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Joachim Dalitz
(c)Christian Nielinger
Toccata
SA 11.09.10 | 15.30 Uhr | Großer Saal
 
Der Lieblingsplatz von Joachim Dalitz ist natürlich auf der Orgelbank im Großen Saal. Dort fühlt sich der seit 1984 amtierende Konzerthausorganist am wohlsten. Die Zuhörer wissen das und kommen gerne zu seinen außergewöhnlichen Konzerten. Nun kombiniert Dalitz zwei Hauptwerke der Romantik: Charles-Marie Widors fünfte Orgelsinfonie (1879) und Franz Liszts Fantasie und Fuge über den Choral »Ad nos, ad salutarem undam« (1850). 
 
Wurde Widors Orgelsinfonie durch die grandiose Schluss-Toccata populär, zitiert Liszt einen Choral aus Giacomo Meyerbeers Erfolgsoper »Le Prophète« von 1849. Im Bühnenstück appelliert die Choralmelodie ans Volk, sich gegen die Unterdrücker zu wehren. Die politische Botschaft machte das während den europäischen Revolutionen uraufgeführte Werk enorm brisant. Meyerbeer, der in einem kleinen Ort bei Berlin geboren wurde und in Paris lebte, war besonders sensibilisiert für die Vorgänge in seiner ehemaligen Heimat. 
 
Mit rund 40 und 30 Minuten Spieldauer zählen die beiden Orgelstücke zu den längsten überhaupt. Gerade romantische Musik erfordert aber ein Spitzeninstrument. Darin sieht Dalitz den großen Vorteil im Konzerthaus: Akustik und Orgel harmonieren perfekt, betont er. Aus seinen Worten spricht die große Erfahrung, denn Dalitz weiß, dass gerade Liszts Musik sehr zart ist. In einem Interview bezeichnete der Organist den Klang der Berliner Jehmlichorgel als »sehr weich« und lobte die »vielen romantischen Register«. 
 
Der Zuhörer wird also nicht nur vom vollen Werk ergriffen, sondern darf auch zu schwebenden Klängen die Seele baumeln lassen. 
 
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