerthausorchesters

31
  • 20:00 Uhr Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Marek Janowski

  • 20:00 Uhr Cuarteto Casals

Ticket-hotline

030 20 30 9 2101
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  • 20:00 Uhr Kammermusik des Konzerthausorchesters

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  • 11:00 Uhr Zehn Jahre Werner-Otto-Saal

  • 13:00 Uhr Führung durch das Konzerthaus Berlin

  • 16:00 Uhr Zehn Jahre Werner-Otto-Saal

  • 20:00 Uhr Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Kazuki Yamada

  • 20:00 Uhr Zehn Jahre Werner-Otto-Saal

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  • 20:00 Uhr Berlin-Debüt: Evgeny Starodubtsev

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  • 14:00 Uhr Espresso-Konzert

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  • 15:30 Uhr Orgelstunde am Himmelfahrtstag

10
  • 20:00 Uhr Mozart-Abend Kammerorchester Carl Philipp Emanuel Bach, Hartmut Haenchen

  • 20:00 Uhr The King's Singers

  • 20:00 Uhr Landesjugendensemble Neue Musik Berlin

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  • 13:00 Uhr Führung durch das Konzerthaus Berlin

  • 20:00 Uhr Dresdner Musikfestspiele zu Gast: New York Philharmonic - Alan Gilbert - Emanuel Ax

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  • 15:30 Uhr The idea

  • 20:00 Uhr Berliner Operngruppe - Seltene Opern im Konzert

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  • 20:00 Uhr 2 x hören

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  • 20:00 Uhr REQUIEM

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  • 20:00 Uhr Ein Abend mit Christine Schäfer

  • 20:00 Uhr Gesprächskonzert

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  • 20:00 Uhr Konzerthausorchester Berlin, Thomas Dausgaard

  • 20:00 Uhr Klavierabend

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  • 11:00 Uhr Familienführung

  • 13:00 Uhr Beethoven-Salon

  • 20:00 Uhr Konzerthausorchester Berlin, Thomas Dausgaard

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  • 11:00 Uhr Orgelmatinee am Pfingstmontag

  • 20:00 Uhr Klavier-Rezital mit Richard Goode

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  • 20:00 Uhr K&K Sinfoniekonzert

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  • 12:00 Uhr Öffentliche Generalprobe

  • 13:00 Uhr Führung durch das Konzerthaus Berlin

  • 20:00 Uhr Konzerthausorchester Berlin, Iván Fischer

  • 20:00 Uhr Vogler Quartett

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  • 11:00 Uhr Mozart-Matinee

  • 16:00 Uhr Konzerthausorchester Berlin, Iván Fischer

  • 19:00 Uhr Festliches Konzert der Internationalen Musikakademie

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  • 14:00 Uhr Espresso-Konzert

  • 20:00 Uhr Academy of St Martin in the Fields

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  • 20:00 Uhr Kammermusik des Konzerthausorchesters

31
  • 20:00 Uhr Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Marek Janowski

  • 20:00 Uhr Cuarteto Casals

Ticket-hotline

030 20 30 9 2101